's Käuzle: Der Nackige und die Brennnessel

Nicht mehr lange, und es ist wieder weltweiter Nackt-Gärtnern-Tag. Was man dann lieber bleiben lassen sollte.
's Käuzle: Der Nackige und die Brennnessel
Foto: Käuzle

Ein bisschen Zeit ist zwar noch, aber der Hinweis auf ein anstehendes Großereignis sei schon jetzt gestattet: Immer am ersten Samstag im Mai ist Welt-Nackt-Gärtnern-Tag. So verrückt, wie es vielleicht auf den ersten Blick scheint, ist die Idee gar nicht. Die Wurzeln des Nacktgärtnerns reichen bis tief in die christliche Kulturgeschichte. So dürfen wohl Adam und Eva als die ersten dokumentierten Nacktgärtner gelten, und sie bewirtschafteten eine wahrhaft paradiesisch anmutende Nutzfläche namens "Eden".

Weil das Experiment des Nacktgärtnerns für die beiden gar so dramatisch endete, wurde es von nachfolgenden Generationen wohl auch nicht mehr aufgegriffen. Viele Jahrhunderte lang gingen Gartenfreunde in aller Welt ihrer Leidenschaft daher nur noch vollständig bekleidet nach. Was natürlich bei näherer Betrachtung auch nicht unvernünftig ist. Denn nur, wer robuste Kleidung trägt, kann halbwegs unfallfrei seine Rosen schneiden oder das Brennnessel-Inferno rund um die Regentonne beseitigen.

Doch dann, es soll 2005 aus der Nudistenbewegung heraus dazu gekommen sein, wurde der Welt-Nackt-Gärtnern-Tag erfunden. Das Ziel: zeigen, dass man sich seines Körpers nicht zu schämen braucht. Dennoch  bleibt die Frage, wem man das nun im Einzelnen zeigen soll. Der Haselnussstrauch, die fleißigen Lieschen und der Rhododendron werden sich vermutlich nicht daran stören, wenn ihr Gärtner die Gießkanne ausnahmsweise mal im Adamskostüm heranschleppt.

Indoor-Nackt-Gärtnern für Anfänger

Wird aber die Nachbarschaft ähnlich gelassen reagieren, wenn der Besitzer des hübschen Häuschens am Marktplatz den Festtag in angemessenem Outfit in seinem Vorgärtchen begeht? Leise Zweifel daran sind wohl angebracht. Zu empfehlen ist die Teilnahme am Nackt-Gärtnern-Tag daher nur in vor zu viel Einsichtnahme geschützten Gärten - vielleicht mit einer schönen, hohen Buchsbaumhecke drum herum, die man dann aber besser auch nicht ausgerechnet am Nackt-Gärtnern-Tag auf Kniehöhe zusammenstutzen sollte.

Wer sich mit dem Gedanken lieber erst mal vorsichtig vertraut machen möchte, dem sei vielleicht ein Indoor-Nackt-Gärtnern-Tag angeraten. Das Basilikumtöpfchen auf dem Fensterbrett in der Küche kann man prima in unbekleidetem Zustand abernten, und der halbtote Ficus hinter dem Schreibtisch freut sich sicher auch über die Zuwendung eines Nackten.

So. Eventuell haben wir jetzt völlig umsonst die Pferde scheu gemacht und Angst vor möglicherweise peinlichen Begegnungen am ersten Samstag im Mai verbreitet. Vielleicht kommt ja ein Kälteeinbruch. Dann können wir das mit dem Nacktgärtnern sowieso vergessen.

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