WÜRZBURG

Schönheit des Klangs: Christmette mit den Domsingknaben

Jede Menge Mut bewiesen die Domsingknaben und das Barockorchester am Würzburger Dom mit der Aufführung der Christmette nach Michael Praetorius. Die großartige Aufführung unter Domkapellmeister Martin Berger gab allen Beteiligten Recht, sich für dieses Programm mit seiner nicht allzu oft zu hörenden Musik aus dem frühen 17. Jahrhundert entschieden zu haben. In der vollbesetzten Neubaukirche präsentierten sich Sänger und Instrumentalisten in bester Fassung.

Die Klangschönheit der Domsingknaben kam insbesondere in den schlichten Praetorius-Choralsätzen des „Uns ist ein Kindlein heut' gebor'n“ zu Geltung. Aber auch in hochkomplexen Kompositionen, wie dem „Gloria“ aus der „Missa gantz Teudsch“ entfalteten die rund 60 Sänger ihr großes gesangliches Gestaltungsvermögen. Ganz famos gelangen zudem jene Partien, in denen sich Chor, Orchester und Gesangssolisten miteinander abwechselten, so vor allem im „Christum wir sollen loben schon“ von Lucas Osiander.

Exquisite Gesangssolisten

Exquisit war, was die Gesangssolisten boten, unter denen vor allem Franziska Bobe mit ihrer herrlich klaren Sopranstimme und der Tenor Christian Rathgeber mit fantastischen Leistungen hervorstachen. Überzeugen konnten darüber hinaus die warm timbrierte Sopranistin Johanna Klinger, der Tenor Ralf Emge sowie die beiden Bassisten Thilo Dahlmann und Joachim Höchbauer.

Dass die rund vier Jahrhunderte alte Musik so unverbraucht und frisch erklang, war nicht zuletzt das Verdienst der auf ihren historischen Instrumenten unglaublich spritzig und präzise spielenden Musiker des Barockorchesters. Mit seinem fulminanten Dirigat verstand es Domkapellmeister Berger nicht nur, diese Musik mit großem Einfühlungsvermögen und toller Übersicht darzubieten. Mit besonderen Einfällen – die Solisten sangen und musizierten teilweise von der Empore herab – gelang es ihm und seinen Musikern zudem, das Weihnachtsgeschehen auf besonders packende Weise zu vergegenwärtigen.

Guter Draht zu den Zuhörern

Im übrigen bewies Berger einen sehr guten Draht zu den Zuhörern, die mit Inbrunst die für die Gemeinde vorgesehenen Liedstrophen mitsangen. Eigentlicher Star des umwerfenden Konzertes war indes der Chor der Würzburger Domsingknaben, die mit herrlich rundem Gesamtklang brillierten.

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