Würzburg

Hier blüht uns was

Der westliche Landkreis Würzburg setzt als eine von zwölf bayerischen Öko-Modellregionen auf die Förderung der bioregionalen Wertschöpfungskette „vom Feld zum Teller“ und bezuschusst darüber hinaus Blühstreifen, die entlang von öffentlichen Wegen angelegt werden. „Auch ökologisch wirtschaftenden Betriebsleiter müssen sich aktiv um das Thema Artenvielfalt und Naturschutz bemühen,“ erklärt Jochen Diener, Projektmanager der Öko-Modellregion. Regelmäßige Veranstaltungen zum Thema Biodiversität sensibilisierten und zeigten praktikable Beispiele für mehr Artenvielfalt auf den Betriebsflächen auf. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Doch nicht nur die Landwirte sind gefordert: aktuell ermuntert der Foto-Wettbewerb „Hier blüht uns was!“ die Bürger des westlichen Landkreises, in ihren Gärten mehr Natur zuzulassen – mit Vorher-Nachher-Fotos einer umgewandelten Fläche kann sich jeder am Wettbewerb beteiligen. Den Rasen einfach mal wachsen lassen und staunen, was da an Blütenreichtum zutage tritt. Die schönsten Bilder werden auf dem diesjährigen Remlinger Saatmarkt gekürt und finden sich im Waldsassengau-Kalender 2020 wieder.

Einige der Allianz-Gemeinden beteiligen sich selbst an der Aktion: Bisher gemähte Rasenflächen in Waldbrunn blühen dieses Jahr erstmalig auf und hochwertige Wildbienenwiesen tragen in Waldbüttelbrunn zur Biotopvernetzung in der Flur bei. Umweltbeauftragte in mittlerweile fünf Gemeinden fördern vermittelnd den Dialog zwischen den „grünen Akteuren“ vor Ort.

In der Gemarkung Hettstadt wurden durch intensivierte Beratung und Begleitung mehr als zwölf Hektar Blüh- und Gewässerschutzstreifen angelegt. Angesichts des oftmaligen Starkregens in den vergangenen Jahren sind Erosionsschutzstreifen an sensiblen Stellen ein wichtiges gemeinsames Anliegen zwischen Gemeinden und Landwirtschaft. Der wertvolle Boden wird auf dem Acker benötigt und soll nicht als Schlammlawine Schäden im Dorf anrichten.

Die Remlinger investierten in die Pflege und den Erhalt ihrer Streuobstwiesen und griffen dabei auf die Dienste der Main-Streuobst-Bienen eG aus Margetshöchheim zurück. Bei Bauarbeiten entstanden Blühstreifen in Kist und in Eisingen brummt und summt es dank der Teilnahme am Projekt BienenBlütenReich. Ergänzend dazu trinken Eisinger neuerdings eigenen Streuobstsaft vom St. Josefsstift.

In Helmstadt formiert sich rund um den sogenannten „Blümlesverein“ und den neuen Umweltbeauftragten Holger Linke ein Netzwerk zum Thema Dorfgrün. Das mit rund 70 Hektar weitläufige Wasserschutzgebiet der Greußenheimer wird vom ansässigen Bio-Landwirt Ramnick gepflegt und durch Blühflächen zusätzlich aufgewertet, was unter anderem die heimischen Imker zu schätzen wissen.

Wanderungen und Rad-Touren der Öko-Modellregion informieren über Ökologische Landwirtschaft, Direktvermarktung sowie zu Naturschätzen und kulturellen Höhepunkten – eine Mischung, die bei den Teilnehmern gut ankomme.

Ideen für den eigenen Ort zu entwickeln und fachgerecht umzusetzen, erfordere fachliche Begleitung. Wesentlich für den Erfolg sei es, die Bauhof-Mitarbeiter entsprechend zu qualifizieren. Die Anlage einer Blühfläche erfordert Know-how, sonst blüht im zweiten Jahr kaum noch etwas und die Enttäuschung ist groß.

„Keine Gemeinde macht auf Anhieb alles richtig“ weiß Projektmanager Jochen Diener, „aber alle haben sich zumindest auf den Weg gemacht, über Dialog und gute Beispiele mehr für die Artenvielfalt zu erreichen.“ ist er überzeugt. Ziel sei außerdem die Etablierung eines interkommunalen Öko-Kontos, was zusätzliches Potential für die Zusammenarbeit mit ansässigen Landwirten berge. Den Focus auf die Innenentwicklung in den Altorten zu legen, kann die Ausweisung von neuem Bauland reduzieren - nachhaltige ländliche Entwicklung habe viele Facetten.

„Das eigene Umfeld naturnah und zukunftsorientiert zu gestalten, erhöht die Lebensqualität und wirkt sinnstiftend, bedarf aber auch bürgerschaftlichen Engagements.“ fasst Projektmanager Diener abschließend zusammen.

Im Dialog für mehr Natur in der Gemarkung Hettstadt: Umweltbeauftragter Klaus Gottschlich und Ortsobmann Peter Köhler
Foto: Dr. Marion Betz | Im Dialog für mehr Natur in der Gemarkung Hettstadt: Umweltbeauftragter Klaus Gottschlich und Ortsobmann Peter Köhler
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