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Polizist angeklagt: In Würzburg heimlich nackte Kolleginnen fotografiert?

Um Nacktbilder junger Frauen geht es am Rande, im Zentrum der Anklage steht der Besitz von Kinderpornografie. Jetzt wurde der Prozess gegen einen Polizisten erneut verschoben.
Kinderpornos und heimliche Nacktbilder von Würzburger Kolleginnen: Ein junger Polizist kommt deshalb in Coburg vor Gericht. Das Symbolfoto zeigt einen 'Cyber-Cop' des LKA bei Ermittlungen.
Foto: Peter Kneffel, dpa | Kinderpornos und heimliche Nacktbilder von Würzburger Kolleginnen: Ein junger Polizist kommt deshalb in Coburg vor Gericht. Das Symbolfoto zeigt einen "Cyber-Cop" des LKA bei Ermittlungen.

Auf einen heiklen Fall waren fränkische Internet-Fahnder bei Ermittlungen gegen Besitzer von Kinderpornografie gestoßen: Ein Verdächtiger kam aus den eigenen Reihen. Eine Durchsuchung förderte weitere brisante Fakten zutage: Der Polizist aus Oberfranken soll Jahre zuvor während der Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei in Würzburg heimlich Nacktbilder von  Kolleginnen gemacht  haben. 

Wegen Corona erst verlegt, dann verschoben

Angeklagt wurde der heute 26-Jährige vor allem wegen des Besitzes von Kinderpornografie. Mitte Dezember sollte die Verhandlung am Amtsgericht Lichtenfels beginnen. Doch zunächst wurde der Prozess, der bereits im Vorfeld für viel Aufsehen sorgte, aufgrund der Corona-Pandemie nach Coburg verlegt. Dort steht ausreichend Platz zur Verfügung, um den notwendigen Abstand zwischen allen Prozessbeteiligten sowie Journalisten und Zuschauern einhalten zu können. Dann wurde der Termin aber auch dort abgesagt.

Der Strafprozess sei nun für Mai erneut terminiert, erklärt Matthias Huber, der Direktor des Amtsgerichts Lichtenfels, auf Anfrage. Wegen des starken öffentlichen Interesses sei weiter geplant, in Coburg zu verhandeln.

Die für ganz Bayern zuständige Zentralstelle Cybercrime in Bamberg hatte bestätigt, dass bei einer Durchsuchung bei dem Verdächtigen 300 kinderpornografische Bilder und 74 Videoaufnahmen entdeckt worden waren. Außerdem soll er in 13 Fällen Nacktaufnahmen junger Frauen gemacht haben - offenbar ohne deren Wissen und Erlaubnis.

Heimliche Nacktaufnahmen junger Polizistinnen

Ein Teil der Bilder, die vor über fünf Jahren gemacht wurden, soll Polizistinnen zeigen. Der Angeklagte, damals Polizeischüler und noch keine 21 Jahre alt, soll sie während der Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei in Würzburg gemacht haben - in Bade- und Schlafräumen der Kaserne. Laut Gesetz können derartige "Eingriffe in den höchstpersönlichen Lebensbereich" nach fünf Jahren strafrechtlich nicht mehr belangt werden. Dies sorgt für erheblichen Unmut bei Polizistinnen. Die Ermittler identifizierten auch eine Therme und ein Kloster, das für Tagungen genutzt wird, als Tatorte.

Wie das Amtsgericht Lichtenfels mitteilt, saß der Angeklagte nach seiner Festnahme zeitweise in Untersuchungshaft. Inzwischen ist er wieder auf freiem Fuß, darf aber "derzeit keinen Dienst mehr leisten", betont das Polizeipräsidium Oberfranken.

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