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Mainfranken-Messe: Von Heuschrecken und Zauberstäben

Sonja Mann von der Verbraucherberatung der Stadt Würzburg beißt genüsslich in eine Heuschrecke.
Foto: Thomas Obermeier | Sonja Mann von der Verbraucherberatung der Stadt Würzburg beißt genüsslich in eine Heuschrecke.

Bettina Kirchner beißt genüsslich – nicht in ein Brötchen – sondern in eine Heuschrecke. „Wenn die Beine beim Frittieren nicht ganz knusprig geworden sind, kann man sie entfernen. Sonst ist es schwer zu schlucken“, erklärt Winfried Ueckert, Leiter des Fachbereichs Verbraucherschutz. Auf der Mainfranken-Messe können die Besucher in Halle 1 noch bis Sonntag, 8. Oktober, frittierte Heuschrecken, Heimchen und Mehlwürmer probieren.

Das Superfood mit Beinchen und Flügeln kommt bei den Leuten an. „Insekten sind das Lebensmittel der Zukunft, sie sind eiweißreich und gesund“, erklärt Ueckert. In Teilen von Asien und Süd- beziehungsweise Mittelamerika stehen Insekten regelmäßig auf dem Speiseplan. „In den Niederlanden kann man bestimmte Insekten bereits im Supermarkt kaufen“, sagt Ueckert.

Die Besucher freuen sich über kleine Geschenke

Solche Aktionen schätzt Bettina Kirchner an der Mainfranken-Messe. „Für mich ist die Messe zeitgemäß, man erfährt immer etwas Neues“, sagt Kirchner, die aus Elsenfeld (Lkr. Miltenberg) kommt. Natürlich freut sie sich auch über kleine Geschenke, wie den orangenen Plastikeimer den die Firma Kanal-Türpe verteilt. 5000 solcher Eimer zum Verschenken haben Doris und Uwe Türpe mitgebracht, „als Visitenkarte“, wie sie sagen.

An den ersten fünf Messetagen kamen rund 62 000 Besucher auf das Messegelände am Würzburger Mainufer, um das Programm der Mainfranken-Messe zu entdecken. Projektleiter Stephan Dovern zieht eine positive Zwischenbilanz: „Die Mainfranken-Messe ist gut besucht und die Stimmung sehr gut. Es freut uns besonders, dass viele Familien und junge Menschen unter den Besuchern sind.“

Die Foodtrucks kommen gut an

Sebastian (24) und Julia (25) studieren beide Lehramt und sind zum ersten Mal bei der Regionalschau auf dem Maingelände. „Es ist so ein bisschen wie auf dem Jahrmarkt hier“, beschreibt Sebastian. „Wir wollen einfach mal schauen, was man mit Schülern auf so einer Messe machen kann“, sagt Julia, die sich besonders auf die Foodtrucks freut. Aber zuerst zieht es die beiden in Halle 22 zu den Haushaltsgeräten.

Dort preist Gertraut Magerl einen Stabmixer an. „Sie geben gefrorene Früchte wie Himbeeren oder Mango in ein hohes Gefäß und pürieren diese mit unserem Zauberstab“, erklärt Magerl mit sympathischem, österreichischem Akzent. Manchmal tummeln sich bis zu 50 Personen an ihrem Stand. „Der Schweizer Zauberstab ist ein Küchenklassiker des 20. Jahrhunderts“, schmettert sie ihrem Publikum entgegen, bevor sie die Eiscreme in kleinen Waffelbechern zum Versuchen herumreicht.

Kartoffelhobler und Nacken-Massagegeräte

Ein bisschen Schäkern hier, ein lockerer Spruch dort: Als absolute Messe-Neuheit preist Andreas Janzen seinen „Wok Circle“ an: Durch eine gezahnte Spezialklinge schält dieses „Küchenwunder“ Kartoffeln, Gurken, Tomaten, Käse, ja sogar Schokolade in Spiralen- oder Spaghettiform. Acht Stunden am Tag, fast ohne Pause, preist Janzen seinen Schäler an. Marktschreier, nennt sich dieser Beruf. „Ich sehe mich eher als Entertainer und Verkäufer“, sagt er.

Video

Nach so viel Essen und Probieren freut man sich auf eine wohltuende Massage am Stand der Firma Munich Spring. Dort kann man sich mit dem tragbaren Shiatsu-Massagegerät Verwöhnen lassen. „Das Publikum ist heute recht schüchtern“, klagt die Verkäuferin Zeljta Grujic. „Keiner traut sich die Geräte auszuprobieren.“ Dabei helfe die rotierende Knetbewegung bei Verspannung im Nacken- und Schulterbereich.

Rücksäcke und Postkarten am Stand der Diözese

Auf dem Rückweg passiert man den Messeturm der Diözese Würzburg. Dort sind die Turnbeutel mit der Aufschrift „In mir steckt mehr“ bei Schülern und Studenten sehr begehrt, verrät Bernhard Schweßinger, Mediensprecher der Diözese. Er und sein Team verteilen an den neun Messetagen 6000 solcher Rucksäcke, noch dazu gibt es witzige Spruch- und Motivkärtchen.

Die Messe auf den Mainwiesen in Würzburg dauert noch bis Sonntag.

 

Öffnungszeiten: täglich von 9.30 bis 18 Uhr. Einlass bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 9,50 Euro, für Rentner, Schwerbehinderte, Schüler (ab 15 Jahren) und Studierende 8 Euro, für Kinder von 11 bis 14 Jahren 6 Euro. Kinder bis zehn Jahre zahlen keinen Eintritt. Eine Familienkarte (zwei Erwachsene, drei Kinder) kostet 21 Euro.

 

Programm am Freitag (Auswahl):

• Auf der Showbühne in Halle 17/18 kochen Profiköche des DEHOGA ab 11 Uhr Blaue Zipfel vom Mainschleifen-Zander, ab 13 Uhr zeigen Ernährungsfachfrauen des Bauernverbands „Kartoffelsuppe aufgeschmelzt“.

• Auf der FHWS-Bühne in Halle 1 gibt es um 15 Uhr ein Wissensduell, ab 16.30 Uhr eine Weinprobe der GWF.

• Thorsten Otto im Gespräch mit Bernhard „Fleischi“ Fleischmann ab 14.30 Uhr auf der BR-Bühne in Halle 11.

Programm-Tipps am Samstag:

• „BR-Rundschau – Hinter den Kulissen“ heißt es um 12.15 Uhr auf der BR-Bühne. Dort ist Rundschau-Moderator Stefan Schneider zu Gast.

• Comedy mit Lukas Kellner gibt es ab 16 Uhr auf der FHWS-Bühne in Halle 1.

• Auf der Showbühne in Halle 17/18 wird von 11 bis 15 Uhr live gekocht.

 
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