Würzburg

Unterschriften sollen das Projekt Posthalle retten

Am Freitag startet Betreiber Joachim Schulz eine Petition zum Erhalt des Veranstaltungs- und Kulturzentrums. Dessen Zukunft muss nicht unbedingt am Bahnhof liegen.
Absturz oder Höhenflug? Wohin führt der Weg der Posthalle? Diese Frage soll eine Unterschriftenaktion zum Erhalt der Halle klären. Diese bietet  neben Konzerten auch viele andere Veranstaltungen wie das 'Skate and Break' im vergangenen Monat.
Foto: Daniel Peter | Absturz oder Höhenflug? Wohin führt der Weg der Posthalle? Diese Frage soll eine Unterschriftenaktion zum Erhalt der Halle klären.

Läuft alles nach Plan, sind die Tage der Posthalle am Bahnhof gezählt. Das Kultur-, Kreativ- und Veranstaltungszentrum soll dem Bismarck-Quartier mit Wohnungs-, Büro- und Hotelbauten weichen. Der Mietvertrag endet im März 2023. Wie und wo es danach weitergehen soll, steht bislang in den Sternen. Deshalb startet Betreiber und SPD-Stadtrat Joachim "Jojo" Schulz an diesem Freitag eine Petition zum Erhalt der Posthalle, egal wo.

Wer will, der kann online auf der Seite "Posthalle retten" unterschreiben oder auf Listen in Geschäften in der Innenstadt. Schulz: "Ich hoffe auf mindestens 10 000 Unterschriften, die ich Oberbürgermeister Christian Schuchardt überreichen werde."                           

Noch keine Signale aus dem Rathaus

Was Schulz erreichen möchte: Dass die Zukunft des über zehn Jahre alten Projektes Posthalle endlich ein öffentliches Thema wird – vor allem mit Signalen aus dem Rathaus. Obwohl das drohende Ende schon seit über zwei Jahren bekannt ist und Schulz schon seinerzeit seine Vorstellungen für einen Hallenersatz in Gesprächen mit OB, Stadträten und  Stadtverwaltung präsentierte, sei nicht viel passiert, erklärt der Posthallen-Chef gegenüber der Redaktion.

Seine Pläne für eine neue Halle an der Friedensbrücke seien zwar auf positive Resonanz gestoßen – aber: "Positioniert hat sich bislang keiner." Öffentlich haben bislang lediglich der Dachverband freier  Kulturträger und die Grüne Jugend eine Ersatzlösung nach dem Wegfall des kulturellen wie subkulturellen Zentrums gefordert. OB Schuchardt war im vergangenen Herbst immerhin Schirmherr beim Posthallen-Taganlässlich des zehnjährigen Bestehens.    

Joachim 'Jojo' Schulz startete 2008 das Projekt Posthalle.
Foto: Joachim fildhaut | Joachim "Jojo" Schulz startete 2008 das Projekt Posthalle.
"Da muss jetzt Bewegung reinkommen, es braucht den öffentlichen Druck"
Betreiber Joachim Schulz zur Posthallen-Kampagne 

"Da muss jetzt Bewegung reinkommen, es braucht den öffentlichen Druck", begründet Schulz die länger angelegte Kampagne. Zu dieser zählen neben Medienarbeit auch Infostände, Flyer und Plakat-Aktionen. Um Unterstützer zu mobilisieren, wurde bereits im Sommer 2017 der Posthallen-Förderverein gegründet – mit bekannten Gesichtern aus der Stadtgesellschaft.                      

"Egal wo! Hauptsache Posthalle retten!" ist der Titel der Unterschriftenaktion. Damit will Schulz deutlich machen, dass es nicht in erster Linie um den Erhalt des Gebäudes geht. "Die Idee und das Programm sind nicht zwangsläufig an den aktuellen Standort gebunden." Und ebenso betont er, dass es dabei nicht um die Existenzsicherung von ihm und seiner 15 fest angestellten Mitarbeiter gehe ("Ich muss das nicht machen"), sondern um den Erhalt des vielfältigen Angebots, das sich über die Jahre entwickelt hat.  Das umfasst neben den Konzerten Partys, Poetry Slams, Lesungen, Flohmärkte, Messen oder Public Viewing.

Verschiedene Standort-Alternativen 

Die Halle kompensiert mit ihren rund 200 Veranstaltungen und 200 000 Besuchern pro Jahr auch eine fehlende Stadthalle, wirft Schulz ein. Sie  bietet Platz für zwischen 200 und 3000 Besuchern. Durchschnittlich kommen laut Schulz zwischen 600 und 800 pro Veranstaltung. Die geplante Multifunktionsarena sei jedenfalls keine Alternative. Denn dort rechneten sich Veranstaltungen erst ab einer weitaus größeren Publikumszahl.                 

Was sich Schulz als Hallenersatz vorstellt: Eine neue Posthalle neben der  Friedensbrücke. Auch über alternative Standorte werde nachgedacht: Eine Halle über dem Parkdeck am Alten Hafen, auf dem Areal der Faulenberg-Kaserne oder gegenüber der s.Oliver-Arena. Diese stünde als Ersatz nicht zur Verfügung, wie Schulz ausgelotet hat.              

Eine neue Halle kostet zwischen 12 und 14 Millionen Euro 

Neben dem Standort sind die Kosten der wichtigste Faktor. "Zwischen zwölf und 14 Millionen Euro" müsse man wohl in die Hand nehmen, kalkuliert Schulz. Diese Summe könne die Posthalle GmbH mit ihm und seinem Bruder Hans höchstens zur Hälfte schultern. Der Rest müsste öffentlich gefördert werden – nicht unbedingt allein von der Stadt. Schulz möchte auch den Landkreis ins Boot holen, "denn zwischen 35 und 40 Prozent unserer Besucher kommen aus dem Landkreis".      

  

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