Höchberg

Höchberg: Warum stagniert die Sanierung des Fußgängerstegs?

Die zwei Fußgängerbrücken über der B 27 sind die wichtigsten Verbindungen vom Hexenbruch in den Kühbachgrund und Altort. Doch seit geraumer Zeit ist eine der beiden gesperrt.
Der Fußgängersteg an der Einmündung zur Münchener Straße in Höchberg sollte im November 2020 fertig saniert sein. Doch davon ist man weit entfernt.
Foto: Conny Puls | Der Fußgängersteg an der Einmündung zur Münchener Straße in Höchberg sollte im November 2020 fertig saniert sein. Doch davon ist man weit entfernt.

Die Sanierung des Höchberger Fußgängerstegs in Höhe der Tankstelle an der Bundesstraße 27 sollte im November abgeschlossen sein, doch davon ist man weit entfernt. Dies sorgt nicht nur unter den besorgten Elten ihrer schulpflichtigen Kinder für Aufregung, sondern auch für Ärger in der gesamten Gemeinde. Sowohl Bürgermeister Alexander Knahn, als auch alle Fraktionen des Gemeinderates haben sich mittlerweile an das Staatliche Bauamt als zuständige Baubehörde gewandt, um ihren Unmut zu äußern. 

Fakt ist, dass die zuständige Behörde die Gemeinde zu Beginn des vergangenen Jahres von der geplanten Sanierung der beiden Fußgängerstege, die sich über die B 27 spannen, informierte. Der  vom Staatlichen Bauamt vorgesehene Zeitplan wurde bei der Überquerung am Karwinkel noch eingehalten.  Hier dauerten die Arbeiten vom 27. Juli bis 7. September, im Anschluss sollte der nördliche Steg in Angriff genommen werden. Gesperrt ist dieser seit dem 8. September. Doch seither hat sich dort nicht viel getan, obgleich man mit der Sanierung am 13. November fertig sein wollte. 

Oberflächenbelag kann nur bei konstanten Temperaturen aufgetragen werden

Und genau hier liegt die Krux, über die sich Verwaltung und Gemeinderat gleichermaßen aufregen. Denn als Grund für die Verzögerung hatte das staatliche Bauamt widrige Witterungsverhältnisse angegeben. In der Novembersitzung erklärte Katja Heilmann-Rath, Leiterin des gemeindlichen Bauamtes, dass "der Belag bei dauerhaften plus fünf Grad aufgetragen werden muss."

"Das hätte das Staatliche Bauamt auch schon im Oktober wissen und den Zeitplan einfach ins Frühjahr 2021 verschieben können", meint Bürgermeister Alexander Knahn. Stattdessen nehme die Behörde es nun billigend in Kauf, dass die Fußgänger über die viel befahrene Bundesstraße rennen. Ähnlich sehen dies auch die Gemeinderatsfraktionen, die sich Mitte Dezember schriftlich an das staatliche Bauamt gewandt hatten und um "eine provisorische Öffnung des Steges" baten. Falls dies nicht möglich sei, solle man zumindest für den gewissen Zeitraum eine Fußgängerampel einrichten oder die Geschwindigkeitserlaubnis von 70 auf 50 Stundenkilometer begrenzen. 

Provisorische Öffnung aus versicherungstechnischen Gründen nicht möglich

Das Staatliche Bauamt wirft den Ball allerdings zurück: Wie Abteilungsleiter Alexander Müller auf Anfrage dieser Redaktion mitteilt, sei der Zeitplan mit der Gemeinde abgesprochen gewesen. "Wir wollten eigentlich beide Stege zeitgleich sanieren. Aber die Gemeinde wollte, dass wir den ersten in den Sommerferien und den zweiten anschließend machen." Doch dann kam es zum Wetterwechsel. Eine Verschiebung der Maßnahme hätte einen erheblichen Eingriff in den Bauvertrag bedeutet, so Müller, der auch auf die Vertragsfirmen hinweist, deren Personal gerade zu Corona-Zeiten auch nicht immer so zur Verfügung stünden, wie das vielleicht wünschenswert wäre. Eine kurzfristige Öffnung sei allein aus versicherungstechnischen Gründen nicht möglich.

"Aktuell gehen wir davon aus, dass die Witterung in naher Zukunft so konstant bleibt, dass wir mit der Sanierung vorankommen und die Brücke im April wieder öffnen können." Für die Zwischenzeit bliebe aber allen Fußgängern und Radfahrern nichts anderes übrig, als einen Umweg in Kauf zu nehmen. "Für die Errichtung einer provisorischen Fußgängerampel fehlt uns zum einen die Aufstellfläche und zum anderen dauert die Gleichschaltung aller Ampeln mindestens so lange wie die Sanierung in Anspruch nimmt." So gar keinen Einfluss hätte das Staatliche Bauamt auf eine Geschwindigkeitsbeschränkung, wie sie von den Gemeinderatsfraktionen angeregt wurde. "Wir sind eine reine Baubehörde, dafür müsste sich die Gemeinde an das Landratsamt wenden."

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