Würzburg

Sam macht sich Sorgen

Im Bild zu sehen (von links): Lehrerin Dorothee Wehrmann, Sieger Sam, Rektorin Christine Dusolt und Lehrerin Ute Hofmann.
Foto: Anja Frühwirth | Im Bild zu sehen (von links): Lehrerin Dorothee Wehrmann, Sieger Sam, Rektorin Christine Dusolt und Lehrerin Ute Hofmann.

Corona bestimmt unser Leben. Auch das unserer Kinder, wie der Malwettbewerb an der UNESCO-Grundschule verdeutlicht. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie machen auch vor Kinderaugen nicht Halt, sie bringen die Gefühlswelt der Kleinen durcheinander.

Tagtäglich werden auch die Jüngsten unserer Gesellschaft an die für uns alle so nicht gekannte Situation erinnert: Abstand halten, regelmäßiges Händewaschen, Mund-Nasen-Bedeckung tragen – selbst im Unterricht. Leichtigkeit und Frohsinn kommt immer mehr abhanden, weshalb die mehr als 350 Schülerinnen und Schüler der UNESCO-Grundschule am Heuchelhof in einer Andacht aufgerufen waren, die Geschichte vom Sonnenstrahl, der ein Lachgesicht an die triste, graue Wand skizzierte, zu Papier zu bringen.

Ausgeschrieben war ein großer Malwettbewerb – erlaubt war alles, was Gefühle griffig macht: unterschiedliche Materialen, verschiedene Maltechniken, egal, ob Bunt- oder Bleistifte, Wasserfarben oder Kreide.

Ziel war es, alle Bilder gesammelt in der Aula auszustellen und so zu zeigen, wie bunt der Alltag auch in Zeiten des COVID-19-Virus ist. Und der Sieger wurde – entsprechend des UNESCO-Gedankens „Ich, du, wir – Demokratie beginnt mit mir“ – per geheimer Wahl ermittelt.

Das Ergebnis der Auszählung war überraschend und machte betroffen zu gleich, zeigt es doch, dass auch die Kleinsten unter uns Sorgen plagen: Das Siegermotiv zeigt kein Lächeln, sondern eine Weltkugel mit traurigen Augen und weißer Gesichtsmaske – dazu schwebt der Erdball von Sternen beschützt durch den schwarzen Weltraum. Eine Reise ins Ungewisse – für die sich Sam aus der 4. Klasse entschied und das die Stimmung seiner Mitschüler transportierte. „Die ganze Welt braucht Schutz – und die Maske schützt uns“, sagte Sam.

Für Rektorin Christine Dusolt verdeutlicht der Malwettbewerb, „dass Corona bei vielen Kindern Ängste und Sorgen hervorruft, die sie im Alltag vielleicht nicht ganz so häufig zeigen, aber sie sind vorhanden und erinnert uns Pädagogen daran, noch intensiver mit den Kindern zu sprechen, sie behutsam durch diese so nicht gekannte Situation zu begleiten und ihnen Ängste zu nehmen. Stunde für Stunde, Tag für Tag.

Das Bild von Sam ist ein starker Ansatz, um mit allen Kindern Gespräche zu vertiefen und mehr über die verborgenen Belastungen zu erfahren und gegenzusteuern“.

Von: Anja Frühwirth, Lehrerin an der UNESCO-Grundschule Würzburg-Heuchelhof

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