Würzburg

OB: Sanierung der Mozart-Schule auf der Zielgeraden

Der Stadtrat soll ein dreiteiliges Nutzungskonzept für das Moz-Hufeisen beschließen. Es liegt auch eine aktuelle Kostenschätzung vor.
Die Pläne zur Mozartschule: Im „Mozarteum“ (rot) im vorderen Teil würden Hochschule für Musik, Sing- und Musikschule und Platz für Ausstellungen und Veranstaltungen unter kommen. Im hinteren Teil (gelb) würde die VR-Bank Wohnungen und Büros bauen. Auf der grünen Fläche soll der Neubau der Bank entstehen. Foto: Stadt Würzburg, Grafik: MP
| Die Pläne zur Mozartschule: Im „Mozarteum“ (rot) im vorderen Teil würden Hochschule für Musik, Sing- und Musikschule und Platz für Ausstellungen und Veranstaltungen unter kommen.

Die geplante Sanierung der ehemaligen Mozart-Schule biegt auf die Zielgerade ein - so hat es zumindest Oberbürgermeister Christian Schuchardt am Donnerstag vor der Presse formuliert: Mit einer Nutzung durch die Stadt, die Sing- und Musikschule und die Hochschule für Musik im so genannten "Hufeisen" an der Hofstraße "können wir eine Lösung präsentieren, die uns nach zwei Jahrzehnten intensiver Debatte nach vorne bringt", betonte der OB.

Erst der Hauptausschuss am Donnerstag und dann der Gesamt-Stadtrat in der kommenden Woche sollen das dreiteilige Nutzungskonzept beschließen, das nach einer aktuellen Kostenschätzung insgesamt 12,1 Millionen Euro kosten soll. Nach der Sanierung soll die Sing- und Musikschule in dem von der Hofstraße aus gesehen linken Flügel untergebracht werden, neue Verwaltungs-, Probe- und Seminarräume für die benachbarte Hochschule für Musik sollen an Stelle der Turnhalle im rechten Flügel entstehen.

Den Mittelteil mit dem Foyer im Erdgeschoss und dem ehemaligen Kinosaal mit 180 Sitzplätzen im ersten Stock will die Stadt als eigene Veranstaltungsflächen nutzen und wie die Hatzfeld'schen Gärten mit ihrem Baumbestand für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Außerdem soll dort das Mozartfest-Büro Platz finden und ein kleines Café mit Außengastronomie eingerichtet werden.

OB: "Sind zielorientiert im Sinne des Bürgerwillens unterwegs"

Für alle drei Nutzungen liegen eine Machbarkeitsstudie des Würzburger Büros Kuntz und Brück vor. Das Konzept sei bereits mit den Denkmalschutzbehörden abgestimmt und für gut befunden worden, erläuterte Stadtplanerin Claudia Kaspar. Als positive Beispiele für eine Sanierung im Bestand nannte sie das Burkardushaus und das Polizeigebäude in der Augustinerstraße - beide stammen wie das Moz aus den 1950er Jahren und wurden in den letzten Jahren komplett saniert.

"Mit unserem Konzept bleibt das äußere Erscheinungsbild des Hufeisens erhalten."
Oberbürgermeister Christian Schuchardt

"Mit unserem Konzept bleibt das äußere Erscheinungsbild des Hufeisens erhalten. Wir fühlen uns nach wie vor an den Bürgerentscheid gebunden und sind zielorentiert im Sinne des Bürgerwillens unterwegs", betonte der OB. Die Gebäude bleiben im Eigentum der Stadt, Musikhochschule und Sing- und Musikschule mieten sich in die sanierten Räumlichkeiten ein. Die Würzburger haben sich beim Bürgerentscheid vor drei Jahren mit rund 60 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen den Verkauf und für den Erhalt des Moz ausgesprochen.

Beim Mietvertrag mit der Musikhochschule "konnten wir uns mit Qualität und Preis durchsetzen", so Schuchardt weiter: "Dadurch können wir das Moz erhalten, ohne dass die Belastung für die Stadt zu hoch wird." Dennoch werde das Projekt - so es denn vom Stadtrat abgesegnet wird - den städtischen Haushalt vor große Herausforderungen stellen, fügte Kämmerer Robert Scheller hinzu.

Bürgerinformation zum Nutzungskonzept am 22. Oktober geplant

Er hofft auf Mittel aus dem Städtebauförderungsprogramm, um die Kosten für die Stadt so gering wie möglich zu halten. 3,1 Millionen Euro sind derzeit für die Sanierung des Musikschul-Flügels veranschlagt, 5,1 Millionen Euro für den städtischen Mittelteil und 3,9 Millionen für Sanierung und Umbau der Turnhalle.

Vor allem wegen möglicher Synergie-Effekte durch drei Nutzer aus dem Musikbereich, die auch noch einen Veranstaltungssaal in ihrem neuen Gebäude bekommen, zeigte sich Kulturreferent Achim Könneke "extrem glücklich" mit dem Konzept - auch deshalb, weil die Sing- und Musikschule endlich ihre ungeeigneten und viel zu kleinen Räume in der Burkarder Straße aufgeben kann. Nach dem vorläufigen Zeitplan der Verwaltung könnte es im Jahr 2022 so weit sein.

Nächster Schritt nach einem positiven Votum des Stadtrats ist die europaweite Ausschreibung der Detailplanung. Am 22. Oktober will die Stadt die Bürger im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung über das Konzept informieren und ein Meinungsbild einholen - Ort und Zeit sind noch nicht bekannt.

Vertragsentwurf für die Windmühle liegt vor

Und auch zur so genannten "Windmühle", die die VR-Bank Würzburg im Wege des Erbbaurechts langfristig übernehmen und für eigene Räumlichkeiten, Büros und Wohnungen nutzen möchte, gibt es Neuigkeiten: Nach konstruktiven Gesprächen mit dem Kreditinstitut liegt ein konkreter Vertragsentwurf für das Erbbaurecht vor. "Damit kommen wir einem denkmalgerechten Erhalt des Windmühlen-Flügels näher", sagte Scheller. Laut OB Schuchardt plant die VR-Bank, alle vier Gebäudeteile der "Windmühle" zu erhalten.

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