Röttingen

Röttingen: Gibt es doch eine neue Grundschule?

Der Beschluss für den Neubau wurde bereits gefasst. Aber das neue Gremium möchte die Entscheidung doch noch einmal überdenken. Wo dabei die Schwierigkeiten liegen.
Steht auf dieser Wiese (im Hintergrund die bestehende) bald die neue Röttinger Grundschule? Die Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Röttingen beschloss zwar einstimmig die Genehmigungsplanung, doch in trockenen Tüchern ist das Ganze noch nicht.
Foto: Markhard Brunecker | Steht auf dieser Wiese (im Hintergrund die bestehende) bald die neue Röttinger Grundschule? Die Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Röttingen beschloss zwar einstimmig die Genehmigungsplanung, doch ...

Einstimmig genehmigte die Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Röttingen die Genehmigungsplanung zum Bau einer neuen Grundschule in Röttingen. Zuvor hatten Dipl. Ing. Michael Scheuerer, Architekt vom Stuttgarter Architektenbüro Michael + Wolf und der Würzburger Joachim Kaiser (Gartenbau) den Ersatzbau für die bestehende Schule ausführlich vorgestellt. Das Projekt war nach Bekanntwerden in Röttingen sehr umstritten, ist das aktuelle Schulgebäude doch erst 40 Jahre im Dienst.

Eine Sanierung mit vermeintlich weniger Kosten hätten sich viele vorstellen können. Eine Diskussion über die Entscheidung im Herbst 2019 fand in der Bieberehren, Riedenheim, Röttingen und Tauberrettersheim umfassenden Verwaltungsgemeinschaft jedoch kaum statt. Erst mit der Bürgermeisterkandidatur von Hermann Gabel wurde dies in der Bevölkerung richtig zur Kenntnis genommen. Vom damaligen Gremium wurden die entsprechenden Planungen für einen Neubau umgehend in Auftrag gegeben.

Die Mitgliedsgemeinden müssten acht Millionen aufbringen

Wie Architekt Scheuerer bei der jüngsten Sitzung bestätigte, werden sich die Gesamtkosten auf zwölf Millionen Euro belaufen. Laut VG-Vorsitzendem Gabel sind bereits rund 750 000 Euro ausgegeben, beispielsweise für die Planung. Gabel selbst hatte sich bereits bei seiner Bürgermeisterkandidatur für eine Sanierung ausgesprochen. Diese Variante sei viel zu wenig berücksichtigt worden, sagte Gabel. Die beschlossene Möglichkeit des Neubaus sei finanziell schlecht zu stemmen, sind von den zwölf Millionen doch nur rund 6,5 Millionen mit rund fünfzig Prozent förderfähig. Von den Mitgliedsgemeinden seien somit etwa acht Millionen zu finanzieren, und dies bei der aktuellen Situation.

Laut Architekt Scheuerer beinhalten die voraussichtlichen zwölf Millionen einen Teuerungspuffer von 375 000 Euro sowie eine Reserve von 290 000 Euro. Am höchsten schlagen die Bauwerks- und Baukonstruktionen für das dreigeschossige Gebäude mit Flachdach und Holzverkleidung mit rund 5,5 Millionen zu Buche. Es folgen die Nebenkosten mit 2,25 Millionen Euro. Bei der Heizung wird zweigleisig gefahren: mit der vorhandenen Wärmepumpe und mit Gas. Eine Absenkung des Grundwasserspiegels wurde von einem Geologen überprüft und eingeplant.

Diskussion über die Belüftung des Schulhauses

Der Planungsentwurf wurde nun zwar einstimmig genehmigt, doch der Zeitplan wurde gestreckt. Zunächst sollen die Finanzierung und mögliche Fördergelder genauestens erkundet werden. Auf die Fragen von Bürgermeister Gabel an Architekt Scheuerer, warum die Differenz für geplante Kosten und förderfähige so groß sind, verwies dieser auf die Nebenkosten, die hohen Kellerkosten und die veralteten Preise bei den Förderrichtlinien. Diskussionspunkt bei der Vorstellung der Pläne des dreigeschossigen Schulhauses aus Stahlbeton war die Raumlufttechnik: ein natürliches Belüften der Klassenzimmer über die Fenster oder eine maschinelle Version.

Das ehemalige Gremium hatte sich aus Kostengründen für die "natürliche" Belüftung entschieden, würde eine mechanische Einrichtung doch mindestens 350 000 Euro mehr verschlingen. Das Tauberrettersheimer Ratsmitglied Herbert Zeller vertrat energisch die Meinung "Ohne Lüftungsanlage geht es nicht" und verwies auf die hohen zusätzlichen Energiekosten bei der Aufwärmung der Raumtemperatur. Eine Entscheidung darüber wurde vertagt, sollen doch die Vor- und Nachteile und vor allem die Förderfähigkeit der Kosten geklärt werden.

Der neue Zeitplan sieht nach einer erneuten intensiven Entscheidungsfindung für oder gegen den Neubau unter Berücksichtigung der Finanzierungs- und Fördersituation einen Beginn für die Erstellung des Rohbaus erst fürs Frühjahr 2022 vor. Die Inbetriebnahme des Neubaus ist demnach für Anfang 2024 geplant. Anschließend sollen die Außenanlagen gefertigt werden und der Abriss des bestehenden Gebäudes erfolgen.

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