Röttingen

Röttinger Festspiele: Wie klappt ein Musicalworkshop trotz Corona?

Die Röttinger Festspiele können heuer nicht stattfinden. Trotzdem wollte das junge Theater nicht auf den jährlichen Workshop verzichten – natürlich mit nötigem Abstand.
37 Teilnehmende besuchten in der Grundschule in Röttingen den Musicalworkshop des Jungen Theaters der Frankenfestspiele.  Innerhalb von fünf Tagen studierten sie das Musical Cats auf dem Pausenhof ein.
Foto: Patty Varasano | 37 Teilnehmende besuchten in der Grundschule in Röttingen den Musicalworkshop des Jungen Theaters der Frankenfestspiele. Innerhalb von fünf Tagen studierten sie das Musical Cats auf dem Pausenhof ein.

Normalerweise ziehen die Röttinger Festspiele jedes Jahr eine Vielzahl von Besuchern an. Doch auch im Falle des traditionellen Schauspiels hat die Corona-Pandemie der Veranstaltung einen Strich durch die Rechnung gemacht. Trotzdem konnten die Verantwortlichen des jungen Theaters der Festspiele die Umsetzung des jährlichen Musicalworkshops ermöglichen. Es wurde viel geprobt, um am vergangenen Freitag eine erfolgreiche Aufführung vor kleinem Publikum zu geben.

Dieses Mal wurde der Musicalklassiker Cats von Andrew Lloyd Webber neu inszeniert. Bei der Planung sei noch unklar gewesen, wie viele Teilnehmende sich am Ende anmelden. "Es hätte sein können, dass wir ohne Anmeldungen dastehen, weil eine zu große Angst vor Corona besteht", erklärte die Leiterin des jungen Theaters Frederike Faust. Das Angebot habe dann aber viel Zuspruch erhalten und bei 37 Anmeldungen musste ein Strich gezogen werden. Die Teilnehmenden waren zwischen sechs und 27 Jahre alt.

"Es hätte sein können, dass wir ohne Anmeldungen dastehen, weil eine zu große Angst vor Corona besteht."
Frederike Faust, Leiterin Junges Theater

Die Umsetzung der Hygiene-Regeln stellte Faust dann aber doch vor eine Herausforderung. "Dabei erhielten wir viel Unterstützung vom Landkreis Würzburg und der Schulleitung der Röttinger Grundschule", sagte Faust. Mit dieser sei es gelungen, alle Vorschriften einzuhalten und ein gutes Hygiene-Konzept zu erstellen.

Unter anderem fand der Workshop unter freiem Himmel im Schulhof statt. Im Gebäude herrschte Maskenpflicht. Alle Oberflächen mussten regelmäßig desinfiziert werden und die Teilnehmenden eine Gesundheitserklärung abgeben. "Die Vorbereitung haben mich fast um den Verstand gebracht", so Faust, die mit dem Endergebnis aber sehr zufrieden gewesen sei.

Auch die Dozenten mussten anders planen

Auch die Dozenten mussten bei der Umsetzung des Stücks kreativ werden. Das Team besteht dieses Jahr aus drei Mitgliedern: Kathleen Bauers (Regie) aus Berlin, Christina Enders (Choreografie) aus Ludwigsburg und Rudolf Hild aus Meiningen (Gesang). Es werde viel mit Stühlen auf der Bühne gearbeitet, damit Abstände eingehalten werden können. "Natürlich wären auch Berührungen zwischen den Katzen schön gewesen, aber die gibt es dann eben nächstes Jahr", sagte Enders.

"Natürlich wären auch Berührungen zwischen den Katzen schön gewesen, aber die gibt es dann eben nächstes Jahr."
Christina Enders, Choreografin

Nach kurzem Aufwärmen mit Gesangs- und Bewegungsübungen wurden Tänze geübt und die Solos geprobt. Die Lieder in der großen Gruppe mussten, ebenfalls wegen Corona, mit Playback inszeniert werden. Außerdem wurden die Teilnehmenden für die Proben in Kleingruppen eingeteilt. Dabei wurde darauf geachtet, dass vor allem Geschwister oder Freunde in einer Gruppe sind. 

Bei einer kurzen Trinkpause rief ein Teil der Kinder sofort "Maske". "Die Kinder sind teilweise viel vertrauter mit den Corona-Regeln als wir und gehen selbstverständlich damit um", sagte Enders. Sie spüre auch, dass der Workshop für die Teilnehmenden ein willkommene Abwechslung aus dem Corona-Alltag gewesen sei.

Die Teilnehmenden habe trotz besonderer Umstände Spaß

Alle hatten sichtlich Spaß und gaben ihr Bestes bei den Liedern und Tänzen. "Den Text zu lernen macht mir bei den Proben am meisten Spaß", sagte die neunjährige Lara Enders. Und die ebenfalls neunjährige Klara Bauer wollte einfach mal ausprobieren, wie es ist, für ein Bühnenstück zu proben und es am Ende aufzuführen. "Für vier Tage Arbeit ist das Ergebnis fast schon Broadway reif", scherzte Enders.

"Jetzt geben wir den Kindern Zucker und machen noch einen Durchlauf."
Kathleen Bauers, Regie

Die Arbeit an der frischen Luft hatte aber auch seine Tücken. Zwischendurch musste auch mal der eine oder andere Bienenstich versorgt werden und der Hausmeister der Schule hatte extra ein Sonnensegel zum Schutz vor Sonnenbrand gespannt. 

Nach einer kurzen Pause gingen die Proben weiter. "Jetzt geben wir den Kindern Zucker und machen noch einen Durchlauf", sagte Bauer mit Süßigkeiten in der Hand. Danach starteten alle motiviert in die nächste Runde. 

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