Ochsenfurt

Tourist-Information in städtischer Hand

Anne Derday und Bürgermeister Peter Juks weisen den Weg zur Tourist-Information in der Hauptstraße 39. Ab Januar wird das Fremdenverkehrsbüro unter der Regie der Stadt Ochsenfurt geführt wird.
Foto: Thomas Fritz | Anne Derday und Bürgermeister Peter Juks weisen den Weg zur Tourist-Information in der Hauptstraße 39. Ab Januar wird das Fremdenverkehrsbüro unter der Regie der Stadt Ochsenfurt geführt wird.

Die Stadt Ochsenfurt hofft und setzt wie viele andere Gemeinden im Maintal auf mehr Touristen. Es wäre auch fatal, würde sie diesen Markt vernachlässigen. Zu Jahresbeginn ändert sich deswegen nicht nur die Strategie, auch das Personal im Fremdenverkehrsbüro wechselt. Anne Derday, in der Stadtverwaltung zuständig für Marketing, soll die Regie in der Tourist Information übernehmen. Das Reisebüro, dessen Mitarbeiter bisher im Auftrag der Stadt für die Gästebetreuung zuständig waren, zieht aus.

„Bei den Übernachtungszahlen ist noch Luft nach oben.“
Anne Derday, Leiterin der Tourist-Information

Der Buchstabe I, weiß auf blauem Hintergrund, kennzeichnet die Tourist Information in der Hauptstraße 39 in Ochsenfurt. Versteckt im Hauseingang liegt das Büro, in das Anne Derday zusammen mit Thomas Herrmann vom Stadtmarketing-Verein am 1. Januar 2017 einziehen wird. Die 25-jährige Tourismuswirtin hofft, dass der Betrieb nahtlos aufrecht erhalten werden kann und verspricht eine neue Organisation, veränderte Strukturen und inhaltliche Verbesserungen.

Eigentlich wollte Bürgermeister Peter Juks, dass sich die zwölf Gemeinden der kommunalen Allianz Maindreieck für eine gemeinsame Tourist-Information in Ochsenfurt entscheiden. Insgeheim hatte er auch gehofft, dass sich die Gemeinden für Ochsenfurt aussprechen und die Inhaber des Reisebüros Schmidt auf diese Entscheidung vorbereitet. Dass es dann anders kam als erwartet, bedauert Juks. „Die Tür ist aber nicht zu“, sagt er. So kam es, dass die Stadt den Fremdenverkehr künftig unter eigener Regie betreuen möchte. „Natürlich auch mit dem Hintergedanken, dass sich vielleicht eines Tages die Allianzmitglieder im Maindreieck doch noch für Ochsenfurt als Sitz einer gemeinsamen Tourist-Information entscheiden.

Keine direkte Zimmervermittlung mehr

Erst einmal aber wird die Stadt hier alleine tätig. 45 000 Euro stehen im Haushalt für das Fremdenverkehrsbüro zur Verfügung. Bisher ging dieser Betrag als Personalkostenzuschuss an das Reisebüro. Derday wird die Tourist-Information künftig in Vollzeit leiten. Ihr zur Seite wird eine Halbtageskraft stehen. Die Stellenausschreibung dafür läuft gerade. Juks ist zuversichtlich, dass der Ansatz für Personalkosten auch weiterhin ausreichen wird. Hinzu kommt ein Werbeetat von 40 000 Euro, über den Derday verfügen kann.

„Wir haben schöne Projekte geplant“, blickt Derday auf ihre künftige Aufgabe. Beispielsweise sollen zusammen mit der Volkshochschule und der Tourist-Information Kitzingen Gästeführer ausgebildet werden. Dazu kommen die üblichen Aufgaben, wie der Prospektversand oder Stadtführungen zu vermitteln. Broschüren mit einem einheitlichen Erscheinungsbild wurden bereits erstellt.

Nur die direkte Zimmervermittlung wird das Fremdenverkehrsbüro nicht mehr übernehmen. Außer in Notfällen, also wenn beispielsweise ein Radfahrer in Ochsenfurt strandet und dringend noch ein Zimmer braucht. Was die Vermittlung von Unterkünften angeht, so möchte die Tourismusgesellschaft Fränkisches Weinland demnächst auch eine digitale Buchungsmöglichkeit auf ihrer Internet-Seite anbieten, führte Derday aus.

Auch an Wochenenden geöffnet

Künftig soll die Tourist-Information der Stadt auch an Wochenenden geöffnet haben. Zumindest in der Zweit zwischen Ostern und Oktober, wenn Ochsenfurt und seine historische Altstadt beliebtes Ziel vieler Urlauber ist. „Dass wir gerade in der Hauptsaison am Wochenende nicht geöffnet hatten, war ein großer Schwachpunkt“, begründet Bürgermeister Juks die erweiterten Öffnungszeiten.

Im nächsten Jahr werden auch mehr Gäste in der Stadt erwartet. Denn Ochsenfurt wird als touristisches Ziel im neuen Katalog der Reederei Viking, die Flusskreuzfahrten auf dem Main anbietet, geführt. Das heißt, Passagiere haben zwei bis drei Stunden Aufenthalt in Ochsenfurt und könnten sich in der Altstadt umsehen, so Bürgermeister Juks.

„Durchschnittlich lässt ein Tourist etwa 36 Euro in Ochsenfurt“, ergänzte Derday. Zur Zeit sind es hauptsächlich amerikanische Rentner, die sich auf Flusskreuzfahrt begeben. Viking habe nun vor, auch auf dem chinesischen Markt zu werben, hat Bürgermeister Juks in einem Gespräch mit dem Geschäftsführer erfahren. Juks hofft aber auch darauf, dass die Weiße Flotte mit ihren Ausflugsschiffen regelmäßiger Ochsenfurt ansteuert. „Der Sommer hat gezeigt, dass es geht.“ In den sechs Wochen Ferien sind die „Alte Liebe“ und Co. häufiger mainaufwärts nach Ochsenfurt getuckert.

Anne Derday hat sich zum Ziel gesetzt, Ochsenfurt im Umkreis von 100 Kilometer bekannter zu machen. Hier liege die Zielgruppe für einen Kurzurlaub in Ochsenfurt, sagt sie und bemerkt, „dass auch bei den Übernachtungszahlen noch reichlich Luft nach oben ist.“

Zertifizierung zum Ziel

Die Tourismuswirtin setzt auch darauf, dass der Buchstabe I dann einen roten, statt blauen Hintergrund hat. Das würde bedeuten, dass die Ochsenfurter Touristik-Info vom Deutschen Tourismusverband zertifiziert wurde und eine entsprechende Qualität vorhalten kann. Im September soll das so weit sein. Bis dahin soll es auch Hinweisschilder in der Altstadt geben, die Touristen dann auch den Weg zum Fremdenverkehrsbüro weisen. Ein Konzept dazu ist gerade in Arbeit.

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