Höchberg

Kulturscheune Höchberg: Eröffnung mit einem Gartenkonzert

Birgit Süß und Klaus Ratzek als Duo Bassion bei ihrem Auftritt im Garten der Höchberger Kulturscheune.
Foto: Matthias Ernst | Birgit Süß und Klaus Ratzek als Duo Bassion bei ihrem Auftritt im Garten der Höchberger Kulturscheune.

Eigentlich hätte das Duo Bassion mit Birgit Süß (Gesang) und Klaus Ratzek (Tuba/Kontrabass) die "Abrissbirne" im alten Kulturstüble schwingen, also das letzte Konzert an der alten Höchberger Kulturstätte geben, sollen, aber Corona machte dem Spielplan von Kulturreferent Reinhard Klinger einen Strich durch die Rechnung.

Und eigentlich sollte Höchbergs neuer Kulturtempel, die "Kulturscheune", im April eröffnet worden sein. Doch auch hier machte Corona alle Pläne zunichte. An eine offizielle Eröffnung ist auch jetzt noch nicht zu denken. Man überlegt derzeit im Rathaus, im Frühjahr 2021 den offiziellen Teil nachzuholen für das voraussichtlich rund drei Millionen Euro teure Abschiedsgeschenk von Altbürgermeister Peter Stichler.

Doch was macht man mit einer Kulturstätte, die im Dornröschenschlaf liegt? Richtig, man weckt sie auf. Und am besten geht so etwas derzeit mit Freiluftveranstaltungen. Also stellte Klinger ein kleines, aber feines Sommerprogramm auf die Beine. Im Garten der Kulturscheune ist nach den derzeit geltenden Abstandsregelungen Platz für 44 Gäste, die es sich auf den Sitzquadern gemütlich machen können. Ein paar mehr wären schon noch hereingegangen, aber falls Regen kommt, muss man in die Kulturscheune ausweichen und dort ist eben nur Platz für 44 Personen – mit Abstand. Die machten es sich gemütlich in dem Freilichttheater, das am vergangenen Sonntag ihre Premiere erlebte. Die meisten hatten Sitzkissen dabei und es waren vor allem Einheimische, die sich das besondere Musikereignis als Premiere gönnen wollten.

Lange Durststrecke ohne Auftritte

Und diese Premiere gestaltete das Duo Bassion. Mit den französischen Chansons, meisterlich vorgetragen von Birgit Süß, traf man genau die Stimmung des Spätnachmittags. "Wir freuen uns, dass wir die Scheune eröffnen dürfen", brachte Birgit Süß ihre Freude zum Ausdruck. Seit dem Lockdown gab es für das Duo keinen Auftritt mehr, eine lange Durststrecke. Jetzt merkt man förmlich die Befreiung, endlich wieder vor Publikum auftreten zu dürfen. Und den Zuhörern geht es ähnlich. Auch sie lechzten nach kulturellen Veranstaltungen. Dafür nimmt man auch die Maskenpflicht in Kauf. Schließlich will man die Krise möglichst bald überwinden.

Süß blickte in erwartungsfrohe Gesichter, als sie ihr erstes Lied anstimmte. Chansons sind vertonte Gedichte, sagt man in Frankreich und genau auf diese Art von Musik hatte man in Höchberg gewartet. Mal sanft, mal fordernd, mal frivol, mal versteckt, Birgit Süß hatte das ganze Spektrum der französischen Lieder mitgebracht. Und immer im Hintergrund, aber nicht minder wichtig, Klaus Ratzek. Seine Begleitung am Kontrabass und mit der Tuba war immer unaufdringlich, aber doch deutlich vernehmbar. Meist sind es traurige oder sehnsüchtige Lieder an diesem Nachmittag, aber dank der ausführlichen Beschreibung von Süß wird der Text auch für Nichtfranzosen verständlich. Sie verkörpert die französische Lebensweise, das merkt man von Beginn an. Und nicht nur deshalb wurde der Auftritt zu einem vollen Erfolg. Ein gelungener Beginn der Sommerkonzerte in der Höchberger Kulturscheune, fanden die Besucher einhellig und freuen sich schon auf mehr.

Steinquader bilden eine natürliche Sitzgelegenheit im Garten für die Zuhörer in der Höchberger Kulturscheune bei Freiluftkonzerten.
Foto: Matthias Ernst | Steinquader bilden eine natürliche Sitzgelegenheit im Garten für die Zuhörer in der Höchberger Kulturscheune bei Freiluftkonzerten.
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