Würzburg

Hundebabies aus illegalem Transport noch nicht gesund

Auch diese beiden Vertreter der japanischen Hunderasse Shiba Inu sind noch nicht über den Berg.
Foto: Müller | Auch diese beiden Vertreter der japanischen Hunderasse Shiba Inu sind noch nicht über den Berg.

Zuckersüß, aber noch lange nicht gesund, sind die elf Hundebabies, die seit fast sechs Wochen im Würzburger Tierheim versorgt werden. Einer der Welpen wurde positiv auf Staupe getestet, die zehn anderen zeigen ebenfalls Krankheitssymptome.

Die Hunde, die aus illegalen Tiertransporten aus Ungarn und Slowenien stammen, fressen, sie tollen herum und machen auf den ersten Blick einen gesunden Eindruck. Aber Tierheim-Leiterin Anja Schneider dämpft den Optimismus: „Alle haben noch blutigen Durchfall, Husten und eitrigen Nasenausfluss“. Ein kleiner Rottweiler-Rüde, der die gefürchtete, oft tödlich endende Infektionskrankheit Staupe hat, erholt sich zwar langsam. „Aber Staupe ist tückisch“, sagt Anja Schneider, „Spätfolgen sind fast die Regel“.

Alle elf Hunde wurden vom Amtstierarzt unter Quarantäne gestellt. Wann sie aufgehoben wird, ist noch nicht abzusehen. „Die Welpen können erst grundimmunisiert werden, wenn sie gesund sind“, sagt Anja Schneider. Und die Impfung sei „Voraussetzung für eine Vermittlung.

Daran ist jetzt also noch gar nicht zu denken. Zumal auch die Besitzverhältnisse unklar sind. Rechtlich gehören die Hunde den Hundehändlern aus Ungarn und Slowenien, die sie viel zu jung von den Muttertieren getrennt und die kranken Welpen in verdreckten Käfigen über die Grenze nach Deutschland gebracht haben.

„Bitte keine Anfragen stellen, bevor die Hunde freigegeben sind.“
Anja Schneider Tierheimleiterin

Allerdings wird erwartet, dass die Hundehändler die Welpen dem Deutschen Tierschutzbund übereignen. Und zwar spätestens dann, wenn dieser ihnen die Rechnung für ihre Versorgung präsentiert, was demnächst passieren soll.

Bei den elf in Würzburg untergebrachten Welpen handelt es sich um zwei Vertreter der japanischen Rasse Shiba Inu, einen Boxer, eine Bulldogge, einen Golden-Retriever-Mischling, vier Labradore und zwei Rottweiler. Wenn die Tiere sich erholt haben und abgegeben werden können, kommen laut Anja Schneider „nur erfahrene Hundehalter“ als neue Besitzer in Frage. Schließlich seien „Spätfolgen der Staupe zu erwarten“ und die Hundebabies könnten wegen der Quarantäne auch nicht „so sozialisiert werden, wie es wünschenswert ist“.

Die Tierheim-Leiterin bittet alle Interessenten, keine Anfragen zu stellen, bevor die Hunde freigegeben sind.

Die sichergestellten Hunde sind allesamt sogenannte „Wühltisch-Welpen“. Also Tiere, die in Osteuropa unter erbärmlichen Bedingungen in dunklen, schmutzigen Ställen produziert werden, weil viele Menschen Rassehunde für wenig Geld haben wollen. Die Mutterhündinnen werden meist in engen Käfigen gehalten, bekommen kein artgerechtes Futter und werden mit Hormonen behandelt, damit sie mehrmals jährlich trächtig werden und viele Welpen werfen. Die Hundebabys werden ihnen viel zu früh weggenommen und oft mit gefälschten Impfpässen ohne Futter und Wasser durch ganz Europa gefahren.

Verkauft werden die Welpen für einen Bruchteil des Preises, den seriöse Hundezüchter nehmen, über das Internet, über Kleinanzeigen, aus dem Kofferraum heraus und auf Märkten. Wenn sie bei den Käufern ankommen, sind sie fast immer schwer krank und dazu verhaltensgestört.

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