Würzburg

Kiliani-Unfall: Ursache war menschlicher Fehler

Hier im Ausstiegsbereich der Achterbahn 'Alpen-Coaster' hat es geknallt: Am Montag haben Prüfingenieuren die Anlage auf technische Fehler getestet. Foto: Daniel Peter
| Hier im Ausstiegsbereich der Achterbahn "Alpen-Coaster" hat es geknallt: Am Montag haben Prüfingenieuren die Anlage auf technische Fehler getestet. Foto: Daniel Peter

Nach dem Unfall auf dem Kiliani-Volksfest, von dem am späten Samstagabend vier Menschen im Alter zwischen Anfang und Mitte 20 betroffen waren, konnte die Achterbahn "Alpen-Coaster" am Montag wieder ihren Fahrbetrieb aufnehmen. Dies gab der städtische Volksfest-Organisator Uwe Zimmermann bei einer Pressekonferenz auf der Talavera bekannt. 

Ursache war kein technischer Fehler

Ursache für den Unfall sei "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" kein technischer Defekt gewesen, sagte Zimmermann. Stattdessen habe ein "menschlicher Fehler" den Zusammenstoß mit einem leerstehenden Wagen verursacht. Demzufolge wurde der Wagen automatisch vorgebremst und  rollte in den Ausstiegsbereich. Dort wurde eine zweite Bremse, die sogenannte Ausstiegsbremse, die den Wagen während des Aussteigens fixiert, vom Mitarbeiter zu früh gelöst. Dadurch erhielt der Wagen erneut Schwung und prallte auf einen anderen leeren Wagen, der davor stand. 

In Folge des Zusammenstoßes sei der Sanitätsdienst benachrichtigt worden, so Zimmermann. Da eine der vier Personen nach dem Unfall über starke Hand-Schmerzen klagte, hätten die Sanitäter den Besuch des Krankenhauses empfohlen. Damit sei der Einsatz erst einmal beendet gewesen. Später in der Nacht hätten sich die vier Achterbahn-Fahrer bei der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt als "Geschädigte" gemeldet. Zur weiteren Untersuchung möglicher Verletzungen begaben sich die Betroffenen in ambulante Behandlung. 

Prüfingenieure der Landesgewerbeanstalt vor Ort

Als Reaktion auf den Vorfall wurde die Achterbahn "Alpen-Coaster" am Sonntag erst einmal stillgelegt. Nachdem Prüfingenieure der Landesgewerbeanstalt Bayern (LGA) und die städtische Bauaufsicht die Anlage untersucht haben, konnten Konstruktions- und Elektronikfehler ausgeschlossen werden. Harald Becker, LGA-Referatsleiter für "fliegende Bauten", zu denen auch Schausteller-Geschäfte gehören, hatte den Unfall vom Samstag als "Unregelmäßigkeit" eingestuft.

"Einen Grund, die Anlage jetzt nicht wieder in Betrieb zu nehmen, gibt es nicht", sagte Uwe Zimmermann. Als Veranstalter wolle man dem Betreiber der Anlage jedoch auferlegen, dass die mechanischen Bremsvorgänge zukünftig "mit geschultem Personal und von ihm persönlich betreut werden". Wie auf Anfrage dieser Redaktion bestätigt wurde, ermittelt die Polizei derzeit wegen fahrlässiger Körperverletzung.  

Früher als "Himalaya-Bahn" bekannt

Betreiber Lutz Vorlop wollte sich zu dem Unfall nicht äußern. Der "Alpen-Coaster" stammt aus dem Jahr 1968 und wurde nach Information der Stadt Würzburg 2017 von der Familie Vorlop übernommen, renoviert und neu gestaltet.

Beim Presserundgang am vergangenen Mittwoch hatte Betreiber Lutz Vorlop berichtet, dass die früher unter dem Namen "Himalaya-Bahn" bekannte Achterbahn zuletzt an einen Freizeitpark verkauft worden war und verschrottet werden sollte. Unter ihrem ehemaligen Namen war die Bahn auch bei früheren Kiliani-Volksfesten im Einsatz gewesen. 

Der "Alpen-Coaster" hat eine Grundfläche von 54 mal 20 Metern. Die Schienenlänge beträgt 500 Meter, auf der Bahn gibt es  vier Berg- und Talfahrten sowie drei so genannten "Bayerkurven". Die Betreiberfamilie verfügt noch über eine zweite Achterbahn, den "Rollercoaster", der auch schon mehrmals in Würzburg im Einsatz war. 

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