Würzburg

Klarstellung in eigener Sache

DOSB-Präsident Alfons Hörmann hat zum jüngsten Bericht über Eislauftrainer Karel Fajfr Fragen der Redaktion beantwortet.
Das Eissportzentrum in Oberstdorf.
Foto: Melanie Jäger | Das Eissportzentrum in Oberstdorf.

In unserem Bericht vom 30. Januar 2020 ("Fall Fajfr: Eiskunstlauftrainer bestreitet weitere Vorwürfe") hatten wir auch über die Rolle des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und dessen Präsidenten Alfons Hörmann berichtet.

Unter anderem hatten wir geschrieben: "Wie er nach den neuesten Vorwürfen zu dieser Diskrepanz zwischen DEU und DOSB bezüglich des Einsatzes von Trainer Fajfr steht, beantwortet Hörmann nicht." Die Aussage bezieht sich auf die Tatsache, dass einerseits der DOSB Karel Fajfr aus "moralisch-ethischen" Gründen nicht mehr mit zu Olympischen Spielen nimmt und sich andererseits die Deutsche Eislauf-Union (DEU) öffentlich von dieser Entscheidung distanziert. Zudem hatten wir geschrieben: "Doch konkrete Fragen an Präsident Alfons Hörmann zur Haltung des DOSB im Fall Karel Fajfr sind bislang unbeantwortet geblieben."

Antwort aus der DOSB-Pressestelle

Soweit hierdurch der Eindruck erweckt worden sein sollte, Alfons Hörmann habe sich zu den von der Redaktion entsprechend gestellten Fragen nicht geäußert, stellen wir hiermit klar, dass uns Hörmann über die Pressestelle des DOSB Antworten zu den einzelnen Fragen hat zukommen lassen.

Beantwortet wurde die Frage der Redaktion, wie der DOSB die Aufarbeitung des Falles Karel Fajfr innerhalb die DEU bewertet, von der DOSB-Pressestelle auszugsweise wie folgt: "DOSB und DEU sind sich einig, dass der Fall komplett aufgeklärt und aufgearbeitet werden muss und dass das Thema Schutz vor körperlicher und physischer Gewalt im deutschen Sport von hoher Relevanz ist." Insoweit hatten wir im Beitrag bereits wiedergegeben, dass die Pressesprecherin auf eine vereinbarte Vertraulichkeit gemeinsamer Gespräche mit der DEU-Führung verwiesen und sich auf allgemeine Aussagen sowie Zielsetzungen bezüglich Gewaltprävention im Sport beschränkt hatte.

Zu der Frage, ob die unterschiedliche Auffassung von DOSB und DEU im Fall Fajfr ein Thema in den Gesprächen gewesen sei, ließ Hörmann auf Nachfrage dieser Redaktion von der Pressestelle des DOSB mitteilen, dass es aktuell nicht um die Frage Olympia gehe, die das Jahr 2014 betroffen habe, als der DOSB Karel Fajfr nicht für die Spiele nominiert hatte. Auch hier wird im Übrigen auf die vereinbarte Vertraulichkeit über den konkreten Inhalt des Gesprächs verwiesen.

Desweiteren hatten wir berichtet: "Hörmann wäre dann gleich in doppelter Funktion für das Geschehen in den Sportstätten Oberstdorf zuständig. Als hochrangiger Sportfunktionär sowie als Dienstherr des Sportamtes". Die Aussage zur Doppelfunktion bezieht sich auf die Kandidatur Alfons Hörmanns um das Amt des Landrats im Landkreis Oberallgäu im März dieses Jahres und sein Amt als derzeitiger DOSB-Präsident. Die Redaktion sieht die Verantwortlichkeit Hörmanns als Sportfunktionär für das Geschehen in den Sportstätten Oberstdorf in der Tatsache begründet, dass der Olympiastützpunkt in Oberstdorf eine Einrichtung des DOSB ist und jene Läufer im Eissportzentrum Oberstdorf trainieren.

Die Formulierung "Dienstherr des Sportamts" war in der Weise gemeint, dass das sportliche Geschehen im Eissportzentrum Oberstdorf letztlich auch in den Verantwortungsbereich von Herrn Hörmann als möglicher Landrat Oberallgäu fallen würde, da die "Sportstätten Oberstdorf" ein Eigenbetrieb der Gemeinde Oberstdorf sind, die dem Landkreis Oberallgäu angehört.

Nachtrag: Die Staatsanwaltschaft hatte das Ermittlungsverfahren gegen Karel Fajfr wegen der Vorwürfe Droysens von angeblichen Schlägen auf Arme, Beine, Rücken und ins Gesicht mangels Tatverdachts eingestellt. Diese Entscheidung hat die Generalstaatsanwaltschaft München nach Beschwerde Droysens bestätigt. Nun hat das Amtsgericht Sonthofen Karel Fajfr am 8. Februar 2021 von dem noch verbliebenem Vorwurf einer angeblichen Ohrfeige Droysens im Herbst 2016 freigesprochen. Der Freispruch ist rechtskräftig.

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