Würzburg

Startschuss für exklusives Hubland-Hotel

Der Entwurf von Gerber Architekten für das Hotel Melchior Park. Nach Angaben des Bauherrn ist das noch nicht die endgültige Gestaltung. Die Illustration ist den städtischen Unterlagen entnommen.
Foto: Quelle: Stadt Würzburg | Der Entwurf von Gerber Architekten für das Hotel Melchior Park. Nach Angaben des Bauherrn ist das noch nicht die endgültige Gestaltung. Die Illustration ist den städtischen Unterlagen entnommen.

Es geht voran in Würzburgs jüngstem Stadtteil „Hubland“. In der Sitzung des Konversionsausschusses wurden fünf große Bauprojekte genehmigt, darunter ein Seniorenwohnstift des Bürgerspitals, ein Studentenwohnheim und als prominentester Neubau ein Vier Sterne-Plus-Hotel. Dieses will die Freier Besitzgesellschaft auf dem 1,1 Hektar großen Areal des ehemaligen US-Casinos errichten. Bis Herbst nächsten Jahres soll es fertig sein und angeblich 24 Millionen Euro kosten.

Das Haus der gehobenen Klasse wird „Hotel Melchior Park“ heißen und über 118 Zimmer sowie einen großzügigen Gastro-, Tagungs- und Wellnessbereich verfügen. Betreiben wird es Dagmar Wagenpfahl-Lagrange, die seit fünf Jahren das Hotel Kapellenberg in Eibelstadt mit seinen 83 Zimmern betreibt.

Jetzt auch in Würzburg aktiv zu werden, „ist einfach toll“, sagt sie gegenüber der Main-Post. Die Hotel-Szenerie in Würzburg sei äußerst interessant. „Da muss man mitmachen“, freut sie sich auf die neue Aufgabe. Die gebürtige Ochsenfurterin hat schon international viel Erfahrungen in der Hotellerie gesammelt, vornehmlich bei renommierten Betreibern wie Mövenpick oder Steigenberger.

Warum die Bezeichnung Melchior Park? „Der Name sollte wohlklingend und nicht zu modern sein“, sagt Wagenpfahl-Lagrange.

Im modernen Stil präsentiert sich dagegen das vierstöckige Hotel, das das Büro Gerber Architekten aus Dortmund entwarf. Es ist der Siegerentwurf eines Architektenwettbewerbes. Auch die Fachhochschule am Sanderheinrichsleitenweg ist ein Werk der Gerber Architekten. Das exquisite Hotel richtet sich an Tagungsgäste und Touristen und hat im dritten Obergeschoss eine Besonderheit zu bieten: Rund 20 so genannte Boarding-House-Zimmer – kleine Appartements für einen längeren Aufenthalt – sind für Gäste und Mitarbeiter der Industrie und Wirtschaft sowie der Universität gedacht.

In einem Nachbau soll das Aushängeschild des im Herbst abgerissenen Casino wiederauferstehen: Der Blaue Saal mit seiner markanten Bühnen-Muschel. Die Neuauflage soll auf 350 Quadratmetern für Tagungen, Präsentationen, Seminare und öffentliche kulturelle Veranstaltungen genutzt werden – beispielsweise für Vorträge, Lesungen oder Kabarett auch während der Landesgartenschau.

Es entstehe keine Konkurrenz zu innerstädtischen Betrieben, heißt es in den städtischen Unterlagen, da vorwiegend Gäste und Nutzer aus den benachbarten universitären und gewerblichen Einrichtungen angesprochen würden.

Das Hotel liegt in einer großen Parkanlage, die Gestaltung der Freiflächen wird das Würzburger Landschaftsarchitekten Kaiser + Juritza übernehmen. Auf dem Areal entstehen 65 Park- und 25 Fahrradstellplätze sowie weiter 110 Stellplätze in einer Tiefgarage.

Durch die Äußerung eines Stadtrates bei der öffentlichen Sitzung des Konversionsausschusses wurde bekannt, dass das Hotelprojekt 24 Millionen Euro kosten soll. Dazu nahm Gregor Handreke von der Freier Besitzgesellschaft auf Anfrage der Main-Post nicht Stellung.

Die Genehmigung für das Hotelprojekt steht noch unter Vorbehalt. Denn das Projekt basiert auf dem Bebauungsplan „Hubland Nord“ für das „Sondergebiet ehemaliges Casino“, über den die Stadträte erst in ihrer Sitzung an diesem Donnerstag entscheiden. Die Räte im Konversionsausschuss waren dafür – bis auf die Stadträtinnen Christiane Kerner (ÖDP) und Karin -Miethaner-Vent (Grüne). Letztere stimmte auch gegen das Hotel-Projekt.

Miethaner-Vent begründet ihre Ablehnung mit dem Abholzen von mehreren Bäumen nahe des früheren Blauen Saals. „Dieses kleine Wäldchen“ sei ursprünglich als „wertvoll“ eingestuft worden. Es zu erhalten, wäre keine Problem gewesen. „So sollte man mit dem Grün da oben nicht umgehen“, moniert sie.

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