Schachmeister gegen Bürgermeister

Lengfeld "Selbst aus einer Niederlage kann man noch etwas lernen". Als begeisterter Schachspieler bekam Helmut Bühl, langjähriger Bürgermeister von Lengfeld, zu seinem 80. Geburtstag, ein Spiel gegen Schachmeister Norbert Kuhn als Geschenk des TSV Lengfeld.
Obwohl der Jubilar bei seiner Geburtstagspartie bereits nach 25 Zügen schachmatt gesetzt war, hatte Helmut Bühl viel Freude an dem ungewöhnliche Geschenk seiner Vereinskollegen.

Normalerweise dauern Turnierschachspiele sechs Stunden. Die Partie, die Kuhn, mehrmaliger Meister von Unterfranken und Ersatz-Bundesligaspieler, gegen den Hobby- und Kreisligaspieler Bühl bestritt, dauerte immerhin zwei Stunden. Diese Zeit bedeutete für die beiden Kontrahenten volle Konzentration, die sich auch auf die Zuschauer, darunter auch den Enkel des Jubilars, übertrug.

Dem unterschiedlichen sportlichen Level der Angetretenen ist es auch zuzurechenen, dass Kuhn seinen Kontrahenten, den Leiter der Jugendschachabteilung des TSV, mit einem unbekannten Eröffnungsspiel überraschen konnte.

Bei der anschließenden Spielanalyse resümierte Bühl als guter Verlierer: "Ich habe es gewagt, auf unbekannte Wege zu gehen und verloren. Aber so ist das, wenn man gegen eine stärkeren Spieler antritt." Anwesend war auch Margaretha Walther, die unterfränkische Schachverbandsvorsitzende, die besonders hervorhob, dass sich Helmut Bühl bereits seit über 25 Jahren vor allem um den Nachwuchs der Lengfelder Schachabteilung kümmert. Dass er dies mit vollem Körpereinsatz tut, bestätigte auch Karl-Heinz Frick, Vorsitzender des TSV. Er berichtete, dass Bühl beim Einrichten des vereinseigenen Schachraums vor einigen Jahren auf Probesitzen bei Einkauf der Stühle bestand. "Schließlich ist beim Schach Sitzfleisch gefragt", lachte Frick.

Seinem Vereinskollegen Helmut Bühl haben Frick und die anderen Mitglieder des TSV jedenfalls mit ihrem Geburtstagsgeschenk noch für eine ganze Weile etwas mitgegeben. Altbürgermeister Bühl wird wohl auch die nächsten paar Wochen über die unbekannten Strategien des Schachmeisters grübeln. So dass er sie vielleicht in Zukunft an seine Schachschüler der Jugendabteilung weitergeben kann.

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