WÜRZBURG

Nautiland: Kinder protestieren am Beckenrand

Wollen draußen plantschen: Im Nautiland wehren sich kleine und große Badegäste gegen die Sanierungspläne der Stadt.BUCHBERGER
Foto: Foto: | Wollen draußen plantschen: Im Nautiland wehren sich kleine und große Badegäste gegen die Sanierungspläne der Stadt.BUCHBERGER

Gegen die geplante Schließung des Nichtschwimmerbeckens im Außenbereich haben zahlreiche Nautiland-Badegäste protestiert. Kinder hielten am Beckenrand Plakate mit der Aufschrift „Erhaltet unser Nauti-Freibad“ hoch. Von dieser Spontan-Aktion berichtet Stadträtin und Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes Zellerau Sonja Buchberger.

Viele Menschen hätten sie angesprochen, wie sie ihrem Unmut Luft machen könnten gegen die Pläne der städtischen Bädergesellschaft, das Nichtschwimmerbecken und möglicherweise auch das Schwimmerbecken im Freien stillzulegen. So sei es zum Protest im Becken gekommen.

Wie berichtet, sieht das aktuelle Konzept zur fast 20-Millionen Euro teuren Nautiland-Sanierung die Reduzierung der Wasserflächen von derzeit 2200 Quadratmeter auf nahezu die Hälfte vor. Das Freischwimmerbecken soll auf vier Bahnen verkleinert werden, möglicherweise auch ganz wegfallen, wie Jürgen Athmer, Geschäftsführer der WVV-Tochter Bäder GmbH kürzlich gegenüber der Main-Post äußerte.

Die Belegung des Nichtschwimmerbeckens stehe in keinem Verhältnis zum Aufwand. „Es wird nur von relativ wenigen Kindern genutzt“, begründet Atmer seine Stilllegungspläne. Die sollen zum einen Kosten sparen, zum anderen aber auch Platz schaffen. Im Rahmen der Modernisierung ist der Neubau einer Saunalandschaft vorgesehen. Nach Aussage von Athmer ein „Geldbringer“, wohingegen der Badebetrieb bei bezahlbaren Eintrittspreisen auch künftig ein Drauflegegeschäft bleibe. Vor drei Jahren waren das rund 800 000 Euro, aktuellere Zahlen liegen nicht vor.

Im Sommer ins Hallenbad?

Im vergangenen Jahr zählte das Nautiland eine Viertelmillion Besucher. Die Frage ist, ob das auch künftig so viele sein werden, wenn das neue Nautiland zum reinen Hallenbad mutiert. Im Sommer dürfte sich dessen Besucher in Grenzen halten. Und in den vergangenen heißen Tagen war das Nichtschwimmerbecken im Freien gut frequentiert.

„Das nutzen ja nicht nur Kinder, sondern auch Senioren“, kritisiert Sonja Buchberger, dass „Freibecken gegen eine Saunalandschaft ausgetauscht werden sollen“. Saunen habe man in und um Würzburg bereits genug, aber nicht genug Freibecken. „Wo gehen dann Familien und Senioren im Sommer hin?“, fragt sie. Athmer verweist darauf, dass mit der Anlage am Dallenberg ein großes Freibad zur Verfügung stehe.

Wie berichtet, hat das „Aktionsbündnis für den Erhalt von Nautiland-Bad und Eisbahn“ Athmers Konzept positiv und als „guten Kompromiss“ bewertet. Auch Buchberger begrüßt es, dass die Vereine mit den Plänen, die den Fortbestand des Vereins- und Schulschwimmens vorsehen, zufrieden sind. „Aber die Familien und Senioren dürfen nicht übergangen werden, das Freibad muss bleiben“, sagt sie.

„Nie Einladung erhalten“

Es sei zudem „nicht Aufgabe einer Kommune, mit Steuergeldern Wellnesseinrichtungen zu finanzieren und damit in Konkurrenz zu Privateinrichtungen zu treten.“ Dem Vorwurf des Aktionsbündnisses, sie habe an den Treffen nicht teilgenommen, entgegnet Buchberger: „Ich habe als CSU-Ortsverbandsvorsitzende nie eine Einladung erhalten.“

Die Sanierungspläne für das Bad sollen im Herbst öffentlich vorgestellt werden. Vor dem Entscheid, was gebaut wird, soll es eine Beteiligung von Nutzern und Interessierten in Form einer weiteren Bürgerwerkstatt geben.

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