GREUSSENHEIM

Sanierter Kreuzweg eingeweiht

Zufriedene Gesichter: Bürgermeister Thomas Rützel (links) freute sich über die Einweihung des sanierten Greußenheimer Kreuzwegs (mit ab Zweiter von links): Erzbischof Georg Antonysamy, Bruder Michael Krämer, (im Hintergrund) Archivpfleger Günter Hetzer, Pfarrer Paul Julian, Paul Lorenz Kraus und zweite Bürgermeisterin Karin Kuhn.
Foto: Franz Nickel | Zufriedene Gesichter: Bürgermeister Thomas Rützel (links) freute sich über die Einweihung des sanierten Greußenheimer Kreuzwegs (mit ab Zweiter von links): Erzbischof Georg Antonysamy, Bruder Michael Krämer, (im ...

Die Sanierung ist abgeschlossen: Die 14 Kreuzwegstationen, die Kreuzigungsgruppe sowie der Ölberg im Wald am Herchenberg bei Greußenheim erstrahlen in neuem Glanz. Georg Antonysamy, Erzbischof von Madras-Mylapore im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu, der zurzeit Pfarrer Dr. Paul Julian besucht, segnete den Kreuzweg in Anwesenheit von über 100 Teilnehmern. Danach betete Diakon Bruder Michael Krämer mit den Gläubigen den Kreuzweg.

Bürgermeister Thomas Rützel dankte dem Vorstand der Teilnehmergemeinschaft (TG) Greußenheim 4 für seinen Einsatz, denn die Sanierung des Kreuzwegs fand im Rahmen des Waldflurbereinigungsverfahrens statt. Diese Maßnahme habe „die einmalige Möglichkeit eröffnet“, das Projekt durchzuführen, ohne dass der Gemeinde Kosten entstanden. Insgesamt schlug die Sanierung mit circa 26 200 Euro zu Buche. Aus Mitteln der Europäischen Union (EU) flossen rund 12 100 Euro. Den Rest übernehmen der Vereinsring Greußenheim, die Unterfränkische Kulturstiftung des Bezirks, die Sparkassenstiftung, das Amt für Denkmalspflege sowie das Bischöfliche Ordinariat der Diözese Würzburg.

Paul Lorenz Kraus, Vorsitzender der TG Greußenheim 4, lobte die gelungene Erneuerung durch Iris Fromm. „Wir stehen jetzt noch auf Flächen in Privateigentum“, sagte er. Im Zuge der Waldflurbereinigung werde das Areal am Herchenberg jedoch in kommunalen Besitz übergehen.

Auch über die 155-jährige Geschichte des Kreuzweges erfuhr man bei der Segnung der sanierten Stationen einiges: Der Archivpfleger von Greußenheim, Günter Hetzer, berichtete, der Kreuzweg sei 1858 errichtet worden. Der vermögende Landwirt Andreas Roth erfüllte damit den Wunsch seines mit 19 Jahren an Tuberkulose am 25. März 1855 gestorbenen Sohnes Andreas.

Der aus Wertheim stammende Bildhauer Thomas Pfeiffer schuf den Kreuzweg und verwendete dafür den leicht zu bearbeitenden Buntsandstein. Er berücksichtige bei der Verwirklichung der Maßnahme die Vorgabe des Meisters Josef Mehling von Rothenfels, der gefordert hatte, dass „der Faltenwurf der Gewänder der dargestellten Personen mehr im gotischen Stile anzupassen“ sei. Die Einweihung erfolgte erst am 25. August 1861 durch den Franziskanerpater Prosper Wengenmayr.

Im Oktober 1886 weihte Pfarrer Carl Müller den Kreuzweg zum zweiten Mal, weil er vorher durch die Entfernung der hölzernen Einlegekreuzchen exsakriert worden war. Hetzer wies ebenfalls auf die Sanierung des Kreuzwegs zum 100-jährigen Bestehen 1958 hin, als Pfarrer Franz Fleischer, der damals schon 44 Jahre im Ort Seelsorger war, erneut an das „bittere Leiden unseres Herrn Jesu Christi“ erinnerte, und den Kreuzweg zum dritten Mal einweihte.

Wegen des „beklagenswerten Zustands“ musste der Kreuzweg nochmals 1985 saniert werden. Die Initiative dazu hatte die Ortsgruppe des Bund Naturschutz ergriffen, 14 örtlich ansässige Vereine und Gruppen erklärten sich bereit, die Patenschaft für je eine Station zu übernehmen. Weil ehrenamtliche Helfer damals rund 900 Stunden beim Ab- und Aufbau der Stationen anpackten, kostete die Sanierung statt geplanter 60 000 DM nur rund 38 500 DM.

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