Würzburg

Insektenhotels mit Bürgerbeteiligung

Solche Nisthilfen für Wildbienen sind ab sofort an sechs Standorten in Würzburg zu finden.
Foto: Raphael Binder | Solche Nisthilfen für Wildbienen sind ab sofort an sechs Standorten in Würzburg zu finden.

Immer mehr Menschen stellen Nisthilfen für Insekten in ihren Gärten auf. Über deren Bewohner wissen sie allerdings häufig nur wenig. In einem neuen Projekt der Uni Würzburg werden sie jetzt in die Forschung einbezogen.

1 320 000 Ergebnisse listet Google für den Suchbegriff „Insektenhotel“ auf; immerhin noch rund 470 000 Treffer sind es für „Insektenhotel bauen“. Kein Zweifel: Nisthilfen für Insekten sind populär. Doch nicht immer dienen die selbstgebastelten Unterkünfte ihrem geplanten Zweck. „Der Großteil der sogenannten Insektenhotels ist eher dekorativ als artgerecht und wird deshalb kaum von den erwünschten Bewohnern angenommen“, schreibt beispielsweise der Landesbund für Vogelschutz in Bayern auf seiner Homepage.

Sechs Standorte im Stadtgebiet

Wer mehr über Nisthilfen wissen möchte, hat in Würzburg die Gelegenheit, sich dazu umfassend zu informieren, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität Würzburg. Im Rahmen eines Forschungsprojekts werden von April bis September an sechs Standorten im Stadtgebiet Nisthilfen aufgestellt, deren Besiedelung von Interessierten verfolgt werden kann. Verantwortlich für das Projekt „Beobachte Bienen“ sind die Lehramtsstudierenden Raphael Binder und Anna Hofmann, die darüber ihre Zulassungsarbeit schreiben. Betreut werden sie dabei von Dr. Antonia Mayr vom Lehrstuhl für Zoologie III (Tierökologie und Tropenbiologie) der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Unterstützung von der Stadtverwaltung

Unterstützung erfährt das Forscherteam von der Stadtverwaltung. Bürgermeister Martin Heilig freut sich über die Kooperation: „Schön, wie im Rahmen des Projektes wissenschaftliche Arbeit und Umweltbildung Hand in Hand gehen. Für uns ist die Förderung der städtischen Artenvielfalt ein zentrales Thema, das wir mit verschiedenen Projekten von Gartenamt, Fachbereich Umwelt- und Klimaschutz sowie Umweltstation voranbringen. Die oftmals übersehenen Wildbienen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Artenvielfalt und leisten neben der bekannten Honigbiene etwa als Bestäuber von Nutzpflanzen wichtige Dienste für uns Menschen.“

Mit dem Beobachten der Bewohner dieser Insektenhotels ist es aber nicht getan. Binder hat seine Arbeit als sogenanntes Citizen-Science-Projekt konzipiert, sprich: Bürgerbeteiligung ist nötig. Alle Interessierte sind aufgerufen, die Wissenschaftler zu unterstützen und ihnen Daten für ihr Forschungsprojekt zu liefern.

Infotafeln und Fragebögen

„Neben den Nisthilfen sind Infotafeln angebracht, die Wissen über das Projekt und über Nisthilfen sowie deren Bewohner vermitteln. Zusätzlich sind bei den Infotafeln Fragebögen zu finden, mit denen Interessierte uns ihre Beobachtungen mitteilen können“, sagt Binder. Auf diese Weise will der angehende Biologielehrer Daten über stängelnistende Bienen und Wespen in Würzburg sammeln.

Auch die Einstellung der Öffentlichkeit zu und das Wissen über Nisthilfen und Wildbienen will er mit den Fragebögen erfassen. „Damit die Bürger das Projekt verfolgen können, werden auf der Homepage des Lebendigen Campus (www.uni-wuerzburg.de/projekte/lebendiger-campus/) die aktuellen Beobachtungen präsentiert. Außerdem wird es dort weitere Informationen rund um die Themen Nisthilfen und Wildbienenschutz geben, die regelmäßig aktualisiert werden“, fügt Hofmann hinzu.

Das Interesse an Insekten wecken

Das Projekt soll zudem das Interesse an Insekten und ihrer Ökologie wecken sowie Lust auf die Beobachtung machen. „An den verschiedenen Standorten sind vermutlich unterschiedliche Arten anzutreffen, denn es ist zu erwarten, dass ein naturnaher Standort wie der Botanische Garten mit seinen extrem zahlreichen Pflanzenarten andere Nistgemeinschaften aufweist als ein Standort mitten in der Stadt“, sagt Binder. Neben Wildbienen können eventuell auch andere Nisthilfenbewohner wie zum Beispiel solitäre Wespen beobachtet werden.

Zu finden sind die Nisthilfen in Würzburg an den Mainwiesen, nahe dem Wasserhäusle in der Zellerau, am Kräutergarten des Alten Landesgartenschaugeländes, am Alten Kranen am Mainkai auf der Kurt-Schumacher-Promenade im Bauerngarten des Botanischen Gartens und am Hubland Campus nahe der Universitätsbibliothek.

Der Lehramtsstudent Raphael Binder betreut das Projekt gemeinsam mit seiner Kommilitonin Anna Hofmann.
Foto: Raphael Binder | Der Lehramtsstudent Raphael Binder betreut das Projekt gemeinsam mit seiner Kommilitonin Anna Hofmann.
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