Würzburg

Mehr Betten für Würzburg: Hotel-Investoren präsentieren ihre Ideen

Bettenbedarf: Weil der Tourismus und das Kongressgeschäft boomen, mangelt es in Würzburg häufig an Übernachtungsmöglichkeiten. Die Kapazitäten sind ausgereizt, es braucht neue Hotels.OLIVER BERG, DPA
Foto: Foto: | Bettenbedarf: Weil der Tourismus und das Kongressgeschäft boomen, mangelt es in Würzburg häufig an Übernachtungsmöglichkeiten. Die Kapazitäten sind ausgereizt, es braucht neue Hotels.OLIVER BERG, DPA

Ein runderneuertes und vergrößertes Congress Centrum, ständig neue Rekordzahlen beim Schiffstourismus und den Übernachtungszahlen – die Tourismus- und Kongressstadt Würzburg boomt. Doch woran es fehlt sind Hotelkapazitäten. Deshalb melden sich ständig Investoren bei der Stadt, die in Würzburg neue Hotels errichten wollen. Drei von ihnen stellten sich in der jüngsten Sitzung der Kommission für Stadtbild und Architektur (KoSA) mit Ideen und Entwürfen für zwei neue Projekte vor. Ein Hotel ist auf der „Fahnenwiese“ an der Georg-Eydel-Straße geplant, das andere in direkter Nachbarschaft zum Hauptbahnhof.

Für das 3100 Quadratmeter große Grundstück der „Fahnenwiese“ gleich nach der Brücke der deutschen Einheit, auf dem etliche alte Bäume stehen, gibt es noch kein Baurecht, aber bereits zwei Interessenten für einen Hotelneubau. Einer ist die Hamburger Revitalis Real Estate, die in der KoSA-Sitzung sehr konkrete Pläne präsentierte. Revitalis arbeite mit großen Ketten wie Hilton, Intercontinental oder Marriott zusammen und beabsichtige in Würzburg den Bau eines Drei-Sterne-Hotels, erklärte Geschäftsführer Thomas Cromm.

Architekt Liam Earley vom Hamburger Büro MPP erklärte, dass in dem Hotelneubau 159 Zimmer zur Verfügung stehen sollen. Das L-förmig angedachte Gebäude soll aus einem siebenstöckigen und einem abgewinkelten vierstöckigen Trakt bestehen. Vorgesehen sind in einer Tiefgarage 30 Stellplätze sowie 16 Außenparkplätze. Eine hotelbezogene Gastronomie ohne öffentliches Restaurant sowie ein kleiner Kongressbereich gehören ebenfalls zum Projekt.

In der Höhe des Ibis-Hotels

Die Funktions- und Technikräume sollen in Richtung der bestehenden Wohnbebauung angeordnet werden. Bei der Höhe orientierte man sich am gegenüberliegenden Ibis-Hotel, erläuterte der Architekt. Earley stellte zudem in Aussicht, den Baumbestand weitgehend erhalten zu wollen.

Mit weit weniger Details konnte Hans Reiner Waldbröl aufwarten, der dem Gremium für zwei ungenannt gebliebene Würzburger Investoren eine Planungsskizze vorstellte. Er präsentierte einen dreigliedrigen Bau mit einem zentralen sechsstöckigen Baukörper und zwei seitlich angeordneten jeweils vierstöckigen Gebäuden. Waldbröl überraschte die Kommission zudem mit einer „Turmlösung“ – nur um darzustellen, dass solch eine Idee an dieser Stelle wohl völlig unrealistisch sei.

Er merkte zudem an, dass er und seine Partner im Falle eines Zuschlags einen Architektenwettbewerb ausschreiben würden.

Den Kommissionsmitgliedern gefielen beide vorgestellte Lösungen nicht wirklich. Vor allem wurde kritisiert, dass die Neubauten einen Bezug zur bestehenden Bebauung vermissen ließen. Vor einen massiven Block wie ihn die alten Zellerauer Wohnhäuser darstellen, könne man nur einen unabhängigen und eigenen solitären Block setzen, meinte der Münchner Architekt Ferdinand Stracke. Er könne sich „einen runden Zylinder in stattlicher Höhe oder ein anderes richtungsneutrales Objekt“ vorstellen. Die KoSA-Mitglieder dachten auch über eine Dreieckslösung nach, die der Form des Grundstücks entspräche. Einigkeit herrschte darüber, dass oberirdische Parkplätze auf dem Areal nicht in Frage kommen dürften.

Stadtbaurat Christian Baumgart fasste es so zusammen: Ein Hotelbau an dieser Stelle sei vorstellbar. Jetzt gehe es um die „Ausbildung einer Architektur“, weshalb die Interessenten weitere Entwürfe in der Stadtbildkommission vorstellen sollen.

Neues Hotel am Bahnhof

Auf einer viermal so großen Fläche wie in der Zellerau, nämlich auf 12 000 Quadratametern, möchte die Würzburger Bader-Gruppe auf der östlichen Bahnhofsseite ein Hotel errichten: 250 Meter lang und 50 Meter breit, dazu ein Parkhaus mit 660 Plätzen sowie 220 weitere Stellplätze unter dem Hotel. Im Hotel sind auf drei Etagen 198 Zimmer vorgesehen. Das Baugrundstück befindet sich zwischen den Bahngleisen und dem Quellenbach-Parkhaus.

Da liegt der Knackpunkt. Architekt Jens Bennfeld vom Dortmunder Büro Gerber zeigte deshalb zwei Lösungsvorschläge – mit und ohne Parkhaus. Für den Plan ohne gab es in der Kommission spontanen Applaus. Man könne dann auf den zweigeschossigen Sockel verzichten, auf dem das Hotel gebaut würde, wenn das Parkhaus bliebe. Damit werde der Raum zwischen Hotel und Ringpark viel besser entwickelt, so Architekt Bernhard Winking aus Hamburg.

Knackpunkt Parkhaus

Zunächst müssen aber die Stadt als Parkhausbetreiber und der Hotelinvestor klären, ob die Anzahl der Stellplätze des Quellenbach-Parkhauses auf dem Grundstück verwirklicht werden können. Erst dann wäre die Stadt bereit, den unansehnlichen Parkhausbau zu beseitigen. Die Gespräche darüber laufen bereits.

Die Kommissionsmitglieder sprachen von einer „wunderbaren Chance, dem Ringpark einen Prospekt zu geben“ und mit einer teilweise offenliegenden Pleichach einen Boulevard und damit eine „Visitenkarte am Stadteingang“ zu entwickeln. Vieles deutet also darauf hin, dass die Tage des Quellenbach-Parkhauses gezählt sind.

Bahnhofszukunft: Vorne ein Hotel mit Parkhaus, dahinter Wohnen für Studenten und mittendrin ein Boulevard am Glacis.
Foto: Gerber Architekten | Bahnhofszukunft: Vorne ein Hotel mit Parkhaus, dahinter Wohnen für Studenten und mittendrin ein Boulevard am Glacis.
Zellerau 2: Entwurf der Hamburger Revitalis AG.
Foto: MPP Architekten | Zellerau 2: Entwurf der Hamburger Revitalis AG.
Zellerau 1: Der Entwurf aus Würzburg.
Foto: Maslowski Architekten | Zellerau 1: Der Entwurf aus Würzburg.
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