Würzburg

Unitas-Vereine feierten ihr Stiftungsfest

Nicht nur Nostalgie: Die Würzburger Unitas-Vereine feierten ihr Stiftungsfest mit Erzbischof Ludwig Schick (Mitte).
Foto: Unitas Würzburg | Nicht nur Nostalgie: Die Würzburger Unitas-Vereine feierten ihr Stiftungsfest mit Erzbischof Ludwig Schick (Mitte).

Ein dichtes Programm erlebten die 200 Teilnehmer beim Stiftungsfest der Würzburger Unitas-Vereine. Der wissenschaftliche katholische Studentenverein Unitas-Hetania feierte sein 145. Jubiläum. Sein Schwesterverein Unitas-Bavaria kann auf runde 100 Jahre zurückschauen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Bei historischen Rückblicken wollten es die Mitglieder aber nicht belassen. Nach einem Festcommers in der Zehntscheune des Juliusspitals und einer rauschenden Ballnacht stand daher auch eine wissenschaftliche Festakademie im Burkardushaus auf dem Programm. Der Altherrenvereinsvorsitzende Michael Steimer betonte dabei, das Fest sei keine Nostalgieveranstaltung: „Wir stehen mitten in den Dingen, die die Welt bewegen.“

Diesem selbstgestellten Anspruch folgte auch der Festvortrag, in dem es um „künstliche Intelligenz“ (KI) ging. Der Würzburger Theologieprofessor Wolfgang Schröder beleuchtete die philosophischen Aspekte des Themas: „Wie klug ist Künstliche Intelligenz? Was kann sie und was wird sie niemals können?“ Schröder erläuterte die Unterschiede zwischen der biologischen Intelligenz des Menschen und der digitalen KI. Die meist zur Lösung konkreter Aufgaben entwickelte KI könne für den Menschen unüberschaubare Datenmengen auswerten und entsprechende Schlussfolgerungen ziehen.

Der Mensch hingegen verknüpfe Informationen und Erfahrungen ganz anders und könne mit einer viel geringeren Datenmenge wichtige Entscheidungen treffen. Mit Blick auf die Weiterentwicklung der KI betonte der Theologe, dass die Chancen der neuen Technologie angepackt werden müssten. Es sei dabei keineswegs zwingend, die umstrittenen Entwicklungen in den USA und in China zu kopieren. Europa dürfe sich beim Datenschutz einen eigenen Weg leisten, müsse das Thema aber endlich mit nachhaltigem Engagement gestalten.

Um Gestaltungsaufträge ging es auch im Hochamt, das der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick im Neumünster feierte. Schick, selbst seit 50 Jahren Mitglied der Würzburger Unitas, sprach über den Auftrag des Christen in der Welt: „Wir sind in einer Situation, in der wir die Welt gewinnen oder verspielen können. Wir müssen uns dafür rüsten. Aber wir tun es im Vertrauen auf Gott.“ In dieser Schwellensituation könnten die über ganz Deutschland verteilten Unitas-Vereine mit ihren Grundsätzen virtus (Tugend), scientia (Wissenschaft) und amicitia (Freundschaft) viel beitragen. Die Messe selbst schloss allerdings mit einem Blick in die Vergangenheit: Die Teilnehmer besuchten den Gedenkort für den im KZ Dachau gestorbenen seligen Pfarrer Georg Häfner in der Krypta des Neumünsters. Auch Häfner war Mitglied der Unitas.

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