Würzburg

Stadtbild: Maximal 350 Wohnungen auf dem Faulenberg-Areal

Wie sieht die Zukunft des Bauens aus? Wie wird sich das Stadtbild in den nächsten Jahren verändern? Um diese Fragen drehte es sich bei den „Würzburger Stadtgesprächen“.
Das Gelände der ehemaligen Faulenbergkaserne steht seit dem Auszug der US-Streitkräfte 2007 leer.
Foto: Thomas Obermeier | Das Gelände der ehemaligen Faulenbergkaserne steht seit dem Auszug der US-Streitkräfte 2007 leer.

Innovative Wohnprojekte und gemeinschaftliche Bauvorhaben gewinnen in der Stadtplanung eine immer größere Bedeutung. Um gemeinsam die Weichen für die Würzburger Stadtentwicklung zu stellen, luden die Unternehmen aus der Region, Archicult (Breunig Architekten) und Wölfel Engineering aus Höchberg, zu ihrer neuen Veranstaltungsreihe "Würzburger Stadtgespräche" auf dem Bürgerbräu-Gelände ein. Ziel sei es, Planer und Architekten, Baufirmen und Wohnungsbaugesellschaften sowie Ingenieure und Projektleiter zusammenzubringen, um gemeinsam kreative Konzepte und neue Ideen zu diskutieren, erklärte Daniel Höhne-Mönch, Leiter des Geschäftsfelds Bauphysik und Schallimmissionsschutz bei Wölfel Engineering. 

Die Art der Veranstaltung sei nicht neu, schon in den vergangenen Jahren habe man unter dem Namen "Wölfel-Dialoge" verschiedene Themen aus der Branche behandelt und Experten zusammengeführt, so Wölfel-Kommunikationsleiterin Monika-Hofmann-Rösener. Nun sei das Format noch etwas größer geworden. Insgesamt etwa 60 Frauen und Männer aus der Bau- und Architektenbranche kamen zusammen.  

OB Christian Schuchardt gab Einblicke in die Planungen am Areal der Faulenberg-Kaserne.
Foto: Katja Glatzer | OB Christian Schuchardt gab Einblicke in die Planungen am Areal der Faulenberg-Kaserne.

OB Schuchardt referierte über die Faulenberg-Kaserne

Unter den Referenten war auch Oberbürgermeister Christian Schuchardt, der Einblicke in das Projekt Faulenberg-Areal an der Nürnberger Straße gab. Es sei die letzte große Konversionsfläche in Würzburg, die umgestaltet werden solle, so der OB. Er wies auf die langjährigen Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hin, die seit dem Verlassen der US-Streitkräfte im Jahr 2007 Eigentümerin des 12,5 Hektar großen Kasernenareals ist.

Problem sei die ungeklärte Altlastensituation gewesen, die ein wichtiger Faktor für den Kaufpreis ist, außerdem stünden einige der Gebäude unter Denkmalschutz, erklärte er den Teilnehmern. Einen Masterplan für den Umbau des seit Jahren brach liegenden Kasernenareals gibt es bereits seit 2011. Seit Ende 2019 befänden sich die Verhandlungen auf der Zielgeraden: "Wir werden das Grundstück kaufen", ist sich der OB sicher.   

Während lange die Rede davon war, das Gelände überwiegend für Gewerbeansiedlungen zu nutzen, ist nun auch das Thema Wohnen auf der Tagesordnung. Allerdings dürfe man das Faulenberg-Areal nicht mit dem Projekt Hubland vergleichen, warnte Schuchardt. Die Standorte seien komplett unterschiedlich, beim Faulenberg-Gelände bestehe die Umgebung eher aus Gewerbe und Industrie. An Fläche stünden 12,5 Hektar den rund 140 Hektar am Hubland gegenüber, das Potenzial an Wohnungen liege an der Nürnberger Straße bei etwa 300 bis 350 (Hubland: 2500). 

Grenzwerte für Feinstaub an Silvester stark überschritten

Weiterer Referent bei den "Stadtgesprächen" war Umweltreferent Wolfgang Kleiner, der den Aktionsplan der Stadt "Sauber Mobil" vorstellte. Die Mobilitätswende sei in vollem Gang, die Würzburger Stadtverwaltung arbeite seit einigen Jahren und nun neu unter der Überschrift "Sauber Mobil“ daran. Wichtige Themen seien die Stärkung des Rad- und Fußverkehrs, ein attraktiver ÖPNV sowie Mobilitäts- und Parkraummanagement und die Digitalisierung und Elektrifizierung der Mobilität. "Wir müssen es schaffen, den CO2-Ausstoß in unserer Stadt zu verringern." Kleiner wies darauf hin, wie sehr auch dieses Jahr die "Silvesterböllerei" der Würzburger Luft geschadet hat: "Am 1. Januar war der Grenzwert für Feinstaub in der Luft um ein Vielfaches überschritten." 

"Am 1. Januar war der Grenzwert für Feinstaub in der Luft um ein Vielfaches überschritten."
Umweltreferent Wolfgang Kleiner

Sven Rückert von Riedel Bau indes beschäftigte sich in seinem Vortrag mit „Nachhaltigem Bauen“, das heißt Bauen mit einem positiven ökologischen Fußabdruck. Rückert erläuterte dies am Beispiel des Erweiterungsbau von Riedel Bau. Ziel war „nachhaltiges Bauen ohne eine Erhöhung der Selbstkosten“. Dabei wurden zum Beispiel Baustoffe verwendet, die freundlich fürs Raumklima sind, Flexibilität im Gebäude durch Glastrennwände geschaffen und eine integrierte Trinkwasserstation zur Vermeidung von Plastikmüll installiert.

Zusammenarbeit von privater Immobilienwirtschaft mit Kommunen

Zuletzt stelle Roland Breunig von Archicult einige Projekte zum Thema „Integrale Stadtentwicklung“ vor. Darin ging es konkret um die erfolgreiche Zusammenarbeit von privater Immobilienwirtschaft mit Kommunen. Ziel sei die Unterstützung in der Konzeption und Entwicklung, um Prozesse zu vereinfachen und schneller zu machen sowie die starke Einbindung der Kommunen und Bürger in die Projektentwicklung. Als erfolgreiche Projekte nannte Breunig die Bürgerbräu Würzburg, der Klosterhof in Zell, das Ärztehaus in Höchberg sowie das Kloster Mindelheim. 

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