Würzburg

Pop-Up-Radwege in Würzburg: SPD weist Kritik zurück

Im Stadtrat hatte die SPD gegen einen Dringlichkeitsantrag für Pop-Up-Radwege gestimmt – als einziges Mitglied des Verkehrswende-Bündnisses. Wie begründet sie die Entscheidung?
Eine Spur für Radfahrer, eine für Autofahrer. So funktionieren Pop-Up-Radwege – wie hier in Hamburg – in der Corona-Krise. 
Foto: Christian Charisius | Eine Spur für Radfahrer, eine für Autofahrer. So funktionieren Pop-Up-Radwege – wie hier in Hamburg – in der Corona-Krise. 

Am vergangenen Donnerstag gab es im Würzburger Stadtrat einen interfraktionellen Dringlichkeitsantrag der Grünen, der Linken, der ZfW und der ÖDP zum Thema Pop-Up-Radwege. An insgesamt fünf Stellen im Stadtgebiet wollten die vier Parteien, die auch Mitglied im Bündnis "Verkehrswende jetzt" sind, eine Autospur kurzfristig in eine Radspur umwandeln. Damit sollte Radfahrern die Möglichkeit gegeben werden, in Zeiten von Corona und geltenden Abstandsregeln, den Mindestabstand zu Fußgängern und anderen Radfahrern besser einhalten zu können.

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Die SPD, ebenfalls Mitglied im Verkehrswende-Bündnis, stimmte im Stadtrat gegen den Antrag. Die Würzburger Jusos und das Verkehrswende-Bündnis kritisierten dieses Verhalten im Anschluss. Infolge der Berichterstattung dieser Redaktion meldete sich der Fraktionsvorsitzende Alexander Kolbow jetzt mit einer Stellungnahme zum Thema. Kolbow erklärte, dass sich die SPD-Stadtratsfraktion für den nachhaltigen Ausbau des Fahrradverkehrs einsetze: "Die Betonung liegt auf nachhaltig. Ob dafür fünf konkret vorgeschlagene Corona-Übergangs-Fahrradwege hilfreich sind, muss ausführlich diskutiert werden."

Kolbow will Gründlichkeit statt Schnellschuss

Weiter betont Kolbow, dass es für die Fraktion maßgeblich sei, ob die vorgeschlagenen Pop-Up-Radwege verkehrssicher sind und es nicht vielleicht sogar bessere Vorschläge gebe. Außerdem stellt sich für ihn die Frage, ob man nicht lieber bereits beschlossene und geprüfte Maßnahmen vorziehen solle. 

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Weil in seiner Fraktion das Prinzip "Gründlichkeit vor Schnelligkeit" gelte, sei es wichtig, das Thema im zuständigen Mobilitätsausschuss am 16. Juni zu behandeln, statt jetzt einen Schnellschuss zu wagen, gerade weil ein späterer Rückbau der provisorisch eingerichteten Radwege schwer zu vermitteln sei. "Die SPD-Stadtratsfraktion hält Pop-Up-Radwege ausdrücklich für richtig, wenn sie verkehrssicher sind", so Kolbow. Ein gutes Beispiel hierfür seien die in der Nürnberger Straße eingerichteten Radspuren, die die Stadtverwaltung vorzeitig umgesetzt hat. "Hierbei handelt es sich um eine vorgezogene Baumaßnahme, die langfristig erhalten bleibt und nach Corona nicht zurückgebaut werden muss."

SPD-Vorsitzende will zügig handeln

Auch der SPD-Unterbezirk Würzburg-Stadt meldete sich zu dem Thema mit einer Pressemitteilung zu Wort. Darin heißt es, dass die Partei die Einrichtung von Pop-Up-Radwegen ausdrücklich unterstütze. Ob hierfür ein Dringlichkeitsantrag nötig sei, sei in der Partei kontrovers diskutiert worden, so die Vorsitzende Freya Altenhöner auf Nachfrage dieser Redaktion. Es gehe ihr darum, möglichst zügig zu handeln. Die Frage, ob sie das Verhalten der Stadtratsfraktion vom vergangenen Donnerstag unterstütze, beantwortete Altenhöner nicht. Stattdessen wolle sie nach vorn blicken und auch mit dem Bündnis "Verkehrswende jetzt" an einem Strang ziehen. Dabei ist sich Altenhöner sicher, dass sich die Stadtratsfraktion hier richtig positioniert. Angesprochen auf die Kritik der Jusos erklärt sie: "Die Jusos können sich da klarer positionieren, das ist sogar ihre Aufgabe."

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