Würzburg

Seit zehn Jahren: Landkreis führt Haushalt mit Doppik

Seit zehn Jahren: Landkreis führt Haushalt mit Doppik
Foto: Tobias Hase/dpa

51 Gemeinden im Landkreis Würzburg buchen ihren Haushalt nach der Kameralistik in Verwaltungs- und Vermögenshaushalt. Diese Haushaltführung bildet die jeweilige Finanzsituation der Gemeinde ab. Der Landkreis geht seit vielen Jahren andere Wege, erläutert das Landratsamt in einer Pressemitteilung: Nach zweijähriger Vorbereitung stellte der Landkreis auf Beschluss des Kreistages zum 1. Januar 2011 sein Buchführungssystem auf das kaufmännische kommunale Rechnungswesen "Doppik" um. Sie feierte beim Landkreis Würzburg daher mit Beginn des neuen Jahres ihren zehnten Geburtstag.

Altlandrat Eberhard Nuß bezeichnete seinerzeit die Umstellung von der Kameralistik hin zu einer moderneren Form der Buchführung, der Doppik, als einen "Quantensprung": Die Vorteile der Doppik lägen in der größeren Transparenz und Aussagekraft der Buchführung. Zur Doppik gehören die drei Komponenten Finanzrechnung, Bilanz und Ergebnisrechnung. Die Doppik bringe laut Pressemitteilung mehr Klarheit über die Vermögenswerte des Landkreises, weil sie den Durchfluss des Vermögens und nicht eine Momentaufnahme darstelle: Doppik schaffe Generationengerechtigkeit und zeige finanziellen Ressourcenverbrauch auf

Landrat Thomas Eberth, der als Diplom-Kaufmann aus der doppischen Welt kommt, ist nach seiner zwölfjährigen Tätigkeit als Erster Bürgermeister von Kürnach, einer kameral buchenden Gemeinde, auch in dieser Form der Buchführung zu Hause und stellt fest, dass die aufwändige Umstellung des Buchhaltungssystems ein voller Erfolg ist. Ihm werde hierdurch ein hervorragendes Steuerungsinstrument in die Hand gegeben, das zu einer wesentlich besseren Transparenz des Ressourcenverbrauchs führe. "Durch die Darstellung der Abschreibungen, die wieder erwirtschaftet werden müssen, steigert die doppische Buchhaltung nicht nur die Generationengerechtigkeit, sondern zeigt auch der Politik den finanziellen Ressourcenverbrauch", betont Eberth.

Voraussetzung für den erfolgreichen Umstieg auf die Doppik war eine Weiterqualifizierung der vorhandenen Mitarbeiter in der Kämmerei, die sich als Diplom-Verwaltungswirte (FH) bestens in der Kameralistik auskannten und zwischenzeitlich alle den Abschluss als Bilanzbuchhalter vorweisen können, heißt es im Pressetext des Landratsamts.

Doppik als wichtiges Steuerungselement für den Landrat und den Kreistag

Alle seinerzeit als Vorteile der Doppik genannten Gründe stuft der Landkreis nach zehn Jahren als zutreffend ein. So biete die durch die Doppik vorgeschriebene Anlagenbuchhaltung einen genauen Überblick über das bewegliche und unbewegliche Vermögen des Landkreises. Auch sei sie Grundlage für die in der Doppik zwingend vorgeschriebenen Abschreibung auf das Anlagevermögen und spiegele daher den Ressourcenverbrauch exakt wieder.

Hierdurch habe Landrat Eberth ein wichtiges Steuerungsinstrument in der Hand. Besonders stolz sei Altlandrat Nuß darauf, dass das hoch gehandelte Versprechen, die Doppik werde zu keiner Kreisumlagenerhöhung führen, bisher vollumfänglich eingehalten habe werden können: "Zukünftige finanzielle Entwicklungen sind abzuwarten", bremst Eberth die Euphorie. "2021 können wir noch von unseren liquiden Mitteln leben und damit die Gemeinden entlasten, wie es 2022 aussieht, ist fraglich."

Zusammenfassend stellt der Landrat fest, der Weg in die Doppik sei arbeitsintensiv und schwierig gewesen, aber – auch dank der engagierten und kompetenten Mitarbeiter der Kämmerei – ein voller Erfolg.

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