WÜRZBURG

„Stadt der jungen Forscher“ setzt viel in Bewegung

Stadt der jungen Forscher: Im Zuge des Projekts haben Würzburger Schüler die Möglichkeit, selbst zu Wissenschaftlern zu werden.
Foto: Stadt Würzburg | Stadt der jungen Forscher: Im Zuge des Projekts haben Würzburger Schüler die Möglichkeit, selbst zu Wissenschaftlern zu werden.

Über 30 000 Studenten, mehr als 100 Schulen: Ein enormes Potenzial für die „Stadt der jungen Forscher 2014“, zu der Würzburg vor gut zehn Monaten gekürt wurde. Die 50 000 Euro, mit denen der bundesweite Preis gefördert ist, wurden seitdem in 52 Schulprojekte gesteckt. Ziel: Hochschulen und Unternehmen sollen ihr Wissen an die Schulen bringen – und Schülern schon früh Lust auf Forschung und Wissenschaft machen. Geht es nach der Stadt Würzburg und den beteiligten Partnern, ist man bisher voll im Soll. „Hunderte, vielleicht sogar mehr Schüler beteiligen sich aktiv“, zog Kultur-, Schul- und Sportreferent Muchtar Al Ghusain beim Pressegespräch ein positives Zwischenfazit.

Das Angebot, um Nachwuchsforscher für unterschiedlichste Fachbereiche wie Biologie, Informationstechnik oder Physik zu begeistern, ist groß. Im Zentrum stehen die 52 Forschungsprojekte. „Die Schüler und Lehrer haben ganz eigene Themen vorgeschlagen und sich dann passende Partner gesucht“, erklärt Monika Hahn von der Stadt Würzburg.

Seitdem setzen die Kinder und Jugendlichen ihre Ideen praktisch und kreativ um. Vom grünen Klassenzimmer über die Entwicklung von Smartphone-Apps bis zu Steuerungssystemen für Roboter oder Musikproduktionen – die Schüler können sich austoben. Und das nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch unter professionellen Bedingungen im Labor oder Tonstudio. „Ich sehe die Aktion als Chance, Kindern frühzeitig die Scheu zu nehmen, oder dazu, Mädchen für die Männerdomäne Naturwissenschaft zu begeistern“, erklärt Uni-Vizepräsidentin Barbara Sponholz. Zusätzlich können die Schüler Wissenschaftler und Forscher auch mit Fragen „löchern“. Möglich macht das die Aktion „Fragen an die Wissenschaft“. Per Postkarte oder e-Mail kann jeder fragen, was er schon immer wissen wollte. Und die Neugier der Schüler ist groß: „Wir wurden mit Fragen überhäuft“, berichtet Nadine Bernard (Strategische Schulentwicklung, Stadt Würzburg). Über 1000 seien bisher gestellt worden.

„Warum können wir unter Wasser hören? Warum gibt es verschiedene Blutgruppen?“ Diese und noch viele andere Fragen beantworten Fachleute von Hochschulen und Unternehmen. Oder versuchen es zumindest, wenn sie einmal selbst mit ihrem Latein am Ende sind.

Ihren Höhepunkt erreicht die „Stadt der jungen Forscher 2014“ am 6. Juli mit dem Campusfestival am Hubland. Dort präsentieren die Schüler den Besuchern die Ergebnisse ihrer Projekte und Experimente. Alle Arbeiten werden von einer Jury bewertet, die besten am Ende ausgezeichnet. „Das wird ein Tag der Wissenschaft zum Anfassen und Selbsterleben“, so Josef Wilhelm, Pressereferent der Universität Würzburg. Zudem erhoffe man sich überregionale Aufmerksamkeit. „Würzburg ist eine „Science City“, eine Stadt der Wissenschaft, und das wollen wir auch zeigen.“

Einig sind sich die Teilnehmer der Gesprächsrunde darin, dass es weitergehen soll, auch wenn Würzburg 2015 offiziell nicht mehr Stadt der jungen Forscher ist. „Solche Preise bringen auch Verpflichtungen. Eine schöne Bewerbung und danach ist Schluss – das wollen wir sicher nicht“, sagt Bürgermeister Adolf Bauer, und Muchtar Al Ghusain ergänzt: „Die Dauerhaftigkeit ist das Entscheidende. Die Aktionen werden uns dauerhaft voranbringen.

Um diese Ziele umzusetzen, gibt es bereits jetzt konkrete Projekte. So soll es auch im Jahr eins nach der „Stadt der jungen Forscher“ wieder einen Jahreskalender geben, der Schülern die Möglichkeit bietet, an mehreren Terminen hinter die Kulissen von Forschung und Wissenschaft zu blicken.

Schüler, die Ideen auch aktiv umsetzen wollen, können sich an das Netzwerk Wissen² wenden. Oft wissen sie sonst nämlich nicht, an wen sie sich wenden können“, sagt Thomas Trefzger, Professor am Lehrstuhl Physik und ihre Didaktik. Das Netzwerk hilft den Schülern bei Fachfragen und Kontaktvermittlung weiter, stellt teilweise sogar Material zur Verfügung. Das Ziel ist klar: „Wir wollen eine Plattform schaffen, von der Schüler und Lehrer langfristig etwas haben“, so Monika Hahn.

Wer noch „Fragen an die Wissenschaft“ stellen oder mehr Infos zu den unterschiedlichen Projekten oder nächsten Veranstaltungen von „Stadt der jungen Forscher“ möchte, findet jede Menge Material, Fotos und Videos unter: www.junge-forscher-wuerzburg.de

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Würzburg und erhalten Sie dreimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren / Autorinnen
Jens Rospek
Adolf Bauer
Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Muchtar Al Ghusain
Physik
Schulprojekte
Stadt Würzburg
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!