Uettingen

Millionenprojekt "Wohnen an den Höfen": Neue Mitte für Uettingen

Ein Seniorenheim, Wohnungen, ein Café, eine Artztpraxis – direkt an der B8 soll ein neues Zentrum für Uettingen entstehen. Im Mittelpunkt steht dabei der Denkmalschutz.
Pläne der Firma Archicult für den Umbau der Uettinger Ortsmitte.
Foto: archicult/Beckermedien | Pläne der Firma Archicult für den Umbau der Uettinger Ortsmitte.

"Das ist ein echter Glücksfall hier, dass wir mehrere Tausend Quadratmeter mitten im Ort haben, die wir entwicklen können", sagt Architekt Roland Breunig. Gleich am Uettinger Rathaus beginnt das 9500 Quadratmeter große Areal, das Breunigs Firma Archicult in den nächsten zwei Jahren komplett umkrempeln will: Dazu gehören die Alte Schule, die "neue" Schule aus den 60er-Jahren und der Dreiseithof der Gebrüder Krämer.

Ein Seniorenheim mit 49 Pflegeplätzen, 20 Wohnungen zwischen 35 und 100 Quadratmetern, eine Arztpraxis und mehrere Gewerbeeinheiten sollen hier entstehen. Die alte Bausubstanz der Schulen und des Krämerhofs sollen bestehen bleiben, dazu kommen mehrere Neubauten für das Seniorenheim und ein Parkhaus mit Wohnungen. Mehr als 30 Millionen Euro plant das Architekturbüro für dieses und ein weiteres Wohnprojekt im Uettinger Ortskern.

Zwei Container geben schon einen Hinweis darauf, dass sich an der Alten Schule in Uettingen bald viel verändern soll. Der Baum und das Scheunentor sind zwei markante Elemente, die bleiben sollen.
Foto: Carolin Schulte | Zwei Container geben schon einen Hinweis darauf, dass sich an der Alten Schule in Uettingen bald viel verändern soll. Der Baum und das Scheunentor sind zwei markante Elemente, die bleiben sollen.

Mit Bürgerbräu und Klosterhof Erfahrungen gesammelt

Breunig hat Erfahrung mit Bauprojekten dieser Art: Schon das Bürgerbräugelände in Würzburg hat sein Unternehmen gestaltet, ebenso den Klosterhof in Zellingen. "Wir wissen, wie man mit denkmalgeschützten Gebäuden umgeht. Deswegen können wir solche Projekte zu einem ähnlichen Preis abschließen, zu dem andere einen Neubau fertigstellen."

Der Spatenstich sollte eigentlich längst gewesen sein, doch Corona hat den Baubeginn nach hinten verschoben. Anfang 2021 soll es nun losgehen, in nur zwei Jahren Bauzeit will Breunig das Projekt abschließen. 

Altes Schulhaus bekommt Denkmalschutz

In der Alten Schule und der angegliederten Scheune entstehen dann acht Wohnungen im Ober- und Dachgeschoss, Gewerbeflächen und ein Hofladen-Café im Erdgeschoss. Dieses wollen die Krämer-Brüder selbst betreiben, die Vorbesitzer des Dreiseithofs am anderen Ende des Areals. Das Schulgebäude, das wohl Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut wurde, steht unter Denkmalschutz.

Auch die Neue Schule, Baujahr circa 1963, bleibt stehen. "Hier haben wir eine sehr gute Bausubstanz", sagt Architekt Breunig. Sechs Wohnung mit bis zu vier Meter hohen Decken werden hier entstehen, dazu eine Arztpraxis – der Mietvertrag ist schon unterschrieben.

Ein Neubau entsteht gegenüber der Neuen Schule direkt an der Straße: Laube nennt Breunig das Gebäude, dass im Erdgeschoss für Parkplätze genutzt wird. Darüber liegen sechs weitere barrierefreie Wohnungen. Es dient auch als Schallschutz.

Gesicht des Orts soll bleiben

Die alten Gebäude des Krämerhofs werden ebenfalls zu Wohn- und Gewerbeeinheiten umgewandelt. "Hätte man diese alten Bauten einfach weggerissen, hätte man das Gesicht des Orts zerstört", sagt Breunig. Dahinter einsteht ein weiterer Neubau, das Altenheim und acht Servicewohnungen. Das Kommunalunternehmen das Landkreises Würzburg wird die Seniorenresidenz mieten und betreiben. Hier gebe es noch einige Details zu klären, so Breunig.

Architekt Roland Breunig (links) und Bürgermeister Edgar Schüttler.
Foto: Carolin Schulte | Architekt Roland Breunig (links) und Bürgermeister Edgar Schüttler.

Uettingens Bürgermeister Edgar Schüttler hat das Projekt von seinem Vorgänger Heribert Endres geerbt. "Wir sind sehr stolz, dass wir nun so eine moderne Ortsmitte bekommen.

Breunig hat noch ein weiteres Projekt im Ort angestoßen: Am Uettinger Schloss baut Archicult aus alten Scheunen und Stallung 2o weitere Wohnungen: "Das kann man sich wie ein Reihenhaus vorstellen", so Breunig. Auch hier soll die Hofstruktur und der denkmalgeschützte Gebäudekomplex erhalten bleiben.

Den Vorzug beim Kauf der Eigentumswohnungen an der Würzburger Straße und am Schloss hatten die Uettinger, 14 Objekte sind schon fest vergeben. Zwischen 3500 und 4000 Euro pro Quadratmeter müssen Interessenten einplanen.

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