Würzburg

Monteverdi-Chor sang Elgars „The Kingdom“

Man kommt gern. Es hat etwas mit der Atmosphäre zu tun. Immer wieder ist es dem Monteverdi-Chor Würzburg in der Vergangenheit gelungen, bei seinen Konzerten eine Stimmung von intensivem Erleben bis hin zu beglückendem Genuss zu verströmen. Verantwortlich dafür sind der frische Chorklang, die sichere Intonation der jungen Stimmen, eine hellwache Darbietung und klare Konturen bei der Gestaltung.

So auch diesmal. Die Aufführung „The Kingdom“ von Edward Elgar hat Sogwirkung. Denn Töne, Melodienbögen, Klangwirbel setzen an, breiten sich aus, brausen, toben, schmeicheln, flehen, beschwören in der gut besuchten Neubaukirche. Unter der Leitung von Matthias Beckert bringen Chor, Solisten und die Vogtland Philharmonie die spätromantische Musiksprache des 1857 geborenen Komponisten energiegeladen zum Klingen.

Prunkvolle, pathetische Musik – in der zwischendurch das berühmte „Pomp and Circumstance“ durchzuklingen scheint – hat sich Elgar für sein biblisches Oratorium ausgedacht, spart nicht an großen Gesten, ausladenden musikalischen Bögen und frommen Passagen.

„The Kingdom“ ist Teil eines Zyklus, zu dem auch „The Apostels“ gehört und das die Jünger in ihrer Entwicklung von einfachen Männern zu von Gott bestimmten Gesandten und Sündige wie Maria Magdalena als vom Geist inspiriert aufzeigen will. Der Komponist, überzeugter Katholik, der seiner Arbeit Ausschnitte des Alten und Neuen Testaments zugrunde legt, hat seine auf der Höhe seiner Zeit theologisch-philosophische Überzeugung in das Werk gepackt.

So legt er dem Apostel Petrus schon im Präludium die Worte „Where two or three are gathered together in My Name…“ („Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind…“) in den Mund. Dieses Statement verkündet Jens Hamann überzeugend, mit kraftvollem Bass, klar verständlicher Aussprache und Gänsehaut-Effekt („. . . this Jesus whom ye crucified“).

Auch die anderen Interpretationen weiß der Sänger mit gepflegter, auf den Punkt sitzender Stimme zu artikulieren. Ihm stehen Sopranistin und Altistin in nichts nach. Anna Feith in der Rolle der Maria fächert das gesamte Farbenspiel ihres Soprans auf.

Spitzentöne auch im Piano

Spitzentöne kommen auch im Piano noch weich und warm. Im Duett „. . . let us go into the house of the Lord“ schmiegt sich ihre Stimme in vollendetem Einklang mit derer Altistin Anna Haase. Deren intensiver Alt rührt an, deckt den Part der Maria Magdalena hochmusikalisch ab. Das Solistenquartett ergänzt Tenor Donald George als Lieblingsjünger Johannes mit sicherer Stimme. Soli und Chorsummen werden getragen vom fein abgestimmten Orchesterton. Bei der Erzählung des Pfingstgeschehens wächst das Orchester über sich hinaus. Alle Instrumentengruppen gießen Feuerzungen und Verwirrung der Menschen in beglückende Klangbilder, beeindrucken durch Akzentuierungen und bewegte Rhythmen.

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