Randersacker

Randersacker hofft auf Förderung für seine Weinbergswege

60 Kilometer Weinbergswege gibt es in der Gemeinde Randersacker.
Foto: Baumeister | 60 Kilometer Weinbergswege gibt es in der Gemeinde Randersacker.

Formal zugestimmt hatte der Randersackerer Gemeinderat dem Erstellen eines Konzeptes fürs Kernwegenetz bereits in der Dezembersitzung. Jetzt ging es um das Ja zum fertigen Konzept.

Verantwortlich für das Projekt ist die ILE MainDreieck (siehe Stichwort). Holger Becker, der Allianzmanager des interkommunalen Zusammenschlusses erläuterte den Ratsmitgliedern ausführlich, was sich hinter der Allianz und dem Wegenetz verbirgt.

Die jetzt für alle Mitgliedsgemeinden vorliegende Wegeplanung, so Becker, ist Grundlage für die Förderung eines Wege(aus)baus. Die Fördergelder kommen aus dem ELER-Unterprogramm „Infrastruktur und ländliche Wege“. Bayernweit stehen hierfür 3,54 Millionen Euro zur Verfügung. Bisher, so der Allianz-Kümmerer, seien alle hierüber beantragten Vorhaben gefördert worden.

Zur Randersackerer Planung nahmen in der Sitzung Roland Schlosser, der Vorsitzende der Flurbereinigung im Ortsteil Lindelbach, sowie Bernhard König Stellung, der Vorsitzende des örtlichen Weinbauvereines. Beide befürworteten das Konzept. Randersacker, so König, habe 60 Kilometer Weinbergswege. Die seien teilweise marode, weil oft anderweitig genutzt und müssen dringend erneuert werden.

Das jetzt erarbeitete Konzept sichere Fördermöglichkeiten dafür. Für die Weinbergswege, ergänzte der Vorsitzende, werde es im Rahmen eines Pilotprojektes einen Sonderweg geben. Das habe die Landesanstalt für Wein- und Gartenbau Veitshöchheim signalisiert,

Becker erklärte, die Allianz MainDreieck habe in dem bayernweiten Wegenetz-Konzept eine Ausnahmestellung. Man habe hier – einmalig unter den bayerischen Wegenetzen – neben Feldwegen auch die Weinbergswege aufgenommen. In die Planungen einbezogen wurde daher der Fränkische Weinbauverband.

Ziel des Programmes, sagte Becker, sei die Wege außerhalb des Ortes zu verbreitern und anzupassen an die schwereren, landwirtschaftlichen Maschinen der heutigen Zeit.

Die zunehmende Zahl an Biogasanlagen, ergänzte der Kümmerer für die Regionalentwicklung, sorge ebenfalls für eine Zunahme des Verkehrs und damit der Belastung der bestehenden Wege. Die Förderung des Wegebaus soll nicht nur den innerörtlichen Verkehr entlasten, sondern auch die Freizeitnutzung besser und konfliktfreier ermöglichen.

Insgesamt 8,50 Meter breit sollen die geförderten Wegtrassen künftig sein. Eingerechnet ist dabei der eigentliche Weg mit Schwarzdecke (3,50 Meter), mit einem beidseitigen Bankett (je 0,5 Meter), Entwässerungsgräben und Abstandsfläche (0,50 Meter). Ziel sind zudem ausreichend große Radien bei Einmündungen und Kreuzungen. Weinbergswege, ergänzte König, müssten für eine Förderung nicht die geforderte Gesamtbreite haben (und können dies aufgrund der gewachsenen Struktur oft nicht).

Gegen die Stimme von Roland Marold (ÖDP) stimmte der Marktgemeinderat dem Kernwegekonzept zu. Wobei damit kein einziger Wegebau tatsächlich beschlossen ist. Darauf legten alle Beteiligten größten Wert. „Was sie von dem Konzept wann und wie tatsächlich umsetzen“, betonte Becker, „entscheiden alleine sie.“

Grundlage für die Förderung

Mit dem Konzept und der ILE-Kooperation hat Randersacker lediglich – wie alle anderen elf Partner auch – die Grundlage für eine mögliche Förderung geschaffen. Und sich die Chance erhalten, beispielsweise über gemeinsame Ausschreibungen zusätzlich Geld zu sparen.

Aber selbst das war Marold schon zu viel. Er lehne das Konzept rundweg ab, sagt er, weil er befürchte, dass der Ausbau der Wege nicht nur landwirtschaftlichen, sondern auch noch mehr Abkürzungs- und Ausweichverkehr in die Natur bringe. Und das, betonte er, könne und wolle er keinesfalls unterstützen.

Dem hielt Schlosser entgegen, dass es ja nicht um zusätzliche Wege gehe, sondern um eine andere Beschaffenheit der vorhandenen.

Von den Planungskosten des gesamten Kernwegekonzeptes der ILE (39 000 Euro) entfallen auf Randersacker 950 Euro. Die Stadt Ochsenfurt muss den größten Anteil übernehmen.

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