Würzburg

Juliusspital und Missio werden „Klinikum Würzburg Mitte“

Juliusspital und Missio werden „Klinikum Würzburg Mitte“       -  Das Juliusspital in der Innenstadt.
Foto: Thomas Obermeier | Das Juliusspital in der Innenstadt.

Das Krankenhaus Juliusspital und die Missionsärztliche Klinik („Missio“) vollziehen ihre angekündigten Fusionspläne. Kurzfristig haben die beiden Würzburger Kliniken für Dienstagvormittag eine Pressekonferenz angesetzt. Die am Montagnachmittag verschickte Einladung besteht aus einem Satz: „'Klinikum Würzburg Mitte' – Unter diesem Dach werden das Krankenhaus Juliusspital und die Missionsärztliche Klinik in Zukunft vereint sein.“

Das ist neu, denn bisher legten beide Häuser großen Wert auf eine Eigenständigkeit bei ihrer Zusammenarbeit. Die beiden traditionsreichen Würzburger Kliniken arbeiten seit zwei Jahren an einer gemeinsamen Zukunft.

Vor einem Jahr hatten beide deutlich gemacht, man wolle künftig als „eine juristische Person“ agieren. De facto bedeutet dies einen Zusammenschluss, auch wenn der Begriff „Fusion“ zunächst offiziell immer vermieden wurde.

Am Montag wurden die Mitarbeiter der beiden Kliniken jeweils über den Zusammenschluss, der offenbar zum 1. Januar 2017 vollzogen werden soll, informiert.

Die beiden christlich geprägten Häuser waren auf der Suche nach einer Rechtsform, um sich unter einem Dach zu vereinen. Nur gemeinsam könne man den Herausforderungen, allen voran bei der Krankenhausfinanzierung, erfolgreich begegnen, so die Klinikleiter. Beide Häuser hatten in den vergangenen Jahren Erlösverluste hinnehmen müssen. Die Klinikchefs beider Häuser hatten den Entschluss zur Fusion mit steuer- und budgetrechtlichen Vorteilen begründet. Auch die Mindestmengen-Regelung sei für die Fusion mit ausschlaggebend gewesen.

Interview mit den beiden Klinikchefs

Die Patienten würden von der Kooperation profitieren. Denn das medizinische Potenzial beider Kliniken könne „noch besser eingesetzt und genutzt werden“, hieß es in der Mitteilung vor einem Jahr.

Bereits 2014 hatte man einen Kooperationsvertrag geschlossen, beispielsweise um gemeinsam einzukaufen. Dieser sollte fünf Jahre gültig sein. Offenbar reichen aber die dabei erzielten Synergien nicht, um beiden Häusern auf Dauer die Existenz zu sichern.

Das Juliusspital hat 342 Betten, pro Jahr werden rund 13 000 Patienten stationär und 20 000 ambulant behandelt. Die „Missio“ hat 320 Betten, hier werden im Jahr rund 15 000 Patienten stationär und über 30 000 Patienten ambulant versorgt. Die Missionsärztliche Klinik hat rund 630 Mitarbeiter, am Juliusspital sind es rund 770.

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