Stadt hat ihre "Bodenschätze" ausgegraben

würzburg Schienen müssen glänzen, heißt es in einem alten Song, wo es um Leben und Entwicklung geht. Die Gleise, die vom Hauptbahnhof in Richtung Aumühle bis zur Firma Siemens führten, glänzten schon lange nicht mehr sondern rosteten ungebraucht vor sich hin. Jetzt wurden sie demontiert und verkauft.
Die Gunst der Stunde wurde       -  Die Gunst der Stunde wurde genutzt. Wegen der hohen Stahlpreise wurden die städtischen Schienen vom
Bahnhof Richtung Aumühle demontiert und verkauft.
Foto: FOTO RICHARD WUST | Die Gunst der Stunde wurde genutzt. Wegen der hohen Stahlpreise wurden die städtischen Schienen vom Bahnhof Richtung Aumühle demontiert und verkauft.
Für die inzwischen abgeschlossene Demontage dieser städtischen Gleiskörper gab es mehrere Gründe. In der Aumühle hatte die Firma Deutsche See ihre Lager, es gab früher dort das Aral Tanklager, die Firma Siemens war an die Schiene angebunden, ebenso die Firma Glas Keil. Aral und Deutsche See gibt es in dem Bereich nicht mehr und auch Siemens und Glas Keil als letzter Nutzer brauchen den Verkehrsweg nicht mehr. Damit entfiel auch die Verpflichtung der Stadt, diese Schienenanbindung zu unterhalten.

Als Ende letzten Jahres die Stahlpreise in astronomische Höhen stiegen, weil chinesische Händler den gesamten europäischen Schrottmarkt leer kauften, wurde laut Auskunft von Jörg Roth, Leiter des Bereichs Tiefbau bei der Stadt Würzburg, die Gunst der Stunde genutzt und dieser Teil des Schienen-Netzes demontiert. Die Gleisanlagen waren auch nicht mehr intakt, eine Sanierung hätte nach seiner Schätzung mindestens eine Million Euro erfordert.

Die Stadtkasse wird sich durch die Veräußerung dieser "Bodenschätze" allerdings nicht füllen, so Roth. Das Geld wird zum Beispiel verwendet, um die Bahnschwellen zu entsorgen die verseucht sind und deshalb als Sondermüll teuer beseitigt werden müssen.

Diese städtischen Gleise waren auch vor vielen Jahren einmal als mögliche Straßenbahntrasse über die Aumühle in Richtung Lengfeld und Versbach im Gespräch. Grobplanungen in dieser Richtung sind auch noch vorhanden. Seitens der Würzburger Straßenbahn GmbH (WSB) wird aber eine solche Trasse heute nicht mehr weiter verfolgt, versicherte Siegfried Zürrlein, Abteilungsleiter für Trassenplanung und Bau bei der WSB. Wenn einmal eine Straba-Linie in Richtung Lengfeld realisiert werden sollte, dann über Grombühl mit Durchstich am Luitpold-Krankenhaus zur Versbacher Straße und von dort in zwei Richtungen weiter.

Allerdings versicherte Jörg Roth, dass auch die jetzt "entgleiste" Trasse Richtung Aumühle weiter freigehalten werden soll. Zunächst wird die Trasse von den Entwässerungsbetrieben genutzt um dort Entsorgungsleitungen einzubauen.

Mögliche Trassen in Zukunft nicht zu verbauen ist ein Auftrag des Arbeitskreises Nahverkehr der Agenda 21 an die Stadt Würzburg. Alle denkbaren Berührungspunkte mit der Vision einer "Mainfrankenbahn" mit einem dichten Schienen-Netz in Stadt und Landkreis sollten überdacht und berücksichtigt werden. Die Freihaltung von möglichen Trassen ist auch das Hauptproblem der Würzburger Straßenbahn bei der Konzeption neuer Linien.

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