Würzburg

Sebastian Hansen will für die Grünen in den Bundestag

Kurz vor der politischen Sommerpause haut der 25-jährige Sebastian Hansen noch einen raus. Warum der Kommunalpolitiker jetzt in Berlin am großen Rad drehen will.
Sebastian Hansen will für die Grünen in den Bundestag. Der 25-jährige Student kommt aus Waldbüttelbrunn und ist seit Mai Kreisrat und zweiter Bürgermeister seiner Heimatgemeinde.
Foto: Thomas Obermeier | Sebastian Hansen will für die Grünen in den Bundestag. Der 25-jährige Student kommt aus Waldbüttelbrunn und ist seit Mai Kreisrat und zweiter Bürgermeister seiner Heimatgemeinde.

Der große Kerl im dunkelblauen Hemd fällt auf. 1,98 Meter ist er groß - nur 15 Zentimeter kleiner als Dirk Nowitzki. Aber was Basketball angeht, blieb es bei ein paar Spielchen auf dem Freiplatz. Karriere möchte der 25-Jährige stattdessen in der Politik machen - und das nicht nur auf lokaler Ebene. Sebastian Hansen aus Waldbüttelbrunn will für Bündnis90/Die Grünen in den Bundestag. 

Nominierung nach der Sommerpause

Es ist bisher noch rein informell. Denn offiziell ist Sebastian Hansen von den rund 650 Parteimitgliedern in Stadt- und Landkreis Würzburg noch nicht nominiert. Aber der junge Kommunalpolitiker ist sich der Rückendeckung derart sicher, dass er seine Kandidatur öffentlich macht. Von zwei anderen Bewerbern weiß er noch. Aus Gesprächen mit vielen Parteimitgliedern nimmt Hansen aber die Gewissheit, dass er die nötige Unterstützung bekommt. Darüber spricht er ganz offen. Nach der Sommerpause soll dann die Entscheidung fallen. 

Doch schon jetzt beginnen im Landesverband der Grünen Diskussionen über die Liste. Und innerhalb des Kreisverbandes wurde dazu aufgerufen, sich zu bewerben. An diesem Wochenende gibt es einen digitalen Parteitag der Grünen Jugend. Hansen möchte seine Kandidatur dabei offiziell machen und mit offenen Karten spielen. "Netzwerke im Hinterzimmer zu knüpfen, liegt mir gar nicht." Dass er jetzt schon damit an die Öffentlichkeit geht, sei auch gar nicht ungewöhnlich, sagt er. Denn vor Jahren war es auch im Juli, als die Kreisverbände von Stadt und Land den Bundestagskandidaten nominierten. Damals war es, wie auch schon 2012, Martin Heilig, der jetzt als Deutschlands und Würzburgs erster Klimabürgermeister von sich reden macht. 

Hansen kommt aus der Anti-Pegida-Bewegung

Es ist noch gar nicht so lange her, da war Anton Hofreiter aus Berlin in Hansens Heimatgemeinde Waldbüttelbrunn zu Gast, um für den grünen Bürgermeisterkandidaten Werbung zu machen.  Hansen unterlag zwar, dass es ihm aber gelungen ist, den Fraktionschef der Grünen im Bundestag aus Berlin in den 5000 Einwohner zählenden Ort  zu holen, zeigt das politische Netzwerk, das sich der Chemie-Student mittlerweile aufgebaut hat. Selbstbewusst sagt er: "Ich habe einen gewissen Bekanntheitsgrad." Auch deswegen rechnet er sich gute Chancen bei der Bundestagswahl aus, die wohl im September 2021 ist.

"Das große Rad muss man in Berlin drehen." 
Sebastian Hansen

Hansen weiß aber auch, dass ein Wahlerfolg von guten Themen abhängig ist. Selbstverständlich steht für den konsequenten Antifaschisten, der aus der Anti-Pegida-Bewegung kommt, die Frage, was lässt sich gegen die extreme Rechte tun, im Vordergrund. "Nazis haben in Sicherheitsbehörden nichts zu suchen", sagt er und will das nicht länger dulden. Die Wähler will er daher vor allem mit innenpolitischen Themen, die seiner Meinung nach in der Landesgruppe der bayerischen Grünen noch zu kurz kommen, überzeugen. "Ich glaube, dass ich diese Lücke füllen kann", sagt er selbstbewusst und verfällt sogleich in eine politische Leidenschaft, die unter jungen Leuten seines Altes ihres Gleichen sucht. Hansen brennt für die Politik, das wird deutlich. 

Mehr Bundesmittel für den Nahverkehr

Erst spricht er über Klimaschutz. Sagt: "Wenn wir ab 2021 nicht die Weichen stellen, wird uns das um die Ohren fliegen." Eine Lösung, damit es nicht soweit kommt: "Kohlekraftwerke früher abschalten." Und er fragt sich, wie jüngst im Kreistag: Warum immer mehr Geld in den Straßenbau, wie beispielsweise für die B 26 n oder die Rimparer Ortsumgehung fließen soll, der öffentliche Nahverkehr im Vergleich dazu viel weniger gefördert werde. Mehr Bundesmittel für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, heißt eines seiner Wahlversprechen.  

Der Kommunalpolitik will Hansen aber nicht ganz den Rücken kehren und auch als Bundestagsabgeordneter Kreisrat bleiben. "Ich mache das super gerne. Aber das große Rad muss man in Berlin drehen." Den Bürgermeister in Waldbüttelbrunn will er dann aber nicht mehr vertreten.

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