Würzburg

Helfen geht über studieren

Die Aktiven der Markomannia, um den Vorsitzenden Konstantin Richter (2.v.l.) übergaben am Sonntag, 13. Dezember, Gebrauchsgegenstände und eine selbstgekochte Suppe an den Leiter der Würzburger Bahnhilfsmission, Michael Lindner-Jung.
Foto: Raphael Schlimbach | Die Aktiven der Markomannia, um den Vorsitzenden Konstantin Richter (2.v.l.) übergaben am Sonntag, 13. Dezember, Gebrauchsgegenstände und eine selbstgekochte Suppe an den Leiter der Würzburger Bahnhilfsmission, ...

Die katholische Studentenverbindung Markomannia Würzburg, startete am 12. und 13. Dezember eine Hilfsaktion für die Würzburger Bahnhofsmission.

Samstag-Mittag, am kalten 12. Dezember. Viele Studenten nutzen wahrscheinlich gerade das wohlverdiente Wochenende zum Ausschlafen. Aber nicht alle: Auf dem Haus der katholischen Studentenverbindung Markomannia Würzburg wird gearbeitet. Die Füxe (Mitglieder, die in einer Verbindung eine Art Probezeit durchlaufen), die gemeinsam das Verbindungshaus in der Mergentheimer Straße bewohnen, schneiden fleißig Suppengrün, Kürbis und Gemüsezwiebeln. Unter der Leitung des Burschen (Ein Mitglied, dass nach Ableistung der Probezeit Teil des Lebensbundes geworden ist) Pablo Rodriguez de Castro, soll mit diesen und mehr Zutaten eine Suppe gekocht werden.

Die Suppe ist Teil einer Hilfsaktion, die die aktiven Studenten der Markomannia für Sonntag, 13. Dezember, geplant haben. „Gerade die Weihnachtszeit ist die Zeit der Besinnung, in der man auch mal über den eigenen Tellerrand hinausschaut, auf die Leute, denen es am Alltäglichen fehlt“, erklärt Konstantin Richter. Der Medizinstudent ist der sogenannte Senior, also der Vorsitzende der Verbindung. Da im Semester viele Veranstaltungen aufgrund der Pandemie hatten ausfallen müssen, habe man die gewonnene Zeit sinnvoll nutzen wollen. Die Aktiven (Studenten) sammelten also Spenden in der Verbindung, also auch bei den Alten Herren (Akademiker die auch nach ihrem Abschluss Teil des Bundes bleiben), um eine soziale Einrichtung zu unterstützen.

Die Wahl fiel auf die Bahnhofsmission, einen Ort, an dem auch in schwierigen Zeiten, wie der Pandemie, akut Hilfe geleistet werden könne, so Richter. Für den Vorsitzenden ist dabei klar, dass Verbindungen mehr sind „als eine reine Freundschaftsgemeinschaft. Gerade als katholische Verbindung haben wir eine Verantwortung der Gesellschaft gegenüber und die sollten wir auch wahrnehmen.“ Konkret unterstützt die Markomannia die Bahnhofsmission mit Socken, Unterwäsche, Isomatten, Kaffee und Tee im Wert von 600 Euro – und eben mit einer frischgekochten Suppe.

Die christliche Motivation dahinter wird bei den Markomannen deutlich: „Das ist wie im alten Weihnachtslied „Good King Wenceslas“. Wer in einer gemütlichen und wohlhabenden Position ist, der sollte sich bemühen, sich um die zu kümmern, die weniger haben“, meint der Koch und Historiker de Castro.

Michael Lindner-Jung – Leiter der Würzburger Bahnhofsmission –  freut sich über solche Hilfsbereitschaft. Gerade in der Corona-Zeit sei Hilfe wichtig. Die Lebensmittelausgabe werde aktuell verstärkt in Anspruch genommen. An einem normalen Tag gebe man 50 bis 60 Essen aus, jetzt seien es gut 100. Auch die persönlichen Gespräche mit den Gästen leiden: „Da ist eine Scheibe zwischen den Leuten und man trägt eine Maske. Man schreit manchmal fast, um sich verstehen zu können. Die Leute können sich auch nicht einfach in den Aufenthaltsraum setzen und sich unterhalten.“, erklärt der Theologe Lindner-Jung.

Für jeden und jede, der oder die dabei helfe, den Gästen der Mission zu zeigen, dass sie einen warmen Ort haben, an dem sie als Menschen auf Augenhöhe willkommen sind, sei man daher sehr dankbar.

Die Markomannia jedenfalls, möchte jetzt nicht aufhören, sich gesellschaftlich einzubringen. Schon zu Beginn der ersten Welle hatte die Verbindung einen Einkaufsdienst für ihre älteren Mitglieder gestartet. Der stellvertretende Altherren-Vorsitzende des katholischen Bundes, Timo Sentner, bringt es ganz einfach auf den Punkt: „Wir sind katholisch, da ergibt sich der Rest von selbst.“

Von: Raphael Schlimbach, Medienbeauftragter Markomannia Würzburg

Handarbeit war bei der Zubereitung der Suppe gefragt.
Foto: Raphael Schlimbach | Handarbeit war bei der Zubereitung der Suppe gefragt.
In der Küche der Bahnhofsmission sollte die Suppe den Gästen ein wenig Wärme schenken.
Foto: Raphael Schlimbach | In der Küche der Bahnhofsmission sollte die Suppe den Gästen ein wenig Wärme schenken.
Gemüse, Brot, Kaffee und Tee; Alles, was man für eine gesunde Mahlzeit braucht.
Foto: Raphael Schlimbach | Gemüse, Brot, Kaffee und Tee; Alles, was man für eine gesunde Mahlzeit braucht.
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