Würzburg

Klinikseelsorge: Das Patientenwohl im Fokus

Wegen Corona hat die diesjährige Tagung der Klinikseelsorgerinnen und -seelsorger des Bistums Würzburg am Freitag, 13. November als Onlineveranstaltung stattgefunden, wie das Bistum in einer Pressemitteilung bekannt gibt. An der Veranstaltung mit dem Motto "Patientenwohl als ethischer Maßstab für die Klinikseelsorge" nahmen 35 Personen teil. "Das ungewohnte virtuelle Format der Fachtagung hat verdeutlicht, wie notwendig der persönliche Kontakt und der informelle Austausch unter den Klinikseelsorgerinnen und -seelsorgern ist", sagt Pastoralreferentin Wiltrud Stoer, Leiterin der Krankenhausseelsorge im Klinikum Aschaffenburg-Alzenau.

Gwendolin Wanderer, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Arbeitsstelle Medizinethik in der Klinikseelsorge im Fachbereich Katholische Theologie der Goethe-Universität Frankfurt am Main, ging auf die im April 2016 veröffentlichte Stellungnahme des Deutschen Ethikrates ein und fokussierte sie auf die Rolle der Klinikseelsorge, heißt es weiter. In der deutschen Krankenhauslandschaft häuften sich die Klagen über den Fachkräftemangel, die Überlastung des Personals im Gesundheitswesen und die Dominanz der ökonomischen Interessen, stellte der Deutsche Ethikrat fest, so das Bistum.

Das Patientenwohl, der Mensch in seiner Ganzheit trete in den Hintergrund – bedingt auch durch mangelnde Kommunikation und hochspezialisierte medizinische Versorgung. Patientengruppen mit besonderem Bedarf gerieten laut Mitteilung dabei aus dem Blick, so die Mitteilung, wie beispielsweise Kinder und Jugendliche, hochbetagte Menschen, Menschen mit Demenz oder aus anderen Kulturkreisen.

Klinikseelsorge hat besondere Bedeutung

Der Klinikseelsorge komme in den Krankenhäusern eine besondere Bedeutung zu, da ihr Blickwinkel, die Zeit und die Gespräche zu einer ganzheitlichen Wahrnehmung des Patienten beitrügen. Klinikseelsorge, die in intensiver Kommunikation mit den Patienten und dem Personal stehen, könnten den Blick weiten für die Belange des einzelnen Patienten, seine Interessen, seine Geschichten und Werte, sein "Wohl", so die Mitteilung.

Das sei im Blick auf den einzelnen Patienten ethisch geboten. Es gehe um "gelingendes Leben" auch und gerade in der Krankheit. Diese Perspektive weite den Horizont oft rein medizinethischer Fragestellungen und Fallbesprechungen in den Kliniken. Gleichzeitig gelte es, im Blick auf die Einrichtungen solidarisch, zupackend und als Advokat für das "Wohl" unterwegs zu sein und gut zu überlegen, an welchen Orten und wie das am besten gelingen könne.

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