WÜRZBURG

Stadtrat Karl Adam: „Ich habe nicht getrunken, ich habe Parkinson“

Karl Adam.
Foto: Andreas Jungbauer | Karl Adam.

Frag-würdig

Der Welt-Parkinson-Tag am 11. April erinnert an eine der häufigsten Erkrankung des Nervensystems. Parkinson-Patienten leiden an verlangsamten Bewegungsabläufen, Muskelsteifheit und Zittern. Der 57-jährige CSU-Stadtrat Karl Adam lebt seit fünf Jahren mit Parkinson.

Frage: Sie sehen gut aus. Geht es Ihnen auch so?

Karl Adam: Danke. Es geht mir ganz gut. Meine Hände zittern nicht und ich kann mich meistens auch ganz gut bewegen. Es gibt natürlich auch schlechte Momente. Da schaffe ich zum Beispiel im Rathaus die Treppe nicht mehr hoch oder kann mir die Schuhe nicht zubinden. In solchen Situationen fühlt man sich in seinem Körper eingesperrt. Man will sich bewegen, aber kann nicht. Bevor die Krankheit erkannt und behandelt wurde, war es aber viel schlechter.

Dennoch wollen Sie nicht kürzer treten. Sie haben einen grafischen Betrieb mit Verlag, arbeiten ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr Unterdürrbach und im Stadtrat. Warum tun Sie das?

Adam: Was ich noch machen kann, will ich auch machen. Das gibt mir Selbstbestätigung. Alles geht natürlich nicht mehr, wie als Feuerwehrkommandant rund um die Uhr einsatzbereit sein oder körperlich arbeiten. Die Tätigkeit als Stadtrat wird durch die Krankheit nicht erschwert.

Wie reagiert denn ihr Umfeld? Zum Beispiel Bürger, die in Ihre Sprechstunde kommen?

Adam: Damit sich neue Leute nichts dabei denken, wenn ich beim Laufen mal schwanke oder ein Wort vernuschle, stelle ich das immer gleich klar: „Ich bin nicht betrunken, ich habe Parkinson.“ Die Menschen können dann damit gut umgehen und ich muss mich nicht verstellen. Mitleid brauche ich nicht, es gibt viel schlimmere Schicksale als meines. Auch in meinem Bekanntenkreis.

Verändert Sie die Krankheit?

Adam: Ich bin ruhiger geworden, versuche Dinge positiv zu sehen und bin auch dankbar. Vor allem meiner Frau, ohne die vieles nicht ginge. Aber auch den Ärzten, die mir durch eine Stammzellentherapie sehr geholfen haben und durch Medikamente weiter helfen. Ich hoffe, dass es noch möglichst lange so geht. Auch wenn es im Rollstuhl enden wird.

Was motiviert Sie?

Adam: Neben meiner Arbeit vor allem meine vier Enkelkinder. Mit ihnen verbringe ich viel Zeit. Zum Beispiel an unserem Teich beim Angeln. Denn Fische sind eine Leidenschaft von mir, für die ich früher nie Zeit hatte.

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