Würzburg

"Leonce & Lena" im Theater Ensemble: Premiere mit blendenden Ideen

Das Theater Ensemble präsentiert mit der Premiere von Leonce & Lena einen sprühenden Auftakt (von links): Roya Dengler, Paula Opel und Sophie Hepper.
Foto: Andreas Büettner | Das Theater Ensemble präsentiert mit der Premiere von Leonce & Lena einen sprühenden Auftakt (von links): Roya Dengler, Paula Opel und Sophie Hepper.

Was für ein sprühender Auftakt nach der erzwungenen Theaterpause: Auf der Sommerbühne des Theaters Ensemble macht die Premiere von "Leonce & Lena" richtig Spaß und wird vom jungen Publikum mit lebhaftem Beifall bedacht.

Michael Jansky hat Georg Büchners einziges Lustspiel als Leitfaden verstanden und das Stück sehr großzügig interpretiert. Als "Corona-Edition" angekündigt, gewährt er der Komödie freien Lauf und packt sie voll mit blendenden Ideen. Nur die Kreise auf dem Bühnenboden – im allseits bekannten pandemischen Abstand aufgezeichnet und ständig mittels Sprühflasche desinfiziert – dürfen betreten werden und nötigen die Akteure zu flotten Hüpfspielen. Adriano Celentanos uralter Sommerhit "Azzuro" stimmt auf eine Italienreise ein, Faust und Mephisto nehmen eine Anleihe bei Goethe und die cool beherrschten Elektro-Rollbretter als bühnentaugliche Fahrzeuge rufen spontane Begeisterung hervor.

Das Original an Tempo und Geistesblitzen überholt

So steht das natürlich nicht in Büchners Skript, aber das schadet nicht. Im Gegenteil: Die lebhaft-witzige Fassung, die die quirlige Theatergruppe zum Besten gibt, überholt das Original an Tempo, Geistesblitzen und Ausgelassenheit. Diese Intentionen nehmen die drei Schauspielerinnen und zwei Schauspieler mit mitreißendem Engagement auf und bringen die Zuschauer 75 Minuten lang zum Schmunzeln, Kichern und spontanem Lachen.

Roya Dengler nimmt die Rolle des Valerio mit packender Spiellust wahr. Ihre Freude am Charakterwechsel merkt man der "arbeitsmäßigen Jungfrau" an. Vom faulen Nichtstuer ("Wer arbeitet, ist ein subtiler Selbstmörder") wird sie zur agilen Antreiberin, die den trögen Prinzen wenigstens vorübergehend auf Trab bringt oder ihn aus den Höhen wirrer Phantastereien zurückholt.

Zwischen Todessehnsucht und Liebesverlangen

Johannes Kern mimt Leonce, den heiratsunwilligen Thronfolger des Königreiches Popo, trefflich als melancholischen Müßiggänger, den die Langeweile auffrisst: "Das Leben gähnt mich an!" Als vom öden Nichtstun ausgelaugter Höfling treiben ihn skurrile Gedankengänge um. Ihn befallen immer mal wieder Todessehnsucht, Liebesverlangen und depressive Anwandlungen.

Paula Opel gibt sich als Prinzessin des Königreiches Pipi kühl und wenig geneigt, in den Stand der Ehe zu wechseln. Dahin gehende Avancen lässt sie hochnäsig abprallen. Als wuselige, auf Etikette bedachte Hofmeisterin zeigt sich Sophie Hepper in ihrem Element und stets zu Diensten für König Peter. Ihm verleiht Michael Wagner als verwirrter, tobsüchtiger und jammernder Potentat seine kräftige Stimme.

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