Margetshöchheim

Kein Discounter statt Tennishalle

Der Gemeinderat hat Planungen zur Errichtung eines SB-Marktes auf dem Erbbaugrundstück der stillgelegten Tennishalle erneut einhellig abgelehnt.

Schon vor der Sommerpause war beschlossen worden, über offene Fragen mit der Bauherrengemeinschaft Sport Point zu sprechen. Bedenken bestanden insbesondere wegen der Zufahrt, der Abstimmung des Sortiments mit dem bestehenden Vollsortimenter sowie der grundsätzlichen Nutzungsänderung. Ebenso war fraglich, welche Wechselwirkungen aus dem Betrieb des Discounters mit der gemeindlichen Margarethenhalle zu erwarten sind.

Für die Darstellung der Planung stand Walter Ruppel von der Planungsgruppe Bensing & Partner zur Verfügung. Er berichtete auch, dass es nicht gelungen war, eine sportliche Nachnutzung der brach liegenden Tennishalle zu erreichen.

700 Quadratmeter Verlaufsfläche

700 Quadratmeter solle der Nettoanteil des geplanten Discounters betragen, hinzu komme noch eine Bäckerei mit Café. Es gebe hierfür bereits zwei bis drei Interessenten, sagte er auf Nachfrage. Die Zufahrt zu den reichlich angeordneten Parkplätzen solle über die hintere Zufahrt zur Margarethenhalle führen und der Lärmbelästigung der Anwohner mit einer Lärmschutzwand begegnet werden.  Man unterscheide sich im Sortiment von dem auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegenden Vollsortimenter, behauptete Ruppel.

Das wollte Peter Etthöfer (MM) so nicht stehen lassen. Auch der Vollsortimenter habe ähnliche Angebote wie der geplante Discounter. Andreas Raps (MM) fragte, ob der Mehrwert für die Gemeinde wirklich größer sei, als die Minderung der Qualität der Margarethenhalle. Noch deutlicher sagte es Angela Marquardt (MM): "Wir vermissen in Margetshöchheim keinen Discounter, aber wir vermissen die Tennishalle". Sebastian Baumeister (MM) schließlich gab zu bedenken, dass die Zufahrt zum geplanten Einkaufsmarkt nur über fremden Grund erfolgen kann. Er findet es "unverschämt", dass hier auf Kosten anderer geplant werde.

Nur sportliche Nutzung

Bürgermeister Waldemar Brohm (CSU) erinnerte an den geltenden Erbbauvertrag. Hier stehe ganz klar drin, dass auf dem Gelände nur eine sportliche Nutzung erlaubt ist. Ansonsten müsste das bestehende Gebäude rückgebaut werden und die Fläche geräumt an die Gemeinde zurückgegeben werden. Dies habe man den Besitzern in mehreren Gesprächen sehr deutlich zu verstehen gegeben. So sah es auch Norbert Götz (CSU): "Wenn keine sportliche Nachnutzung möglich ist, muss eben rückgebaut werden". Werner Stadler (SPD) vermisste echte Anstrengungen eine sportliche Nachnutzung zu suchen.

Letztlich bestand der Gemeinderat einstimmig auf seinem Beschluss vom 20. März 2018, stimmte gegen die Nutzungsänderung und damit gegen die Ansiedlung eines Discounters an dieser "sensiblen Stelle" (Brohm). Man wolle sich nicht an der Nase herumführen lassen und bestehe auf der Erfüllung der vertraglichen Pflichten durch die Besitzgemeinschaft. Allerdings signalisierte man auch, dass nach einem Rückbau der Tennishalle und der Rückgabe des Grundstücks an die Gemeinde, man nicht weiter auf der Erbpacht bestehen werde.

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