Ippesheim

Linde soll gefällt werden: Blutahorn zur Erinnerung an Eyring

Diese alte Linde in Herrnberchtheim befindet sich in einem schlechten Zustand. Sie soll gefällt werden. An ihrer Stelle will der Obst- und Gartenbauverein einen Blutahorn pflanzen.
Foto: Gerhard Krämer | Diese alte Linde in Herrnberchtheim befindet sich in einem schlechten Zustand. Sie soll gefällt werden. An ihrer Stelle will der Obst- und Gartenbauverein einen Blutahorn pflanzen.

Mit einem Blutahorn will der Obst- und Gartenbauverein Herrnberchtheim an Albrecht Friedrich Eyring erinnern. Eyring war ab 1895 Pfarrer in Herrnberchtheim. Er gilt als der Gründer der Obstbauvereine in Bayern. Vor 100 Jahren, am 21. September, ist er in Würzburg gestorben.

Albrecht Eyring (1844 bis 1920) ist eng mit der Region verbunden. Ab 1877 war er Pfarrer in Lipprichhausen. Drei Jahre nach einem strengen Winter, in dem Tausende von Obstbäumen erfroren waren, und drei Jahre Werben für das Pflanzen von Obstbäumen, wurde am 1. Oktober 1883 der Obstbauverein Lipprichhausen gegründet. Dies war der erste Verein und gilt als Keimzelle des Bayerischen Landesverbandes.

Am 9. Januar 1893 wurde der mittelfränkische Kreisverband für Obst- und Gartenbau gegründet. Eyring wurde dessen erster Vorsitzender. Auf seine Initiative hin kam es am 20. November 1894 in Nürnberg zur Gründung des Bayerischen Landesverbandes für Obst- und Gartenbau. Natürlich mit Albrecht Eyring als Vorsitzendem.  

Seit 1914 Ehrenbürger von Herrnberchtheim

In Herrnberchtheim gründete Eyring 1902 den Obst- und Gartenbauverein Herrnberchtheim. 1913 war Eyring Gründungsmitglied des Heimat- und Musemsvereins Uffenheim und Umgebung, der bereits ein Jahr später das Heimatmuseum eröffnete. 1914 wurde Eyring zum Ehrenbürger von Herrnberchtheim ernannt. Sechs Jahre später starb er in Würzburg. Bestattet ist er in Herrnberchtheim.

Mit dem Blutahorn, dessen Pflanzung auf Gemeindeland der Gemeinderat Ippesheim zustimmte, soll die alte Linde ersetzt werden. Die soll laut Bürgermeister Karl Schmidt 1841 gepflanzt worden sein.

Mit der Geschichte des Dorfes beschäftigt sich Günter Würsching. Der 81-Jährige verfügt über ein großes Fotoarchiv. Jetzt hat er eine 208 Seiten starke Chronik über seinen Heimatort erstellt.

Der Gemeinderat beschloss, die Druckkosten zu übernehmen. Diese liegen bei 300 Büchern bei rund 4200 Euro. Jetzt wird noch nachgefragt, was 350 Stück kosten. Denn vermutlich werde ein solches Werk nicht nachgedruckt. Die Chronik sei laut Bürgermeister Schmidt ein perfektes Weihnachtsgeschenk.  

Betonsteine am Flurweg werden nicht entfernt

Fahrräder und Autos kommen durch, landwirtschaftliche Fahrzeuge, Lastwagen oder Sprinter nicht. Das soll auch so bleiben beim Übergang des Flurwegs von Herrnberchtheim kommend ins Industriegebiet GollIpp. Dort werden die beiden Betonsteine nicht entfernt, wie dies ein Antragsteller für die landwirtschaftliche Ernteabfuhr beantragt hatte.

Die Gemeinde hat nichts dagegen, dass der Eigentümer ein baufälliges altes Haus in Bullenheim abreißt. Laut Schmidt ist eine Impulsberatung, deren Kosten die Kommunale Allianz A7 Franken West übernimmt, erfolgt. Als Ergebnis sei der Abriss empfohlen worden. Die Entscheidung trifft allerdings das Landratsamt.

Im Außenbereich von Bullenheim soll ein Einfamilienhaus entstehen. Wohnbebauung ist in unmittelbarer Umgebung vorhanden. Deswegen soll der Weg mit einer Ortsabrundungssatzung gegangen werden. Hinsichtlich der Erschließung muss mit der Gemeinde zudem eine Vereinbarung getroffen werden. Auch soll an die Gemeinde ein Streifen Land abgegeben werden, damit der Weg verbreitert werden kann, informierte der Bürgermeister. Einvernehmen gab es auch für einen Abriss und einen anschließenden Neubau mitten in Ippesheim.

Weinparadies könnte beim Wegeausbau in den Weinbergen mitmachen

Ein Kernwegeausbau in den Weinbergen, wie er gerade im angrenzenden unterfränkischen Landkreis Kitzingen durch die Kommunale Allianz Südost 7/22geplant ist, ist laut Bürgermeister Karl Schmidt auch für die Marktgemeinde Ippesheim denkbar. Das Verfahren läuft unter Federführung des Amtes für Ländliche Entwicklung Unterfranken. Für das grenzübergreifende Weinparadies bestünde eventuell die Möglichkeit mitzumachen, informierte Schmidt.

In nicht öffentlicher Sitzung vergab der Gemeinderat außerdem die Tragwerksplanung für die Kläranlage. Dabei geht es um die Gründung der Fällmittelstation und der Klärschlammentwässerung. Den Auftrag erhielt ein Kitzinger Ingenieurbüro für rund 7250 Euro.

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