Würzburg

Queer Pride Würzburg: Gemeinsam für eine bunte Gesellschaft

Queer Pride gründeten queere Menschen 2017 zur Organisation des Christopher Street Day. Doch dem Würzburger Verein geht es um mehr.
Dass alljährlich der Christopher Street Day in Würzburg stattfindet, ist das Verdienst der Ehrenamtlichen vom Verein Queer Pride. 
Foto: Daniel Peter | Dass alljährlich der Christopher Street Day in Würzburg stattfindet, ist das Verdienst der Ehrenamtlichen vom Verein Queer Pride. 

Der Vereinsname enthält das englische Wort „pride“ für Stolz: Queer Pride. Als queer bezeichnen sich Menschen, die in ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität von der Mehrheitsgesellschaft abweichen.

Fragt man Vorstandsmitglied Heino Gövert, auf was die Vereinsmitglieder stolz sein möchten, fällt ihm eine lange Liste ein: „Wir möchten darauf stolz sein, viele Menschen mit unseren Themen zu erreichen. Wir möchten stolz darauf sein, durch unsere Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit über queere Themen die breite Öffentlichkeit zu erreichen. Wir möchten stolz darauf sein, queere Menschen dabei zu unterstützen, zu sich selbst zu stehen und Selbstbewusstsein als queerer Mensch zu entwickeln. Wir möchten stolz darauf sein, Ansprechpartner*innen für queere Menschen zu sein. Wir möchten stolz darauf sein, Ansprechpartner*innen für nicht-queere Personen zu sein: ,Wollt Ihr etwas über uns wissen, dann fragt uns!'“

CSD in Würzburg wiederbelebt

Der Verein sei stolz darauf, schon viele dieser und anderer Punkte – in relativ kurzer Zeit und unter den besonderen Bedingungen der Pandemie – umgesetzt zu haben, so Gövert. Die Gründung hatte aber einen ganz praktischen Grund. Bis 2016 gab es in Würzburg einen jährlich stattfindenden Christopher Street Day (CSD), ausgerichtet vom Verein Toleranzfabrik, der dann seine Arbeit eingestellt habe. Im Laufe des Jahres 2017 fanden sich queere Menschen zusammen, die den CSD Würzburg wiederbeleben wollten. „Eine der größten bayerischen Städte kann nicht ohne CSD sein, so unser gemeinsamer Tenor“, erzählt Heino Gövert.

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Aus dieser Initiative heraus entstand Anfang 2018 der Verein Queer Pride Würzburg. Das Jahr 2018 sei von den Mitgliedern dazu genutzt worden, um Aufbau-, Vernetzungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Ein Jahr später veranstaltete die Gruppe ihren ersten CSD in Würzburg.

Der Christopher Street Day ist benannt nach dem Aufstand von Homosexuellen und sexuellen Minderheiten 1969 gegen Polizeigewalt in Bars in der New Yorker Christopher Street. Der Tag ist deshalb eine politische Demonstration. Gleichzeitig wird er als ausgelassenes Fest gefeiert - und mit einer Portion selbstbewusstem Stolz.

Orga-Treffen als wichtiges Gremium

„Ein ganz wichtiges Gremium in unserem Verein ist unser CSD Würzburg-Orga-Treffen“, so Gövert. In diesem – für alle Interessierten offenen – Treffen würden sämtliche inhaltlichen Punkte besprochen, diskutiert und entschieden, erläutert er. Dieses Organisations-Gremium habe zu Beginn des Vereins vor allem aus den fünf Personen des aktiven Vorstands und drei bis vier wechselnden anderen Leuten bestanden. Unlängst, beim Treffen im September, hätten 18 Personen teilgenommen, in Präsenz und online zugeschaltet. Und das seien noch nicht mal alle, freut sich Gövert.

Insgesamt seien es 25 Menschen, die regelmäßig Aufgaben übernähmen. „Wir sind sehr stolz darauf, dass so viele ihre Freizeit für die Treffen und die mittlerweile bestehenden Arbeitsgruppen investieren“, so Gövert. Und vor allen Dingen meldeten sich zu jeden Treffen neue interessierte Personen an. „Das motiviert uns alle.“

Zulauf trotz der Pandemie

Besonders unter den 2020 und 2021 herrschenden Pandemiebedingungen sei der Zulauf aus Vereinssicht hervorragend. „Über die regelmäßig mitarbeitenden 25 Personen hinaus gibt es etwa 50 Menschen, die uns bei Veranstaltungen, Aktionen unterstützen“, so Gövert. Es engagierten sich überwiegend Menschen im Verein, die sich der queeren Gemeinschaft zugehörig fühlten. „Wir haben aber auch heterosexuelle Menschen, die uns helfen und mitarbeiten“, sagt Heino Gövert.

„Jede Meinung ist wichtig“

 Die Mitglieder des Vereins Queer Pride kommen überwiegend aus Stadt und Landkreis Würzburg. Aber auch aus den angrenzenden Landkreisen und der Stadt Schweinfurt hat er aktive Mitglieder. „Wer Interesse hat, bei uns mitzumachen, ist herzlichst willkommen. Jede Stimme zählt, jede Meinung ist wichtig“, sagt Heino Gövert. „Wir versuchen bei und in unserer Arbeit, integrativ und inklusiv vorzugehen.“ Er weist in dem Zusammenhang auf das Motto des Christopher Street Day im nächsten Jahr hin: „Gaymainsam wollen wir für Gleichberechtigung, Akzeptanz und Menschenrechte arbeiten!“ So ist das Ziel von Queer Pride nicht nur, die Themen einer Gruppe voranzutreiben, sondern ganz allgemein, für das gute Zusammenleben der Menschen in einer bunten Gesellschaft.

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