Brackenlohr

Schnüffeln am Schacht

Schnüffelprobe am Einlaufschacht beim Uffenheimer Finanzamt: Bei geschlossenem Deckel roch nichts.
Foto: Gerhard Krämer | Schnüffelprobe am Einlaufschacht beim Uffenheimer Finanzamt: Bei geschlossenem Deckel roch nichts.

Die Brackenlohrer befürchten, dass es nach Abschluss der Kanalarbeiten künftig unangenehme Gerüche aus dem Untergrund geben könnte. Grund für die Annahme ist die Einleitung des Abwassers aus Simmershofen in das Uffenheimer Abwassersystem. Dies soll vor Brackenlohr geschehen. Jetzt schaute man sich vergleichbare Einrichtungen vor Ort an und machte die Schnüffelprobe.

Im Uffenheimer Ortsteil Brackenlohr waren Ortsbeirat und Bürger bisher, wie jüngst in der Sitzung des Uffenheimer Verwaltungs- und Bauausschusses angesprochen, davon ausgegangen, dass das Simmershöfer Abwasser zwar durch den Ort läuft, aber nicht im Freispiegelkanal, sondern in einer eigenen Druckleitung. Vom neuen Pumpenschacht bei der Brücke über den Asbach sollte das Abwasser dann weiter nach Uffenheim gepumpt werden.

In Uffenheim, beim Parkplatz des Finanzamtes, ist der Einlauf der Abwässer aus Welbhausen und dem Industriegebiet Langensteinach und künftig auch aus Wallmersbach. Rund 68 Meter davon entfernt, auf dem Parkplatz am Rande des Schlossparks, standen Bürgermeister Wolfgang Lampe, Stadtbaumeister Jürgen Hofmann, Vertreter der Stadtratsfraktionen sowie Brackenlohrs Ortssprecher Richard Düll und Ortsbeirat Tobas Hegwein und hielten ihre Nasen in die Luft und rochen – nichts. Die Entfernung entsprach ungefähr der in Brackenlohr zwischen letztem Haus und Einleitungsschacht.

Hier soll das die Druckleitung aus Simmershofen ankommen und das Abwasser in den Freispiegelkanal übergehen. Zu nah am Ort, meinen einige Brackenlöhrer.
Foto: Gerhard Krämer | Hier soll das die Druckleitung aus Simmershofen ankommen und das Abwasser in den Freispiegelkanal übergehen. Zu nah am Ort, meinen einige Brackenlöhrer.

Erst als Witali Franz, der Verantwortliche für die Uffenheimer Kläranlage, den Einlaufschacht öffnete, konnte die Gruppe direkt am Schacht einen Hauch unangenehmen Duftes erschnuppern. Stellvertretender Bürgermeister Hermann Schuch, der im Finanzamt arbeitet, bestätigte zudem, dass man nichts vom Kanal rieche. Dem konnte Stadtrat Thomas Schmitt zustimmen, da er hier regelmäßig vorbeikomme, auch schon bei 40 Grad Celsius.

Witali Franz bat, sich von der Vorstellung zu verabschieden, dass da ein Brei fließe. "Da fließt überwiegend Wasser", erklärte er. Er zählte das Wasser der Toilettenspülung auf, Badewasser, Duschwasser oder das Wasser von Wasch- und Spülmaschinen. "Da kommt eine Menge Wasser", stimmte auch die dritte Bürgermeisterin Ruth Halbritter zu.

Etwa 200 Meter weg vom nächsten Wohnhaus und nach Ansicht von Stadtbaumeister Jürgen Hofmann weit genug weg vom Ort soll die Nachblasstation für Brackenlohr gebaut werden.
Foto: Gerhard Krämer | Etwa 200 Meter weg vom nächsten Wohnhaus und nach Ansicht von Stadtbaumeister Jürgen Hofmann weit genug weg vom Ort soll die Nachblasstation für Brackenlohr gebaut werden.

Vor Ort in Brackenlohr schaute sich die Gruppe den Platz des künftigen Einlaufschachtes an. Eine Versetzung 150 Meter Richtung Adelhofen verursacht nach den Worten von Jürgen Hofmann und Wolfgang Lampe etwa Mehrkosten in Höhe von 35 000 Euro. Ob diese Kosten Simmershofen übernehme, sei noch nicht geklärt, aber vermutlich fraglich. Der jetzige Standort sei mit Blick auf Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit die sinnvollste Variante. Weiteres Problem seien bereits erfolgte Auftragsvergaben für die Druckleitungen aus Richtung Simmershofen.

Richard Düll meinte, dass es besser sei, wenn die Einleitung weiter vom Ort entfernt geschehe. Hofmann hingegen verwies auf fachliche Stellungnahmen des beauftragten Ingenieurbüros. Hier sei bereits bei der Planung darauf geachtet worden, Geruchsbelästigungen zu reduzieren oder in zumutbaren Grenzen zu halten. Durch das zusätzliche Wasser aus Simmershofen fließe alles zudem schneller durch den Freispiegelkanal, es komme zu keinen Ablagerungen, auch sei die Anlage gut belüftet, erläuterte Hofmann, der einräumte, dass am Anfang der Planungen einmal davon die Rede gewesen sei, die Druckleitung von Simmershofen um Brackenlohr herumzulegen. Dann erst seien Überlegungen angestellt worden, die Leitung mit durch den Ort zu verlegen. Letztlich sei es zu der nun vorliegenden Lösung gekommen, die für Unmut im Dorf sorgt.

Weiterer Kritikpunkt in Brackenlohr ist die Nachblasstation hinter dem Ortsschild an der Straße Richtung Apachhof. Die Gruppe hatte sich dazu eine vergleichbare Station in Herbolzheim angeschaut und eine "Hörprobe" gemacht. Witali Franz erläuterte, dass eine solche Station nur zu einer bestimmten Zeit laufe und das Gebäude schallisoliert sei.

Mit den notwendigen Informationen ausgestattet, wird nun in den Fraktionen diskutiert. Eine Entscheidung fällt in der nächsten Sitzung des Stadtrats.

Nachblasstation in Herbolzheim: Viel ist außerhalb nicht zu hören.
Foto: Gerhard Krämer | Nachblasstation in Herbolzheim: Viel ist außerhalb nicht zu hören.
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