Hubland

LGS intern: Im Feierabend zum Gießen antreten

Ein Areal der Landesgartenschau wird nur ehrenamtlich bewirtschaftet: eine vielseitige Aufgabe, die weit mehr als Pflanzen und Gießen beinhaltet.
LGS intern: In der Freizeit zum Gießen kommen. Elmar Müller (57), Vorstand der Stadtgärtner Urban Gardening. Foto: Patty Varasano
| LGS intern: In der Freizeit zum Gießen kommen. Elmar Müller (57), Vorstand der Stadtgärtner Urban Gardening. Foto: Patty Varasano

Es ist abends – mitten im Juli herrschen sommerliche Temperaturen und die ehrenamtlichen Helfer finden sich auf der 1800 Quadratmeter großen Fläche des Projekts „StadtGartenSchau“ der Landesgartenschau Würzburg ein. Gelassen laufen ein paar der Helfer über die Fläche, die als "Testlabor" für die Gestaltung eines grüneren und gesünderen Lebens in der Stadt dient. In der Mitte fällt ein Mann in Gärtnerbekleidung und einem Sonnenhut auf.

"Das Projekt ist eine Gemeinschaftsaktion von CampusGarten der Universität Würzburg, den Stadtgärtnern Urban Gardening und der Volkshochschule Würzburg und Umgebung e.V.," erklärt Elmar Müller, Vorstand der Stadtgärtner Urban Gardening. Auf einem der Wege zwischen den Beeten steht Fabian Onkels, Geografiestudent und ein ehrenamtlicher Helfer bei dem Projekt. Mit einer Gießkanne in der Hand versorgt er die Pflanzen nach dem heißen Sommertag.

Essbare Blüten

Elmar Müller  zupft einige der Lilienblüten ab. "Die kann man essen", sagt er und verteilt sie an die Helfer und Besucher. Als Gärtner informiert er die weiteren Ehrenamtlichen mit seinem Fachwissen. Danach nimmt er sich eine Gießkanne voll Wasser, die einen strengen Geruch verbreitet. „Sie ist mit Jauche gefüllt, so dass die Pflanzen auch Dünger bekommen“, erklärt er.

Fabian Onkels (30) vom CampusGarten hört sich auch die Beschwerden mancher Besucher an. Foto: Patty Varasano
| Fabian Onkels (30) vom CampusGarten hört sich auch die Beschwerden mancher Besucher an. Foto: Patty Varasano

Ehrenamtliches Engagement und gegenseitige Hilfe

Einige der Helfer arbeiteten dort vier- bis fünfmal pro Woche. „Dabei beantworten wir auch Fragen der Besucher. Manche beschweren sich über Pflanzungen wie beispielsweise Getreide oder Radieschen. Getreide blüht nun einmal nicht bunt,“ so Onkels.  

Finanziert werde das Projekt durch eine Crowdfunding Aktion, der Würzburger Umwelt-und Naturstiftung und weiteren kleineren Spenden. Um den Garten regelmäßig besuchen zu können, bekommen die Mitarbeiter eine kostenlose Jahreskarte für die Landesgartenschau. Insgesamt sind es 20 Helfer, die ehrenamtlich die Fläche versorgen und sich über Whatsapp über die Aktionen absprechen. „Bei Fragen zu Pflege oder verschiedenen Projekten helfen wir uns gegenseitig“, sagt Onkels. „Es sind ja auch Stadtgärtner und Leute von Campusgarten dabei, die viel Expertenwissen mitbringen.“

Pädagogikstudentin Wiebke Degler (30) vom CampusGarten freut sich über die Gemeinschaft. Foto: Patty Varasano
| Pädagogikstudentin Wiebke Degler (30) vom CampusGarten freut sich über die Gemeinschaft. Foto: Patty Varasano

Vom Unkraut jäten bis zum Lehmofenbau

Auf einer Seite des Geländes steht ein Lehmofen. „Dieser wurde mit Besuchern gebaut. Wie zum Beispiel auch die Hochbeete, “ erklärt Müller. Meistens fielen Arbeiten an wie gießen, Unkraut jäten, düngen und mulchen. „Aber das Ernten ist das Schönste.“

Dass die Mithilfe dort nicht nur mit Arbeit verbunden ist, sondern auch Spaß macht und die Gemeinschaft fördert, zeigt zum Beispiel die dort aufgebaute mobile Küche. „Alle zwei Wochen grillen wir dort gemeinsam“, sagt Wiebke Degler, eine Pädagogikstudentin, die ebenfalls regelmäßig aushilft. 

Viele Projekte stehen noch an 

In jedem der Beete ist eine andere Idee umgesetzt. „Der essbare Teich ist für manche Besucher der ‚Star‘,“ so Onkels. Dort wachsen Blumenkresse, Bachbunge oder Wassernuss. Auch die nächsten Projekte stehen an: der Lehmofen wird demnächst das erste Mal zum Pizza backen benutzt und eine Hütte begrünt.

„Auch der Emmer muss demnächst gedroschen werden,“ sagt Degler. Dieser werde in ein Tuch gefüllt und dann zerschlagen. Danach werde er gemahlen und als Brot gebacken.  Freigegeben wurde das Gelände im Oktober. Da über den Winter nocht nichts angebaut werden konnte, wurde erst im Fühjahr bepflanzt und gesät. „Die Helfer haben sich hier alles selbst überlegt“, so Degler.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Würzburg und erhalten Sie dreimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Weitere Artikel
Themen & Autoren
Alexandra Hirschmann
Crowdfunding
Ehrenamtliches Engagement
Elmar Müller
Hochbeete
Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Landesgartenschau 2018
Landesgartenschau Kronach
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!