Würzburg

Smart Cities: Was tun gegen die Einsamkeit?

Arbeiten in vielen Bereichen eng zusammen: Stadt und Landkreis Würzburg in Person von Oberbürgermeister Christian Schuchardt (rechts) und Landrat Thomas Eberth.
Foto: ArchivChristian Weiß | Arbeiten in vielen Bereichen eng zusammen: Stadt und Landkreis Würzburg in Person von Oberbürgermeister Christian Schuchardt (rechts) und Landrat Thomas Eberth.

Im Juli 2021 kam die Nachricht, dass die Stadt Würzburg in Kooperation mit dem Landkreis Würzburg für die dritte Staffel der Modellprojekte "Smart Cities" ausgewählt wurde. 94 Gebietskörperschaften und interkommunale Kooperationen hatten sich darum beworben, 28 davon erhielten am Ende den Zuschlag, wie das Landratsamt mitteilt. "Damit arbeiten wir inhaltlich noch enger zusammen und werden die Region stadt.land.wü. für die Menschen weiterentwickeln", so Landrat Thomas Eberth und Oberbürgermeister Christian Schuchardt.

In der Sitzung des Interkommunalen Ausschusses stadt.land.wü. berichteten die Projektverantwortlichen von Stadt, Klaus Walter, und Landkreis, Michael Dröse, von den ersten konkreten Schritten des Projekts sowie der Zielsetzung und dem Fahrplan für die kommenden Jahre.

Digitale Strategien für das Stadtleben der Zukunft

Mit den Modellprojekten Smart Cities unterstützt die Bundesregierung Kommunen dabei, die Digitalisierung strategisch nachhaltig und gemeinwohlorientiert voranzutreiben. Die Modellprojekte entwickeln und erproben digitale Strategien für das Stadtleben der Zukunft. Das diesjährige Motto lautet: "Gemeinsam aus der Krise: Raum für Zukunft." Die Zielsetzung sei dabei auf die Bekämpfung der gesellschaftlichen Folgen von Einsamkeit gerichtet.

Warum ausgerechnet Würzburg? Mit mehr als 50 Prozent an Single-Haushalten über alle Altersgruppen verteilt liegt Würzburg fast zehn Prozent über dem Bundesdurchschnitt (42 Prozent). Aber Vereinsamung ist nicht nur ein städtisches Phänomen. In der Fläche verlieren vor allem ältere Menschen immer häufiger den Anschluss. Innerhalb eines Planungsjahres und vier darauffolgenden Jahren der Umsetzung sollen daher Netzwerke und Strukturen in der gesamten Region Würzburg geschaffen werden, die Menschen leichter zueinander bringen.

Digitale Lösungen sollen Menschen und Verwaltungen vernetzen

Die in der Bewerbung ausgewählten Projekte und Maßnahmen gilt es nun in der Strategiephase zu konkretisieren. Dies können unter anderem sogenannte Smart Places sein, also reale Treffpunkte mit ausgezeichneter digitaler Infrastruktur, Video- und Kooperationsplattformen, Plattformen für Bürgerbeteiligung oder auch eine Wue App, über die Wissen und Kontakte der Region für deren Bewohner über ein individuelles Dashboard bereitgestellt wird. Sogenannte Lotsen oder Paten beider Verwaltungen sollen sich themenbezogen an den Teilprojekten beteiligen.

Beispielhafte Projekte werden schließlich im Austausch nicht nur von Stadt und Landkreis Würzburg, sondern aller Kommunen deutschlandweit verbreitet. Die so geschaffene Vernetzung innerhalb der Verwaltungen sollen Synergien erzeugen, Prozesse vereinfachen und letztlich auch Kosten sparen. Alle Anstrengungen des Projekts von Stadt und Landkreis Würzburg laufen unter der Marke von "stadt.land.smart" (SLS).

Projekt kostet insgesamt 16,5 Millionen Euro

Der gesamte Finanzrahmen des gemeinsamen Projekts beträgt 16,5 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren. Allerdings werden davon 65 Prozent aus Fördermitteln des Bundes bezahlt. Die verbleibende Summe übernimmt die Stadt Würzburg als Antragsteller zu zwei Dritteln mit rund 4,095 Millionen Euro und der Landkreis Würzburg mit 2,03 Millionen Euro. 

Mit dem Geld sollen neben den Projekten selbst auch bis zu neun Stellen finanziert werden. Außer einer Smart City Expertin oder eines Experten als Leitung sollen dabei aber vor allem bereits angestellte Arbeitskräfte von Stadt- und Kreisverwaltung Teil des Teams von stadt.land.smart bleiben.

Als nächste konkrete Schritte stellten Klaus Walther und Michael Dröse ihr Projekt im Oktober noch im Kreistag und der Bürgermeistertagung vor. Parallel dazu finden sich derzeit die Arbeitsgruppen der beiden Verwaltungen in ihren jeweiligen Arbeitsfeldern zusammen.

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