Würzburg

Staubilanz: A3 bundesweiter Spitzenreiter

745.000 Staumeldungen hat der ADAC 2018 bundesweit gezählt. Besonders staureich: die A3. In Bayern ist die Strecke Frankfurt-Würzburg ganz oben. Doch es gibt Lichtblicke.
Staubilanz: A3 bundesweiter Spitzenreiter       -  Stau auf der A3 bei Würzburg: Autofahrer bilden nur unzureichend oder gar keine Rettungsgasse
Foto: Berthold Diem | Stau auf der A3 bei Würzburg: Autofahrer bilden nur unzureichend oder gar keine Rettungsgasse

Die ADAC Staubilanz für das Jahr 2018 trifft Unterfranken hart: So hat die A3 einen traurigen Rekord hingelegt und führt die Statistik bundesweit an. Auch in Bayern belegt der Teilabschnitt mit 87.000 Staukilometern Platz eins. Die Abschnitte Würzburg-Frankfurt und Nürnberg-Würzburg zählen dabei zu den staureichsten. Anzahl der Staus zwischen Würzburg und Frankfurt: 3952. Dauer in Stunden: 2690. Länge in Kilometern: 7650.

Noch höher ist die Zahl der Staumeldungen auf der Strecke Nürnberg-Würzburg mit 4318 Meldungen und einer Länge von 11.641 Kilometern. Allerdings ist hier der Zeitverlust mit 2331 Stunden geringer als zwischen Würzburg und Frankfurt.

 

A3: Größter Parkplatz Unterfrankens?

Was bedeutet das für die als "größter Parkplatz der Region" verspottete Autobahn? Was für die geplagten Anwohner der Ausweichrouten, etwa für die Stadt Würzburg und die Landkreisgemeinden Kist, Höchberg und Reichenberg, wo Lärm- und Feinstaubbelastung hoch sind? Weiterhin Stillstand?  Florian Heuzeroth, Sprecher des ADAC Nordbayern, sieht die Zukunft in einem Gespräch mit dieser Redaktion zumindest nicht ganz so schwarz.

"In der aktuellen Bilanz für die Region haben wir festgestellt, dass es zwischen Würzburg und Frankfurt 21 Prozent weniger Stau gibt als im Vorjahr." Konkret bedeute das 1055 weniger Staumeldungen und 525 Stunden weniger Stauzeit auf diesem Abschnitt.

Als Hauptverursacher für Staus gelten Baustellen. Insofern, so der ADAC-Sprecher, könnte die Verbesserung an aufgehobenen Baustellen liegen. Diese Vermutung bestätigt Alexander Leis von der Autobahndirektion Nordbayern. "Im Rahmen des sechsspurigen Ausbaus der A3 sind die Baustellen zwischen dem westlichen Helmstadt und westlichen Marktheidenfeld freigegeben worden. Das sind insgesamt 18 Kilometer wieder frei befahrbare Strecke", so der  Leiter der Dienststelle in Würzburg. Ein kleiner Lichtblick.

 

Problemkind: Die A3 zwischen Heidingsfeld und Randersacker

Weniger gut läuft es auf einer Strecke, deren Fertigstellung jüngst verschoben werden musste: Die Bauzeitverzögerung auf dem Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Würzburg-Heidingsfeld und RandersackerRichtung Nürnberg beläuft sich auf zwei Jahre. Erst im Herbst 2021 rechnet man mit der Freigabe der Strecke. Das hat zu erheblichem Unmut in der Region geführt.

Staubilanz: A3 bundesweiter Spitzenreiter       -  Alltag auf der A3, hier die Anschlussstelle Würzburg-Heidingsfeld.
Foto: Thomas Obermeier | Alltag auf der A3, hier die Anschlussstelle Würzburg-Heidingsfeld.

Der Grund für die Verzögerung "erhebliche bauvertragliche Auseinandersetzungen  mit den Auftragnehmern des Streckenbaus und der Talbrücke" ist exemplarisch für die Baustellen-Situation insgesamt. Zudem ist die Zahl der Baustellen bundesweit um drei Prozent gestiegen. Marode Brücken, kaputte Straßen – laut Verkehrsministerium steckt der Staat bis 2030 rund 133 Milliarden Euro in den Aus- und Neubau von Fernstraßen. Allein 400 Autobahnbaustellen gab es 2018.

Unterdessen stockt der Verkehr auch auf anderen Abschnitten in Unterfranken. Die A7 etwa, zwischen Würzburg und Fulda, rangiert mit 3554 Staus im Jahr 2018 auf Platz zwei des regionalen Rankings. Auf Platz drei folgt der Abschnitt Würzburg-Ulm mit 1177 Staumeldungen.

 

Rekordtag: 28. Juni 2018

Drei Bundesländer, so ADAC-Sprecher Heuzeroth, teilten sich über die Hälfte aller Staukilometer in Deutschland: 35 Prozent entfallen auf Nordrhein-Westfalen, 17 Prozent auf Bayern und elf Prozent auf Baden-Württemberg. Sowohl bei Staukilometern als auch bei Staustunden rangieren sie an der Spitze.

Als staureichster Wochentag wurde 2018 der Mittwoch registriert. Ein Jahr zuvor galt noch der Donnerstag als Problemtag. Bundesweiter Staurekord-Tag war der 28. Juni, ein Donnerstag, als sich Berufs- und Ferienverkehr mischten. Eine 13.000 Kilometer lange Autoschlange schlängelte sich durch die Republik.

Staubilanz: A3 bundesweiter Spitzenreiter       -  Gaffer sorgen für Staus, hier auf der A3 bei Schlüsselfeld.
Foto: Berthold Diem | Gaffer sorgen für Staus, hier auf der A3 bei Schlüsselfeld.

Doch nicht nur Baustellen, auch das Verhalten von Autofahrern, so der ADAC, führe zu Staus. Viele seien sich etwa der Wirkung eines plötzlichen Abbremsens nicht bewusst. Das könne ganz schnell zu erheblichem Stau führen. Auch das Bremsen der sogenannten Gaffer ist laut Experten Ursache für viele Staus. Um Städte und Gemeinden zu entlasten, sollte man übrigens nicht bei jedem Stau die Ausweichroute nehmen. "Das zahlt sich häufig auch zeitmäßig nicht aus", so der ADAC.

Richtiges Verhalten im Stau
  • Rettungsgasse bilden! Sobald ein Stau entsteht, also bereits bei stockendem Verkehr, müssen Autofahrer eine Rettungsgasse bilden. Die Rettungsgasse wird immer zwischen dem linken und den übrigen Fahrstreifen gebildet. Wer sich nicht daran hält, dem droht ein Bußgeld von 200 bis 320 Euro.

     

     

    • Bei der nächsten Ausfahrt abfahren? Bei einem Stau die Autobahn bei der nächsten Abfahrt zu verlassen ist natürlich erlaubt, löst das Problem aber in der Regel nicht. Denn oft gibt es auf den Landstraßen hinter der Abfahrt neue Staus und die Ausweichstrecken sind verstopft.

       

       

        • Standstreifen freihalten! Egal, wie sehr es sich auch staut: Auf der Standspur darf kein Fahrzeug fahren. Wer dennoch den Standstreifen nutzt, etwa um schneller zum Rastplatz oder zur Autobahnausfahrt zu gelangen, riskiert 75 Euro Bußgeld und einen Punkt. Einzige Ausnahme: Wenn Verkehrszeichen die Nutzung des Standstreifens erlauben. Auch das Halten auf dem Standstreifen der Autobahn ist verboten. Wer dagegen verstößt, muss 30 Euro Verwarnungsgeld zahlen. Beim Parken wird es noch teurer: 70 Euro Bußgeld und ein Punkt.

           

           

            • Nicht auf der Autobahn aussteigen! Laut Straßenverkehrsordnung ist es auch im Stau nicht erlaubt, auf der Autobahn aus dem Auto zu steigen. Das Betreten der Fahrbahn ist nur erlaubt, um einen Unfall abzusichern. Ein Verstoß wird mit einem Verwarnungsgeld von 10 Euro geahndet. Steht der Verkehr auf der Autobahn bei einer Vollsperrung für lange Zeit, wird die Polizei jedoch vermutlich auf eine Anzeige verzichten, wenn Sie kurz aussteigen und sich die Beine vertreten. Dabei dürfen Sie natürlich die Rettungskräfte nicht behindern. Sie sollten sich aber nie weit von Ihrem Fahrzeug entfernen – schließlich kann sich der Stau genauso schnell wieder auflösen, wie er entstanden ist.

               

               

                • Rechts überholen? Rechts überholen ist nur dann erlaubt, wenn der Verkehr auf dem linken Fahrstreifen steht oder mit höchstens 60 Stundenkilometer fährt. Bei stehendem Verkehr darf man rechts mit maximal 20 Stundenkilometer vorbeifahren. Ist der Verkehr auf dem linken Fahrstreifen in Bewegung, darf rechts mit einer Differenzgeschwindigkeit von höchstens 20 Stundenkilometern überholt werden. Sie dürfen dann also höchstens Tempo 80 fahren. Wer sich nicht daran hält, riskiert eine Geldbuße von 100 Euro sowie einen Punkt.

                   

                   

                    • Nicht rückwärts fahren und wenden! Rückwärtsfahren oder gar wenden ist auf der Autobahn natürlich auch im Stau tabu, es sei denn, die Polizei fordert dazu auf. Sonst drohen eine Geldbuße bis zu 200 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot.

                       

                       

                        • Nicht mit dem Handy telefonieren! Auch während eines Staus ist das Telefonieren ohne Freisprechanlage strikt verboten, sofern der Motor nicht ausgeschaltet ist. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld von 100 Euro bis 200 Euro, zwei Punkten und einem Fahrverbot rechnen. (ADAC)
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