Gerbrunn

Studenten kaufen in Gerbrunn für Betroffene ein

Eine beliebte Anlaufstelle für die innerörtlichen Einkäufe: Der Rewe-Markt am Gerbrunner Kirschberg.
Foto: Jörg Rieger | Eine beliebte Anlaufstelle für die innerörtlichen Einkäufe: Der Rewe-Markt am Gerbrunner Kirschberg.

In Gerbrunn ist schon vor rund drei Wochen eine mobile örtliche Einkaufshilfe entstanden. Dabei wird eine generationenübergreifende Solidarität mit netten Abstandsgesprächen gelebt. "Die Studenten haben momentan viel Zeit – und ich auch. Da war es keine Frage zu helfen", sagt Reinhard Kies. Der 77-Jährige hat diese Aktion initiiert.

Der frühere Lehrer sitzt für die Freie Wählergemeinschaft im Gemeinderat, ist zudem zweiter Bürgermeister und vielfach engagiert. Sohn Jakob (18) und Tochter Mirjam (21) sind zwei der knapp zehn Gerbrunner Einkaufsfahrer. Eigentlich studieren sie Physik in Würzburg (Jakob) und Rechtslehre im britischen Cambridge (Mirjam). Jetzt bringen sie dreimal in der Woche Einkäufe zu überwiegend älteren Menschen nach Hause.

Drei Mal die Woche ist der Bringservice unterwegs

Die meisten Senioren fahren sonst mit dem Bürgerbus zu den örtlichen Supermärkten. Doch dieser musste aufgrund der Corona-Pandemie seine Fahrten einstellen. Rund eine Woche später startete in der uninahen Gemeinde vor den Toren Würzburgs der Bringservice. Die Betroffenen können sich telefonisch unter (0931) 70280-103 im Gerbrunner Rathaus melden.

Von dort wird Kies informiert. Er leitet dann alles weitere in die Wege. "Wir fahren montags, mittwochs und freitags", sagt der stellvertretende Bürgermeister und fügt hinzu: "Wir versuchen, dass wir immer die gleichen jungen Menschen zu denselben Leuten schicken." Dort erfolge die Übergabe der Einkaufszettel und Portemonnaies auf Abstand. "Das hat sich bewährt", so Kies. "Wir sind schon gefragt worden, ob wir auch Medikamente und Wasserkästen bringen können. Ja, das machen wir und bieten es nun auch ganz aktiv an."

Nachbarschaftskontakte leben wieder auf

Zwischen zwei und vier Einkäufe erledigen die Fahrer an einem Tag. "Das braucht seine Zeit, weil der eine oder andere Sonderwünsche hat und das Zurechtfinden in unterschiedlichen Märkten mit verschiedenen Zetteln nicht so einfach ist", berichtet Kies. Dass die Aktion trotz der recht großen Gemeinde noch gut machbar ist, liegt daran, dass "der soziale Zusammenhalt bei uns funktioniert. Die Menschen kaufen auch viel füreinander ein", sagt Gerbrunns Bürgermeister Stefan Wolfshörndl (SPD). Das kann auch Kies bestätigen. Mittlerweile seien sogar familiäre und nachbarschaftliche Kontakte, die längst eingeschlafen waren, wieder aufgelebt. "Daran müssen wir nach der Krise anknüpfen. Nachbarschaftshilfe und andere zwischenmenschliche Unterstützungen sind heutzutage ganz wichtig", meint Kies.

Unabhängig von dieser Einkaufshilfe versorgt Gemeindekulturarbeiterin Christiane Konrad die Bewohner der Seniorenwohnanlage am Casteller Platz mit Einkäufen.

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