Gaukönigshofen

Schnelles Internet für jeden: Gemeinde will ins Förderprogramm

Die Digitalisierung soll überall in der Gemeinde in den kommenden Jahren auf den höchstmöglichen Leistungsstand gebracht werden. Dazu beteiligt sie sich an dem Förderprogramm "Gigabit-Richtlinie", das im Frühjahr 2020 aufgelegt worden ist.  

Damit sollen noch bestehende Lücken geschlossen werden und  schnelles Internet auf dem aktuellen Stand der Technik mit Glasfaserkabeln flächendeckend für jeden Haushalt und jeden Betrieb verfügbar sein. Informationen dazu gab Joachim Först vom Büro Först Consult in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Förderung beträgt 90 Prozent der Kosten, höchstens aber acht Millionen pro Gemeinde und 6000 Euro pro Gebäude.

Anforderungen erfüllen

Um in den Genuss dieses Programms zu kommen, wären aber mehrere Anforderungen zu erfüllen. Der Gemeinderat müsste die grundsätzliche Teilnahme am Programm beschließen. Zum zweiten müsse bei dem Projekt über Gemeindegrenzen hinweg gehandelt werden. Dies ist bereits der Fall, weil Gaukönigshofen mit Geroldshausen, Kirchheim, Giebelstadt und Bütthard zusammenarbeitet.  

Zum dritten müsste das Fördergebiet förmlich festgelegt werden. Hierfür ist eine Markterhebung nötig, die für die Gemeinde Gaukönigshofen bereits erstellt ist. Grundlage dafür ist eine Karte aufgrund von Meldungen der Telekom, die den unterschiedlichen bisherigen Ausbaustandard und den Nachholbedarf aufzeigt. Sie ist gegliedert in blaue Bereiche, die schon an Glasfaser angeschlossen sind, gelbe Bereiche, die bereits voll förderfähig sind, sowie grüne, die ab 1. Januar 2023 gefördert werden können.

Grundsätzlich werden nur noch Glasfaserkabel verlegt, und zwar bis ins Haus. Es werde niemand gezwungen anzuschließen, sagte Först. Allerdings hätte die sofortige Teilnahme am Programm den Vorteil, dass mit dem Anschluss für den Hauseigentümer keine Kosten verbunden sind. Würde er sich nachträglich entscheiden, müsste er mit einem vierstelligen Eurobetrag an Anschlusskosten rechnen.

578 Gebäude sind förderfähig

In der Gemeinde Gaukönigshofen gelten 578 Gebäude als förderfähig. Im Gebiet der beteiligten Allianz-Gemeinden insgesamt sind es über 2000. Bis die alle mit Glasfaserkabel versorgt sind, wird aber noch einige Zeit vergehen. Denn es sind erwartungsgemäß umfangreiche Tiefbauarbeiten erforderlich. So rechnet Först mit einem Baubeginn erst im kommenden Jahr. Daher würden auch in diesem Jahr noch keine Kosten anfallen.

Um die Arbeiten möglichst reibungslos ausführen zu können, empfahl Först die Bildung eines runden Tisches mit Vertretern der Gemeinde, Gemeindebauhof, Netzbetreiber und Firmen. Zunächst sind aber mehrere formale Schritte zur Vorbereitung  notwendig. So muss die Allianz einen Netzbetreiber auswählen, was in einem öffentlichen Verfahren geschieht. Federführend ist in diesem Fall die Gemeinde Kirchheim. Der Netzbetreiber übernimmt dann die Ausschreibungen für Planung und Bau.

Grundsätzlich seien alle Maßnahmen im Rahmen des Projekts förderfähig, sagte Först auf Anfrage. Bürgermeister Johannes Menth ist daran gelegen, auch die öffentlichen Gebäude anzuschließen.

Schulen und Gehöfte

Först verwies dazu auf ein bereits bestehendes Sonderprogramm für Schulen. Dieses sei betrachtet worden, sagte Menth. Die Ausstattung der Mittelschule koste rund 200 000 Euro, wozu es aber nur 50 000 Euro Förderung gebe, was man als unwirtschaftlich betrachte.

Eine weitere Frage galt Gehöften im Außenbereich, die wegen der langen Strecken erheblich höhere Anschlusskosten verursachen. Bisher habe man schon einen Anschluss nur gebilligt, wenn der Eigentümer sich an der Finanzierung beteiligt, so Menth. Für das nun kommende Verfahren einige sich der Gemeinderat darauf, eine Erhebung zu machen, ob die Besitzer ihre Gebäude im Außenbereich anschließen möchten. Der Gemeinderat fasste einstimmig den Grundsatzbeschluss, dass sich die Gemeinde an der Gigabit-Richtlinie beteiligt.

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