Würzburg

Mehr Corona-Patienten auf Mainfrankens Intensivstationen

Monatelang war Pause, jetzt kommen wieder verstärkt Covid-19-Patienten in unterfränkische Kliniken. Zwölf werden derzeit intensiv behandelt, Engpässe gibt es noch nicht.
Eine Krankenpflegerin arbeitet in Schutzkleidung in einem Krankenzimmer auf der Intensivstation des Uniklinikums Essen. Mit steigenden Infektionszahlen nimmt auch die Zahl der Covid-19-Patienten in den Kliniken wieder zu.
Foto: Marcel Kusch, dpa | Eine Krankenpflegerin arbeitet in Schutzkleidung in einem Krankenzimmer auf der Intensivstation des Uniklinikums Essen.

Die Corona-Infektionszahlen steigen weiter an, bundesweit meldete das Robert Koch-Institut am Freitag mit 7334 neuen Fällen innerhalb von 24 Stunden einen neuerlichen Rekordwert. In Bayern überschreiten mittlerweile 16 Landkreise und kreisfreie Städte die kritische Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tagen.

In Unterfranken derzeit besonders betroffen: Stadt (82,4) und Landkreis (65,8) Schweinfurt. Die wenigsten Neuinfektionen zählt der Landkreis Rhön-Grabfeld (8,8). Zwei Todesfälle in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gibt es in Schweinfurt und bei der Lebenshilfe in Mellrichstadt. Beide verstorbenen Senioren litten an schweren Vorerkrankungen.

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Experten rechnen damit, dass sich die vielen positiven Corona-Tests in zwei bis drei Wochen auch in den Kliniken niederschlagen. Zwar ist die Lage auf den unterfränkischen Intensivstationen noch relativ ruhig, doch der Trend erkennbar: Lagen vor vier Wochen praktisch gar keine Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern, so müssen aktuell zwölf intensiv versorgt, sieben von ihnen beatmet werden. Dies zeigt ein Blick in das Intensivregister, in dem bundesweit die Kapazitäten erfasst werden.

Drei Viertel der Intensivbetten ohne Covid-19-Patienten belegt

Die meisten Intensivbetten in der Region gibt es in Würzburg (152), Bad Neustadt/Saale (86), Bad Kissingen (51) und Schweinfurt (47). Überraschend: Hier wie in ganz Bayern sind die Intensivbetten bereits ohne Covid-19-Patienten im Durchschnitt zu drei Vierteln belegt. Allerdings könnten im Freistaat zusätzlich zum Bestand von 4200 Intensivbetten binnen einer Woche weitere 2000 als Notfallreserve aufgestellt werden.

Trotz der starken Auslastung erwartet man in mainfränkischen Kliniken im Moment keinen akuten Covid-19-Engpass. Dies ergab eine stichprobenartige Umfrage dieser Redaktion. Infektiologe August Stich, Chefarzt an der Missio-Klinik unter dem Dach des Klinikums Würzburg-Mitte, sieht die Krankenhäuser gut aufgestellt. "Es sind genügend Kapazitäten verfügbar bzw. schnell mobilisierbar, um eine Versorgung der Bevölkerung auch bei steigenden Infektionszahlen im Herbst und Winter sicherzustellen."

Schweinfurt: Hohe Infektionszahlen, mehr Klinikpatienten

Dass sich hohe Inzidenzwerte in den Kliniken bemerkbar machen, zeigt der Hotspot Schweinfurt: Im Leopoldina-Krankenhaus werden (Stand Freitag) elf Patienten (Durchschnittsalter 59 Jahre) auf der Normalstation behandelt, weitere drei auf der Intensivstation (Durchschnittsalter 63 Jahre). Betroffen sind nicht nur ältere und vorerkrankte, sondern auch jüngere Patienten ohne Vorerkrankungen. "Sie mussten mit Beschwerden wie deutlicher Atemnot ins Krankenhaus eingewiesen werden", mahnt Julia Schüler, Mitarbeiterin der Geschäftsführung.

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Das Leopoldina habe genügend Betten für Covid-19-Patienten und die erforderliche Schutzausstattung. Eng könnte es allerdings bei einem größeren Ausfall von Intensivpflegekräften werden. Denn hier ist die Personaldecke wie in den meisten Kliniken auch ohne Corona dünn.

Auch Klinikpersonal hatte sich angesteckt

Deshalb achten die Kliniken auf Schutzmaßnahmen für ihre Mitarbeiter. Am Leopoldina-Krankenhaus sind einzelne Pflegekräfte wegen eines positiven Tests oder einer Quarantäne-Anordnung ausgefallen. An der Würzburger Uniklinik hatten sich im September jüngere Mitarbeiter "vermutlich im privaten Umfeld oder auf Reisen" infiziert, heißt es auf Anfrage aus der Pressestelle. Hier seien die Zahlen aber rückläufig.

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An der Uniklinik werden aktuell sechs Covid-19-Patienten im Alter zwischen 50 und 75 Jahren behandelt, zwei auf der Intensivstation. Ähnlich die Situation am Klinikum Würzburg-Mitte mit fünf Corona-Patienten, ebenfalls zwei auf Intensivstation. Coronabedingte Personalausfälle gebe es hier derzeit nicht, so Sprecherin Daniela Kalb. Das Klinikum appelliert an die Bevölkerung, die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie einzuhalten, um die Krankenhäuser auch in den nächsten Monaten nicht zu überlasten.

Eine Bitte, die alle Einrichtungen in Mainfranken teilen dürften – auch wenn sie aktuell keine Covid-19-Patienten versorgen müssen, wie die Volkacher Helios-Klinik und das Klinikum Main-Spessart, oder jeweils nur einen Patienten, wie die Geomed-Klinik in Gerolzhofen und die Klinik Kitzinger Land.

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