ZELLERAU

Nautiland: Generalsanierung oder Neubau?

Generalsanierung oder doch Abriss und kompletter Neubau? Diese zwei Varianten für das neue „Nautiland“ haben die Planer gut 70 Bürgern im ehemaligen Gastronomiebereich des Zellerauer Familienbads vorgestellt. Ein Stimmungsbild am Ende der Infoveranstaltung war eindeutig: Fast alle Anwesenden bevorzugten den Neubau.

Anfang Juli hatte Jürgen Athmer, Geschäftsführer der Bäder-GmbH, dem Stadtrat drei Entwürfe vorgestellt und wurde beauftragt nachzubessern. Das haben Architekt Fawzi Scheib und seine Kollegen von „Fritz Planung“ nun getan. Das Büro hat bundesweit bereits 130 Schwimmbäder geplant und den europaweiten Architektenwettbewerb gewonnen. Auch wenn der Stadtrat sich erst noch entscheiden muss: Bei dem guten Dutzend Stadträten, die am Montagabend dabei waren, geht die Tendenz wie bei den anwesenden Bürgern inzwischen klar Richtung Neubau.

Der würde nach aktueller Kostenschätzung 24,1 Millionen Euro kosten. Die Planung ist noch in einer frühen Phase – es könnte also auch teurer werden. Zulässig wäre in der Detailplanung eine Kostensteigerung von bis zu 18 Prozent, erklärte Scheib. Die veränderte Sanierungsvariante käme auf berechnete 21,6 Millionen Euro. „Dabei würde alles weiterverwendet, was noch standsicher und brauchbar ist“, erläuterte Beate Rudelgast vom Planungsbüro „WSP“.

Für Oberbürgermeister Christian Schuchardt geht es bei der Abwägung „nicht nur um die sparsamste, sondern um die wirtschaftlichste Variante. Wir sind mit unserem Nautiland nicht alleine auf der Welt, sondern müssen uns mit Qualität im Wettbewerb behaupten.“ Dass das Nautiland auch nach der Sanierung bei gleichbleibend sozial verträglichen Preisen möglichst wirtschaftlich betrieben werden kann, dafür soll in beiden vorgestellten Varianten eine Saunalandschaft sorgen. Auch einen Gastronomiebereich gibt es in beiden Fällen. Beim Neubau soll sich das jährliche Defizit der Bäder GmbH um 175 000 Euro reduzieren.

„Es geht nicht nur um die sparsamste, sondern um die wirtschaftlichste Variante.“
Oberbürgermeister Schuchardt zu den Nautiland-Plaungen

Weil der Schwimmbad-Außenbereich zu Gunsten der Saunalandschaft schrumpft, wird sowohl bei einer Sanierung als auch beim Neubau die Wasserfläche insgesamt kleiner als bisher. Beim Neubau sind es aber immerhin fast 200 Quadratmeter mehr als bei der Sanierung. Die sichtbarsten Unterschiede gibt es bei der Anordnung der einzelnen Becken. Bei beiden Varianten sind im Außenbereich ein Erlebnisbecken und ein Schwimmerbecken mit jetzt drei 25-Meter-Bahnen vorgesehen – bei den im Stadtrat vorgestellten Entwürfen waren es nur zwei.

Zwei Zuhörerinnen fanden das „unerhört“ und forderten mindestens vier Bahnen: „Sonst können sie ja gleich Stehplatzkarten verteilen.“ Jürgen Athmer sagte zu, die Anregung mitzunehmen. Er hat aber in diesem Sommer die Schwimmer in den Außenbecken zählen lassen und dabei festgestellt, dass nur an wenigen Tagen mehr als 20 Leute gleichzeitig im Wasser waren: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir mit drei Bahnen allen gerecht werden. Für zwei bis drei Spitzentage im Sommer können wir nicht acht Bahnen bauen.“

Für einen Vorteil der Neubau-Variante hält Athmer die Anordnung der Innen-Schwimmbecken – bei der Sanierung würden das bisherige Lehrschwimmbecken und das fünfbahnige Schwimmerbecken erhalten bleiben. Damit wären Schulklassen im Schwimmunterricht an den Vormittagen mitten drin im Geschehen, während sie sich beim Neubau getrennt von den übrigen Badegästen am Randbereich aufhalten würden.

Außerdem könnte dann das Schwimmerbecken eine sechste 25-Meter-Bahn bekommen. Dadurch wäre selbst bei drei Schulklassen gleichzeitig – eine im Lehrschwimmbecken, zwei im Schwimmerbecken – immer noch eine Bahn für die anderen Badegäste frei – wichtig vor allem im Winterhalbjahr, denn im Gegensatz zur Sanierung würden die Außenbecken bei der Neubauvariante in den kalten Monaten geschlossen.

Die Möglichkeit für drei Schulklassen gleichzeitig fordert der Freistaat Bayern, wenn er sich an den Kosten für die Schwimmbad-Sanierung beteiligen soll. Die Bauzeit beträgt laut Athmer bei beiden Varianten rund zwei Jahre, begonnen werden kann in beiden Fällen frühestens im Sommer 2015 – eine rechtzeitige Entscheidung des Stadtrats vorausgesetzt.

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