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Oberbürgermeisterwahl 2020: Wer kandidiert in Würzburg?

Sechs Kandidaten gibt es für den Posten des Oberbürgermeisters in Würzburg. Das sind ihre politischen Ansichten, Ziele und Pläne für den Fall einer erfolgreichen Kandidatur.
Der Würzburger Stadtrat bei einer Sitzung im Rathaus. 
Foto: Daniel Peter | Der Würzburger Stadtrat bei einer Sitzung im Rathaus. 

Sechs Kandidaten wollen in Würzburg Oberbürgermeister oder Oberbürgermeisterin werden. Das Spektrum reicht von linken über grüne bis zu konservativen Kandidaten. Auch die Erfahrung in der Lokalpolitik könnte unterschiedlicher nicht sein. Neben dem Amtsinhaber und bekannten Stadträten treten auch Kandidaten an, die Politikneulinge sind oder bisher vor allem außerhalb des Würzburger Rathauses politisch aktiv waren. Alle unterfränkischen Kandidaten, weitere Infos zur Wahl und einen Live-Blog mit aktuellen Themen finden Sie unter mainpost.de/wahlen.

Wer kandidiert 2020 um das Amt des Oberbürgermeisters in Würzburg?

Christian Schuchardt (50) ist CDU-Mitglied. Der Diplom-Verwaltungswissenschaftler wurde 2007 Würzburger Stadtkämmerer und ist seit der Kommunalwahl 2014 Würzburger Oberbürgermeister. Für die Kommunalwahl am 15. März 2020 wurde er von der CSU, der FDP und dem Bürgerforum nominiert. Zu seinen Zielen zählen unter anderem die Entwicklung kleinerer Gewerbeflächen und ein weiterer Schuldenabbau sowie eine Kooperation mit dem Landkreis beim ÖPNV. Außerdem will er den Bau der Linie 6 abschließen, das Faulenberg-Areal erwerben und den Bau eines neuen Mittelschulzentrums erreichen. In seinem Wahlprogramm schreibt Schuchardt außerdem: „Der Stillstand ist aufgelöst. Wir gestalten Zukunft. Für die Menschen unserer Stadt. Für Würzburg.“

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Martin Heilig (44) wurde bereits im März 2019 als Oberbürgermeisterkandidat der Grünen vorgestellt. Der Vater von fünf Söhnen ist Berufsschullehrer in Marktheidenfeld, lebt aber in Höchberg (Lkr. Würzburg). 2013 und 2017 kandidierte er als Direktkandidat der Grünen bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Würzburg. Bereits seit 1993 ist Heilig bei den Grünen, aktuell ist er gemeinsam mit Christa Grötsch Vorsitzender des Kreisverbandes Würzburg-Stadt. Außerdem ist er in verschiedenen Ehrenämtern, beispielsweise bei der Würzburger Klima-Allianz aktiv. Zu seinen Zielen zählt Heilig eine Radfahrerbrücke in der Nähe der Löwenbrücke, mehr Wasser- und Grünflächen und die Steigerung der Attraktivität des ÖPNV. Seine Wahlkampfthemen präsentiert Heilig außerdem in einem Podcast. Sechs Folgen von „Anpacken mit Martin Heilig“ soll es bis zur Kommunalwahl geben.

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Kerstin Westphal (57) kandidiert für die SPD. Westphal, die seit 1980 SPD-Mitglied ist, saß von 2009 bis 2019 für die SPD im Europaparlament. Außerdem sammelte sie als Mitglied des Stadtrats in Schweinfurt von 1996 bis 2008 Erfahrung auf kommunaler Ebene. Westphal ist Erzieherin, verheiratet und hat zwei Kinder. Die wichtigsten Themen sind für sie der Bau der Linie 6 sowie die innerstädtische Mobilität, die Wohnraum- und Wohnungsbaupolitik und die Entwicklung des Faulenberg-Areals.

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Volker Omert (56) wurde von den Freien Wählern als Kandidat nominiert. Omert ist Journalist und war bis 2010 Chefredakteur und Moderator bei Radio Charivari im Funkhaus Würzburg. Er ist verheiratet, hat keine Kinder und lebt in Würzburg. Aktuell moderiert Omert beim Lokalsender TV Mainfranken die Gesprächssendung „Der Talk“. Außerdem arbeitet er als Medien- und PR-Berater. Wichtig sind Omert vor allem Themen, die die Stadt und die Region betreffen. Er wünscht sich mehr Park&Ride-Anlagen, einen schnellen Bau der Multifunktionsarena und Videoüberwachung im Bereich der Juliuspromenade.

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Dagmar Dewald (54) tritt als Kandidatin der ÖDP an. Dewald ist verheiratet, hat vier Kinder und ist vor allem durch verschiedene Bürgerinitiativen, beispielsweise zum Alandsgrund, zum A3-Tunnel und zum Faulhaber-Platz, bekannt. Sie ist außerdem Mitglied des Bündnisses Verkehrswende Jetzt. Dewald ist ausgebildete Journalistin und hat zuletzt ein Masterstudium der Theologie, Philosophie und Religion abgeschlossen. Schwerpunkte sind für sie Klima- und Stadtbildschutz sowie die Familienpolitik. Außerdem möchte sie so viele Autos wie möglich aus der Stadt lenken.

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Sebastian Roth (39) ist der Oberbürgermeister-Kandidat der Linken. Aktuell sitzt er als einziges Mitglied der Partei im Stadtrat. Er ist Realschullehrer, verheiratet und Vater von vier Kindern. Im Würzburger Kreisverband der Linken ist er Schatzmeister und geschäftsführender Vorstand. Zu seinen Wahlkampfthemen zählt Roth den sozialökologisch verträglichen Klimaschutz, den kostenfreien ÖPNV und die Umsetzung des Luftreinhalte- und Green-City-Plans. Außerdem fordert er mehr bezahlbaren Wohnraum und ist gegen die Förderung der Multifunktionshalle und des neuen Kickers-Stadions.

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Mark Benecke (49) war der Kandidat von „Die Partei“. Er durfte jedoch letztendlich zu der Wahl im März nicht antreten.

Analyse: Wer hat gute Chancen auf den Job als Rathauschef?
Tim Eisenberger
| Tim Eisenberger
Amtsinhaber Christian Schuchardt hat in den vergangenen knapp sechs Jahren sicherlich gezeigt, dass er das Amt des Oberbürgermeisters bekleiden kann. Deshalb dürfte er bei der Wahl vom Amtsbonus profitieren. Sein schärfster Konkurrent wird wahrscheinlich Martin Heilig von den Grünen. Denn diese haben die letzten zwei großen Wahlen in der Stadt für sich entschieden. Sowohl bei der Landtagswahl 2018, als sich Patrick Friedl von den Grünen das Direktmandat für den Landtag in Würzburg sicherte, als auch bei der Europawahl 2019 holten sie die meisten Stimmen. Für gestiegene Chance der Grünen spricht auch der bundesweite Trend. Bei insgesamt bis zu sieben möglichen Kandidaten ist eine Stichwahl durchaus wahrscheinlich. Weil das Wahlverhalten der Studenten – derzeit 38 000 in Würzburg schwer einzuschätzen ist, ist eine Prognose schwierig.

Wie ist die Kommunalwahl 2014 in Würzburg ausgegangen? 

Bei der Oberbürgermeisterwahl 2014 traten fünf Kandidaten an. Im ersten Wahlgang bekam der damalige Stadtkämmerer Christian Schuchardt, der damals von der CSU, FPD und Würzburger Liste unterstützt wurde, 48,7 Prozent der Stimmen. Schul-, Kultur und Sportreferent Muchtar Al Gusain, Kandidat von SPD und Grünen, kam auf 36,3 Prozent. Die beiden Kandidaten zogen in die Stichwahl ein, während Wolfgang Baumann von der ZfW (7,4 Prozent), Charlotte Schloßareck (4,4 Prozent) vom Bürgerforum und ÖDP-Kandidat Raimund Binder (3,3 Prozent) es nicht in die Stichwahl schafften.

Dort setzte sich Schuchardt dann mit 55,7 Prozent durch und wurde damit neuer Rathauschef. Im Stadtrat ist die CSU mit 17 Sitzen zur stärksten Kraft gewählt worden, gefolgt von der SPD mit zehn und den Grünen mit neun Sitzen. Außerdem gewählt wurden die Würzburger Liste (3 Sitze), die Freien Wähler (3), die FDP (2), die ÖDP (2), das ZfW (2), die Linke (1) und das Bürgerforum (1). 

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