Randersacker

Maindreieck: ein paradiesischer Obstgarten

Für Allianzmanager Bastian Lange ist die Obstbaumblüte der Auftakt für die nächste Runde 'Probierbäume'.
Foto: Antje Roscoe | Für Allianzmanager Bastian Lange ist die Obstbaumblüte der Auftakt für die nächste Runde "Probierbäume".

Rund 200 Obstbäume hat die Allianz Maindreieck inzwischen in ihrem Portfolio als Probierbäume. Und es werden immer mehr, die die rote Banderole tragen. Interesse kommt aber auch von außerhalb.

90 Prozent der Probierbäume, von denen sich jeder Früchte nehmen darf, werden von den Kommunen aus der Allianz Maindreieck zwischen Randersacker und Segnitz zur Verfügung gestellt, schätzt Allianz-Manager Bastian Lange. Die anderen Zwetschgen-, Apfel-, Kirsch-, Birn- und Walnussbäume stellen Privateigentümer zur Verfügung. Viele der Bäume stehen an Wegrändern – oft entlang der ausgewiesenen Fahrradwege beispielsweise. Es sind aber auch Streuobstwiesen darunter, deren Erhalt für die unterfränkische Kulturlandschaft und die damit einhergehenden Artenvielfalt schon seit vielen Jahren ein Thema ist.

Obstdiebstahl artete aus

Dass durch Nutzung der Erhalt gelingen kann, ist auch hier der Ansatz. Jeder darf sich für den privaten Gebrauch nehmen, was er möchte. "Einerseits wird hier das Obst verschwendet, wenn es als Fallobst verrottet, andererseits fliegen wir es von weither ein", beschreibt er das Paradox. Überall wo die Banderole hängt, ist inzwischen Selbstbedienung legal und erwünscht, aber auch Eigenverantwortung, vor allem beim Klettern. Erwerbsobstanbauer können damit hoffentlich auch aufatmen, denn der Obst-Diebstahl hatte stellenweise bedenkliche Ausmaße angenommen.

Nach einer Testphase in Winterhausen geht der Wandel vom verwildernden Fallobst am Maindreieck zum sortenreichen Schlaraffenland für regionales Kern- und Steinobst in die zweite Saison. Neu dabei ist Randersacker. Mindestens 30 Bäume am Radweg, hinter der Kapelle und in Lindelbach, so Bürgermeister Michael Sedelmayer, bekommen demnächst die Banderole umgehängt. Es geht schrittweise, so Lange, der das Projekt noch immer am Anfang sieht. Allerdings interessierten sich inzwischen auch Gemeinden außerhalb der Allianz. Er habe bundesweit Anrufe und Nachfragen zum Konzept bekommen, so Lange. Beim Bund Naturschutz gelten die Probierbäume als Beispielprojekt, weiß er. Der Artenvielfalt wegen und als Lebensraum sind sie geschätzt. Für Theilheims Bürgermeister Hubert Henig ist das Projekt ein neuer Ansatz, vor allem auch die alten Zwetschgen am Sportplatz und eine alte Kirschenanlage wegen der Nisthöhlen zu erhalten.

Schnittkurse im kommenden Winter

Konkrete nächste Schritte sind, neben der Aufnahme weiterer Bäume in das Programm, Schnittkurse als gemeinsame Schulung im kommenden Winter. Vor allem die kommunalen Bauhöfe und die Obst- und Gartenbauvereine sollen mit der richtigen Pflege betraut werden, um die Bäume vital zu halten. Das muss weiter vor Ort geleistet werden, so Lange, der ausdrücklich auch Paten und Partner wie die Main Streuobst Bienen eG in Margetshöchheim oder die Veitshöchheimer Landesanstalt für Wein- und Gartenbau einbinden möchte.

Außerdem geht es an die Bestimmung der Sorten. Wo genau die Probierbäume stehen, ist auf der interaktiven Standort-Karte auf der Homepage der ILE Maindreieck zu sehen (www.maindreieck.de). Es sind bislang nur die Standorte, aber noch nicht einmal die Baumarten ablesbar. Danach kann es an die Planung einer Kulinarischen Wanderung gehen, die Lange als Vision vorschwebt. Die Selbstbedienung, bei der man sich nicht strafbar macht, ist schließlich auch touristisch interessant.

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